Alles neu macht Teil drei? Nicht ganz, denn diese Ballerei bleibt zu nahe am vertrauten Schema der Weltkriegs-Shooter.
Optisch gut, aber holprig
Gefecht im Hinterland: Die deutschen Soldaten verteidigen jedes Gehöft.
Den größten Sprung hat "Call of Duty 3" eindeutig bei der Grafik gemacht -- doch leider nur bei der Version für die PlayStation3. Die PS2-Fassung bietet inhaltlich dasselbe Spiel, doch mit deutlich abgespeckter Grafik. Dennoch übertrumpft Nummer drei den Vorgänger "Call of Duty 2: Big Red One": Mehr Effekte, mehr Soldaten, mehr Kampfgetümmel zeugen von einer noch besseren Nutzung der PS2-Chips.
Die Kriegskulissen, vor allem die zerbombten Städte, beeindrucken durch ihren Detailreichtum. Das Spiel läuft die meiste Zeit mit akzeptabler Bildwiederholungsrate, doch bei hohem Gegneraufkommen wird's dann doch sehr ruckelig -- und das nervt beim Zielen arg. Auch unschön: Gelegentlich scheint ein Soldat durch eine Wand hindurch, bleibt an einer Tür hängen oder schwebt nach dem Tod in der Luft.
Klischee olé: Im Treibstofflager verstecken sich Gegner gerne hinter explosiven Fässern.
Die angepriesene zerstörbare Umgebung erweist sich (zum Teil) als Mogelpackung: Nur ganz bestimmte Kisten werden von gegnerischen Patronen durchsiebt. An Holztüren und Petroleumlampen jedoch prallen die Bleikugeln einfach ab -- das ist schon eine herbe Enttäuschung. Trotz der genannten Schwächen verstehen es die Entwickler abermals, eine unvergleichlich intensive Atmosphäre aufzubauen. Man fühlt sich oft wie in einem hervorragenden Hollywood-Streifen. Die melancholische Orchestermusik und die geniale Soundkulisse ziehen einen unweigerlich tief hinein ins Geschehen. Da kann man auch die mäßigen deutschen Synchronsprecher verzeihen. Wahrlich filmreif wird hier der Zweite Weltkrieg als dramatisches sowie emotional ergreifendes "Event" arrangiert.
