Die Kernmechanik der Survival-Klettersimulation Cairn ist natürlich das Klettern. Doch genau da kommt es leider immer wieder zu Problemen.
Die Cairn-Mechanik Klettern: Holpriger als erwartet
Selbst mit vollem Magen, angenehmer Temperatur und bei bester Gesundheit, ist das Klettern an sich nicht nur ein Balanceakt, sondern leider auch oftmals frustrierend. Bevor ihr loslegt, könnt ihr euch aber einen Überblick über die Wand vor euch verschaffen und euch so die optimale Route zurechtlegen.
Cairn (jetzt kaufen 19,7 € ) empfiehlt euch beim Spielstart, einen Controller anstelle von Maus und Tastatur zu benutzen, und das können wir absolut unterschreiben. Da ihr die Gliedmaßen einzeln nacheinander bewegt, habt ihr mit einem Stick schlicht mehr Kontrolle über eure Bewegungen als mit der klassischen WASD-Steuerung.
Standardmäßig entscheidet Aava selbst, welches Körperteil sie als Nächstes bewegen sollte, um möglichst effizient voranzukommen. Das funktioniert allerdings nicht immer so gut, wie wir uns das vorgestellt haben. Manchmal will sie partout nicht die Gliedmaßen bewegen, die offensichtlich sinnvoll wären, und verrenkt sich auf seltsame Weise. Das sorgt auch gerne mal dafür, dass euch die Puste ausgeht - doch dazu gleich mehr.
Quelle: PC Games
Schritt für Schritt, Körperteil für Körperteil: In der Theorie ist das Klettern gar nicht so schwer. Für eine erfahrene Kletterin weiß Aava aber leider überraschend oft nicht, welche Bewegung als Nächstes sinnvoll wäre.
Ihr könnt aber manuell eingreifen und das entsprechende Körperteil auswählen, wenn ihr eine bestimmte Bewegung im Kopf habt, die nicht automatisch möglich ist. Und wenn ihr ganz verrückt unterwegs seid, könnt ihr die Einstellung auch einfach deaktivieren und die Kletterin ganz manuell steuern.
Das Wichtigste ist jedoch, dass ihr die richtigen Stellen zum Festhalten erwischt, egal für welche Variante ihr euch entscheidet. In der Felswand sind Risse und Löcher zu sehen, an denen ihr euch beim Hangeln orientieren solltet. Allerdings klappt es auch hier leider nicht immer, im ersten Versuch die richtigen Stellen zu erwischen. Wir mussten also regelmäßig nachjustieren, bis wir die von uns angepeilte Stelle wirklich getroffen haben.
So erfahren Aava auch ist, selbst sie kommt an ihre Grenzen. Wird die Route zu anstrengend oder hat sie nicht genügend Halt, beginnt sie vor Anstrengung zu zittern und schwer zu atmen - dann heißt es: schnell reagieren, bevor sie stürzt!
Viel Zeit bleibt dafür allerdings nicht, und auch, wenn ihr eure Ausdauer per Knopfdruck kurz auffrischen oder für einen Moment innehalten könnt, nützt das alles nichts, wenn sie nicht ausreichend Grip hat.
Quelle: PC Games
Tape schützt eure Hände nicht nur vor Verletzungen, sondern verbessert auch euren Halt. Die arme Aava muss auf ihrem Weg zum Gipfel ganz schön viel aushalten.
Das Problem ist zwar nicht das Feature selbst, denn das passt hervorragend zu einer Klettersimulation, sondern das große Fragezeichen, das ihre Schwierigkeiten bei uns hinterlassen. Es ist nämlich absolut nicht eindeutig, wo genau das Problem gerade liegt - und während wir versuchen, ihre Position schnell zu verändern, müssen wir also durch Zufall das richtige Körperteil erwischen.
Die Zeit dafür ist allerdings knapp bemessen und sorgt schnell für unfreiwillige Abkürzungen nach unten. Beim Klettern fehlen schlicht aussagekräftige Hinweise, egal ob visuell oder durch Soundeffekte vermittelt, die uns bei der Einschätzung unterstützen. Im späteren Spielverlauf gibt es eine weitere Form des Kletterns, bei der das tatsächlich besser umgesetzt wurde.
Das waren aber leider noch nicht alle Stolpersteine der Klettermechanik, zwei Ausrutscher erwarten unsere Protagonistin nämlich noch. Zum einen müsst ihr an einigen wenigen Stellen Anlauf nehmen und springen, entweder über einen Abgrund oder direkt an eine Felswand. Aber na ja, sagen wir mal so: Weitsprung und manchmal auch einfach das Festhalten zählen nicht zu Aavas Stärken.
Quelle: PC Games
Bei manchen Felswänden können selbst eure Haken nicht standhalten. Allerdings könnte es sich lohnen, während eurer Reise ein bisschen zu erkunden. Vielleicht findet ihr dabei ja etwas Nützliches?
Zum anderen erkennt das Spiel eigentlich automatisch, wenn ihr euch an einem Hang hochziehen könnt oder festen Boden unter den Füßen habt. Eigentlich sagen wir deshalb, weil gerade das Hinstellen auf Vorsprünge oftmals nicht funktioniert und wir uns dann in ungewollt komischen Bewegungen über eine ebene Fläche bewegen müssen, bis das Spiel die Situation versteht.
So passieren gerne mal Missgeschicke, für die wir nicht immer die Schuld tragen. Das wäre alles nicht so tragisch, wenn wir gelegentlich mal kleinere Wände erklimmen müssten. Doch bei einem Spiel, dessen ganzes Gameplay sich ums Klettern dreht, sind das leider zu viele Ungenauigkeiten, die für Frust statt Ehrgeiz sorgen.
Wenn dann noch Wind und Wetter dazukommen oder ihr auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad spielt, bei dem ihr keine Haken zum Absichern zur Verfügung habt und ein einziger Sturz euer Game Over bedeuten kann, werden diese Schwächen schnell zum ausgeprägten Problem und bestrafen den Spieler unverschuldet. Auf der nächsten Seite erfahrt ihr mehr über die Performance und unser Fazit samt Wertung.
