Geschichte der Konsolenhersteller: Microsoft (Teil 2)

Special Simon Fistrich

Das dritte Kapitel unserer großen Konsolen-History beleuchtet den Branchengiganten und Xbox-Macher Microsoft.

Der zweite Versuch

Geschichte der Konsolenhersteller: Microsoft (Teil 2) Mit deutlichem Vorsprung vor Marktführer Sony will Microsoft in die nächste Konsolengeneration starten. Um das zu bewerkstelligen, nimmt man jede Menge Risiken und Kosten auf sich. Auch wenn Geld bei diesem Projekt keine Rolle zu spielen scheint (der Konzern verliert mit der Abteilung, zu der auch die Xbox Division zählt, zwischen August 2002 und Juli 2007 etwa sechs Milliarden U.S.-Dollar), kämpft die Xbox360 ab dem Start mit Qualitätsproblemen. Dafür sind es die Amerikaner, die dem Videospielfan als erstes HD-Grafiken und downloadbare Spiele und Zusatzinhalte in das Wohnzimmer bringen. Xbox Live nimmt mit der 360 die nächste Evolutionsstufe, und das Live-Konzept wird Teil des Gesamtkonzerns. Obwohl sich die Lage für Microsoft in Japan mit dem neuen Gerät eher verschlechtert als verbessert, vermeldet das Unternehmen Ende 2006 bereits mehr als zehn Millionen ausgelieferte Konsolen weltweit. Neben der integrierten Kommunikation mit Windows-PCs setzt man im Oktober 2006 in den USA mit der Xbox360 einen weiteren Baustein der Geschäftsstrategie um: Internet-Fernsehen über Services von Microsoft, ein Dienst, der gegen Ende 2007 auch in Europa angeboten werden soll.

Daneben sorgen viele exklusive Vereinbarungen mit wichtigen Publishern für einen konkurrenzlosen Spielenachschub. Microsoft will Sony mit den eigenen Waffen schlagen, schließlich war es bei der PS2/Xbox1-Generation noch umgekehrt, hier hatte Sony Topserien exklusiv, allen voran “GTA”.

Doch auch wenn Microsoft aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben und bei der Xbox360 vieles richtig zu machen scheint, so bleibt der Konzern trotzdem hinter den selbst gesteckten Zielen zurück. Vor allem, als Ende 2006 Nintendo mit der neuen Wii-Konsole ganz ohne hoch auflösende Grafiken den Markt vollkommen auf den Kopf stellt. Mit einem neuen Interface und einem günstigen Preis holt Wii bereits im Sommer 2007 die Xbox360 in den Verkaufszahlen ein. Und 2008 dürfte auch die PS3 dank potenzieller Exklusiv-Blockbuster (“Killzone 2”, “MGS 4”...) richtig Gas geben. So steht am Ende die Frage, wie sich Microsoft auf lange Sicht gesehen positionieren wird. Eines scheint klar: Wer so viel Geld in einen Bereich pumpt, zieht sich nicht voreilig daraus zurück.

Morgen folgt der dritte Teil des dritten Kapitels unserer großen Konsolen-History. Unter anderem verraten wir Euch die Top 5 der besten Spiele für Microsoft-Konsolen, beleuchten die Multimedia-Fähigkeiten der Xbox360 und liefern ein Porträt von Peter Moore, dem Ex-Chef der Microsoft Spielesparte.

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