Cynamite.de-Chefredakteur Florian Stangl kommentiert die Pressekonferenzen der Konsolenhersteller und die Zukunft des PC als Spiele-Plattform.
Nintendo macht alles anders
Ist Nintendo der lachende Dritte? Zurzeit schon. Die Nintendos suhlen sich weiter im Nimbus der Unbesiegbarkeit, mit ihren millionenfach verkauften Wiis und DSs. Die Nintendos beliefern fleißig weiter all die Spieler, die eigentlich keine Spieler sind und nur spielen wollen. HDTV und Polycount interessieren diese Zielgruppe nicht, dafür interessieren sich die großen Publisher wie Electronic Arts und Ubisoft umso mehr für diese Zielgruppe. EA setzt mit "Family Play" voll auf die Verbindung von Casual Gamern und Profizockern, Ubisoft bietet Diät-Varianten seiner großen Marken. Da stört es auch nicht, dass die Spiele aussehen wie auf PlayStation2. Denn die PlayStation2 ist heute noch erfolgreicher als die viel stärkere PS3. Klasse Strategie von Nintendo also, Felder zu beackern, die Sony und Microsoft brach liegen lassen.
Oder vielleicht unglaublich kurzsichtig: Denn wenn PS3 und Xbo360 billiger werden (und das werden sie), dann muss Nintendo auch den Preis nach unten ziehen. Und wenn HD-Fernseher weiter Einzug in die Haushalte halten (und das werden sie), dann muss Nintendo sich noch öfter Lästereien über die Leistung des Wii anhören. Was Nintendo aber kaum stören wird, denn die Wii- und DS-Spielerschaft kratzt 1080p einfach nicht. Zumindest, solange Dr. Kawashima so schön knifflig ist und Mario fröhlich hüpft.
Unbeeindruckt: Der PC bleibt breitgefächerte Spieleplattform
War da nicht noch was? Achja, der PC! Der spielt ja in den USA nicht so die Rolle wie in Deutschland. Eine eigene Pressekonferenz für den PC als Plattform gibt es ja auch nicht, Games für Windows ist ja nur eine Randerscheinung der Mircosoft'schen Xbox-Schau. Dennoch, und das ist seit Anno 1995 die alljährliche Lehre aus unseren E3-Besuchen: Der PC als Spieleplattform lebt und wird weiter leben. Ganz entspannt, während sich die Konsolenhersteller weiter bekriegen. PC-exklusive Spiele gibt es wie Sand am Meer, darunter vor allem welche im populären Strategie-Genre. Mal sehen, ob Epic mit seinen Plänen, Mods für die PS3-Version von UT3 zu ermöglichen, eine andere Stärke der PC-Spiele untergräbt. Bugs in Konslenspielen, die umständlich gepatcht werden müssen, kennen Xbox360 und PlayStation3 ja schon.
Wer ist nun der Gewinner? Möchte man besonders plump sein, könnte man sagen "die Spieler". Doch plump sein überlassen wir anderen. Ich persönlich sehe Microsoft als kleinen Gewinner, hauchdünn vor Nintendo und Sony. Denn die Xbox360 bietet das umfangreichste und kompletteste Paket. Wenn nicht das schlechte Image von Microsoft und die nicht mehr zu leugnenden Hardware-Probleme wären... So gesehen ist der Konsolenkrieg noch lange nicht entschieden.
