Geschichte der Konsolenhersteller: Microsoft (Teil 2)

Special Simon Fistrich

Das dritte Kapitel unserer großen Konsolen-History beleuchtet den Branchengiganten und Xbox-Macher Microsoft.

Dieser Artikel ist Teil unseres großen Specials "Die Geschichte der Konsolenhersteller". Alle Infos und das Inhaltsverzeichnis gibt es hier.

Let's go online

Geschichte der Konsolenhersteller: Microsoft (Teil 2) Obwohl die Internet-Fähigkeit von Segas Dreamcast zwar ambitioniert, aber nicht durchschlagend war, sollte gerade dieser Punkt einer der Eckpfeiler bei der Konzeption der Xbox sein. Im Gegensatz zur bereits gut positionierten Konkurrenz aus dem Hause Sony, der PlayStation2, sieht Microsoft genau in diesem Punkt einen Wettbewerbsvorteil. Exakt ein Jahr nach dem U.S.-Launch sehen sich die Spieler einem einzigartigen, schlüssigen Online-Konzept gegenüber, als Microsoft den Dienst Xbox Live startet. Gegen eine Jahresgebühr von 50 U.S.-Dollar beziehungsweise 60 Euro darf jeder Abonnent jederzeit in einem Spiel, das einen Online-Mehrspielermodus besitzt, über das Internet gegen andere Spieler antreten, Möglichkeit zum Voice-Chat inklusive.
Dabei hat das Unternehmen Glück, dass die Verbreitung der schnellen DSL-Anschlüsse rasend voranschreitet, denn dank der neuen Technik können alte Probleme vermieden und eine bessere Struktur aufgesetzt werden. Das hat gerade zu Beginn seinen Preis, denn Nutzer ohne Breitbandanschluss ans Internet bleiben rigoros außen vor, ebenso aber größere technische Probleme und Lags.

Trotz des einzigartigen Online-Konzeptes bleibt der Xbox größerer Erfolg verwehrt. Zwar verbucht man im Heimatland einen ordentlichen Achtungserfolg und schlägt weltweit am Ende mit knapp 25 Millionen verkauften Konsolen sogar Nintendos GameCube. In Europa schafft man sich aber nur eine kleine Fanbasis
– in Japan fällt das Gerät vollkommen durch.
Sicherlich ist die Marktmacht der PlayStation2, die bereits ein Jahr vor der Xbox gestartet war, der Hauptgrund für die schwache Marktpositionierung. Doch auch das klobige Äußere sowie relativ wenige hochwertige Exklusiv-Titel im Vergleich zur PS2 machen der Xbox das Konsolenleben schwer. Als nach und nach deutlich wird, dass die Xbox Sonys PS2 nicht wirklich in Bedrängnis bringt, beschwichtigt Microsoft, schließlich sei die Xbox nur ein erster Versuch auf dem Konsolenmarkt gewesen. Richtig bereit sei man mit der Nachfolgerin, der Xbox360, die das Unternehmen schließlich auf der E3 2005 vorstellt und gleich dazu
den Veröffentlichungstermin bekannt gibt: Im November und Dezember des selben Jahres werde das Gerät weltweit in allen drei wichtigen Territorien gelauncht – bis dato ein Novum in der Konsolenbranche.

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