Black Ops 6 ist das wichtigste Call of Duty aller Zeiten - die "große Wette" von Microsoft

Special Antonia Dreßler
Black Ops 6 ist das wichtigste Call of Duty aller Zeiten - die "große Wette" von Microsoft
Quelle: PC Games

Dass Call of Duy: Black Ops 6 im Game Pass von Xbox erscheint, birgt mehr Risiken, als es zunächst den Anschein macht. Zahlen und Fakten gegenübergestellt, sprechen Analysten von einer "großen Wette", deren Ausgang sich erst beweisen muss.

Einer der erfolgreichsten Spielereihen geht in die nächste Runde. Wie jedes Jahr erschien auch 2024 wieder ein neues Call of Duty, das dieses Mal wieder im Black-Ops-Universum spielt. Wie alle Jahre zuvor rechnen wir in den kommenden Tagen mit Erfolgsmeldungen zu Rekordzahlen. Allein am US-Markt ist Call of Duty seit 2009 jedes Jahr das meistverkaufte Spiel, mit nur drei Ausnahmen: GTA 5 im Jahr 2013, Red Dead Redemption 2 im Jahr 2018 und Hogwarts Legacy im Jahr 2023.

Doch dieses Mal ist alles anders. Das aktuelle Call of Duty erschien nämlich bereits zum Release-Tag im Xbox Game Pass und ist für Abonnenten der PC- und Ultimate-Variante ohne weitere Kosten spielbar.

Das ergibt natürlich auch Sinn, immerhin hat Microsoft nicht ohne Grund über 70 Milliarden Dollar auf den Tisch gelegt, um Activision Blizzard zu kaufen. Zwar kann MS den Shooter nach einem Deal mit Sony nicht exklusiv im Game Pass bringen, aber immerhin können sie über ihr Abomodell mit einer attraktiveren Preisgestaltung konkurrieren. Eine Strategie, mit der Microsoft sicherlich mehr Spieler an sich und den Game Pass binden will. Immerhin hat der Software-Riese nichts Geringeres vor, als das Netflix für Gamer zu sein. Das zeigen geleakte Slides aus einer Präsentation von 2020, in der MS davon spricht, 110 Millionen Game-Pass-Nutzer bis 2030 gewinnen zu wollen.

Eine andere Ausgangslage

Das waren Prognosen und Wünsche, die man während des Gaming-Booms der Pandemie geäußert hat. Doch seitdem sehen die Zahlen alles andere als vielversprechend aus, was das Gamer-Netflix angeht. 25 Millionen Nutzer verzeichnete der Xbox Game Pass Anfang 2022. Anfang 2024 waren es dann 34 Millionen - was krass wäre, wenn nicht über 11 Millionen davon aus der Umbenennung der Xbox-Gold-Mitgliedschaft stammen würden. Eine Zahl, die Microsoft nicht etwa freiwillig herausgegeben hat, sondern die während der Verhandlungen mit der FTC bezüglich des Activision-Blizzard-Deals ans Licht kam. Sämtliche offiziellen Quellen dazu sind aber inzwischen geschwärzt.

So richtig greifbare Zahlen gibt Microsoft zwar ungern her, aber ihre Finanzberichte kann jeder einsehen. Dort zu lesen ist, dass, während die Hardware-Verkäufe der Xbox dauerhaft sinken, der Umsatz der Gaming-Sparte nach dem Kauf von Activision Blizzard in die Höhe geschossen ist. Rechnet man den Neukauf und die Zahlen von Activision und Blizzard heraus, bleiben allerdings nur wenige Prozent übrig. Ein klares Indiz dafür, dass der Xbox Game Pass nicht so sehr wächst, wie man es sich wünscht.

Adler schießt auf einem Motorrad und feuert eine Pistole ab Quelle: Treyarch Dass Activision Blizzard den Umsatz so in die Höhe treibt, gibt MS mit dem Kauf der Entwicklerhäuser recht. Es zeigt aber auch, wie wichtig die dahinterliegenden Marken für die Zukunft des Unternehmens sind.

Call of Duty also in den Xbox Game Pass zu integrieren, ist demnach gar nicht so ohne Risiko, wie es auf den ersten Blick den Anschein macht. Denn MS verzichtet so direkt auf Verkäufe des Vollpreistitels, ohne die Sicherheit, selbige Beträge durch ihren Abo-Service wieder hereinzuholen. Bei einem Kaufpreis für CoD von 80 Euro und einem Mindestbeitrag von 12 Euro für den PC Game Pass, müsste ein Spieler etwas mehr als ein halbes Jahr abonnieren, um auf einen ähnlichen Betrag zu kommen; für Ultimate-Nutzer braucht es immerhin 5 Monate.

Mal gewinnt man, mal verliert man

Laut Analysten, die das Online-Magazin Games Industry befragt hat, gewinnt Microsoft außerdem weniger Nutzer als sie Verkäufe verlieren. Die Abonnenten, die sie bereits haben, werden schließlich keine weitere Mitgliedschaft abschließen. Die wohlwollendsten Prognosen sprechen von drei bis vier Millionen gewonnenen Abonnenten und sechs Millionen weniger Käufern, während andere Analysen von nur zweieinhalb Millionen zusätzlichen monatlichen Nutzern sprechen.

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