Der Zweite Weltkrieg war grausam, nervenzerreißend und geprägt von denkwürdigen Schlachten. Wollen Sie ihn nacherleben?
Im Gegensatz zu den meisten Genre-Kollegen verzichtet "Call of Duty 2" auf eine Quicksave-Funktion. Trotz vieler Speicherpunkte erlebt man zu Beginn einige Frustmomente. Schuld daran sind die bereits erwähnten Granatentode. Das Gesundheitssystem wurde ebenfalls umgekrempelt. Mit jedem Treffer färbt sich der Bildrand weiter rot. Wenn Sie für einige Sekunden in Deckung gehen, erholt sich Ihr Körper wieder. Das ist zwar nicht sehr realistisch, dafür bleibt Ihnen so die Suche nach Medipacks erspart.
Die zumeist linearen Missionen sind hauptsächlich bleihaltige Massenschlachten. Single-Abschnitte findet man in "CoD 2" nicht mehr. Sie haben stets einige tapfere Kameraden an Ihrer Seite. Die zahlreichen Aufgaben müssen Sie aber selbst erledigen. So weisen Sie per Fernglas der Luftunterstützung Ziele zu oder Sie klemmen Sprengstoff an fahrende Panzer. Spektakuläre Fahrten gibt es auch wieder: In Afrika bahnen Sie sich mit einem gestohlenen deutschen Geschützwagen Ihren Weg. Explosionen im Sekundentakt sorgen dabei für jede Menge Action. Einige Abschnitte in Afrika bestreiten Sie am Steuer eines britischen Panzers.
Die Optik hat sich im Vergleich zu Teil eins deutlich verbessert. Wenn sich Nebelschwaden langsam auflösen oder nach einem Granateneinschlag Sand durch die Luft wirbelt, vergisst man fast, dass man vor einem Monitor sitzt. Sehr detailliert sind auch die Uniformen und Gesichter der Soldaten gestaltet. Weniger schön: Die meisten Objekte wie Tische oder Kisten sind unzerstörbar, außerdem schwankt die Texturqualität. Der orchestrale Soundtrack passt perfekt zur Stimmung, die Synchronsprecher kommen dagegen zu emotionslos rüber.
FAZIT: Eingefleischte Ego-Shooter-Fans werden vermutlich ein wenig Zeit brauchen, bis sie sich mit den veränderten Save- und Health-Systemen anfreunden. Doch wenn man sich daran gewöhnt hat, packt einen die dichte Kriegsatmosphäre, die man vom ersten Teil kennt. Insgesamt sind die Areale weitläufiger, die Schlachten temporeicher. Wir hätten uns jedoch zur Abwechslung mal den einen oder anderen ruhigen Infiltrationsabschnitt gewünscht.
Optisch bewegt sich "Call of Duty 2" auf hohem, aber keineswegs überragenden Niveau. Herrlich sind die zahlreichen Rauch- und Nebeleffekte. Von den grafischen Verbesserungen einmal abgesehen, bietet der Ego-Shooter allerdings wenig Neues und verfehlt daher eindeutig die Höchstwertung.
