Das Spiel mit der Angst

Special

Horror auf Konsolen - wir blicken zurück auf die Anfänge des Grusel-Genres: Vom 2D-Jump'n'Run bis zum Next-Gen-Actionspiel bringen wir Licht in in die dunklen Abgründe der Horrorspiele.

Silent Hill: Die skurrilen und abgefahrenen Monster waren schon immer ein Markenzeichen der gruseligen Spieleserie. Silent Hill: Die skurrilen und abgefahrenen Monster waren schon immer ein Markenzeichen der gruseligen Spieleserie. Dein Herz schlägt schneller, dein Atem geht flach. Du bist nervös, fühlst dich angespannt, beginnst zu schwitzen. Wir alle kennen sie, die typischen Symptome der Angst. Die Anzeichen für dieses Gefühl, das Menschen in Situationen realer oder auch eingebildeter Bedrohung empfinden. Unserem Körper ist es reichlich egal, ob uns ein Raubmörder mit einer Waffe bedroht, ob wir nachts mutterseelenallein über einen düsteren Friedhof wandern, oder ob wir "nur” den neuesten Videospielschocker zocken. Mit oben genannten Reaktionen warnt er uns vor Leichtsinn. Wir werden konzentriert und bereiten uns physisch wie psychisch auf eine unangenehme Situation vor. Eine Situation, in der wir unter Umständen mehr leisten müssen als im alltäglichen Leben.

Haunting Ground: Wer denkt, hier bahnt sich eine leidenschaftliche Affäre an, ist vollkommen falsch gewickelt. Haunting Ground: Wer denkt, hier bahnt sich eine leidenschaftliche Affäre an, ist vollkommen falsch gewickelt. Egal ob im Angesicht eines Verbrechers oder beim Spaziergang auf dem Totenacker -- kaum jemand käme auf die Idee, Angst als angenehmes Gefühl zu beschreiben. Wenngleich sich niemand freiwillig einer ernsthaften Bedrohung für Leib und Leben aussetzt, wir sogar versuchen, derlei tunlichst aus dem Wege zu gehen, begeben sich Menschen doch immer wieder ohne Notwendigkeit in Situationen, die Angst auslösen.

Wenn nämlich keine wirkliche Gefahr besteht, dann fühlen wir uns nach dem Durchstehen eines imaginären Schreckens stärker, mutiger und besser als zuvor -- selbst wenn alles nur ein Spiel gewesen ist...

Gänsehaut-Garantie

Unter "Grusel” verstehen wir vor allem in den Bereichen Literatur und Film all das, was uns das Fürchten lehren will. Vom Schauermärchen, das der Großvater seinen gebannten Enkelkindern im Schein des Kaminfeuer erzählt, bis hin zum Leinwandterror, der uns im Kino zusammenzucken lässt -- Gruseln gehört zur Unterhaltungskultur. Nicht zuletzt in Videospielen.

Clive Barker’s Jericho: Auch auf der kommenden PS3 werden wir auf Schocker nicht verzichten müssen. Clive Barker’s Jericho: Auch auf der kommenden PS3 werden wir auf Schocker nicht verzichten müssen. Angst und Schrecken sind in einem gewissen Maße individuell, jeder Mensch hat seine ganz persönlichen "Angstgegner”. Doch gibt es einen Themenbereich, der zumindest den meisten von uns Gänsehaut macht: Dazu gehört all das, was wir mit gesundem Menschenverstand nicht erfassen können, das Übernatürliche. Alles, was man nicht begreifen kann, regt die Phantasie an. So hat man früher für medizinisch unerklärliche Blutkrankheiten kurzerhand Vampire verantwortlich gemacht. Wenngleich heute kaum mehr jemand an Werwölfe oder Ketten rasselnde Gespenster glaubt, im Grunde greifen die Muster noch immer. Clevere Schriftsteller oder gewiefte Filmregisseure wissen genau, wie und mit welchen Mechanismen sie unsere Phantasie in Gang setzen und uns in Angst und Schrecken versetzen können.

Das Bitmap-Böse

Castlevania: In der bekannten Konami-Serie geht ihr immer wieder auf die Jagd nach Dracula. Castlevania: In der bekannten Konami-Serie geht ihr immer wieder auf die Jagd nach Dracula. In Literatur und Film hat der Horror eine lange Tradition. Im Universum der Computer- und Videospiele sieht das ein wenig anders aus: Während Weltraumballereien, Sportumsetzungen, Pixel-Hüpfereien und Fantasy-Abenteuer schon seit Beginn der 1980er-Jahre fest zum Software-Repertoire gehören, bevölkern Gruselgestalten erst seit ein paar Jahren die Bildschirme. Capcoms "Ghosts’n Goblins” zählte 1985 zu den ersten populären Schreckensspielen. Mit Schwert und Lanze zog Ritter Arthur gegen Vampire, Flugdämonen, Zombies und andere Schauerschergen zu Felde. Trotz klassischer Horrorbesetzung dürfte das Jump’n’Shoot bei keinem Daddler Gänsehaut hervorgerufen haben. Bunte Klötzchengrafik und ein actionbetonter Ablauf sind nun mal kaum geeignet, abgebrühten Zockern Angst zu machen. Gleiches gilt für Konamis "Castlevania”.

A Nightmare on Elm Street: Freddy Kruger schlich sich auch im Spiel in die Träume schlafender Jugendlicher. A Nightmare on Elm Street: Freddy Kruger schlich sich auch im Spiel in die Träume schlafender Jugendlicher. Die NES-Versoftungen der Kino-Blockbuster "A Nightmare on Elm Street” und "Friday the 13th” verhießen zwar erstklassigen Nervenkitzel, blieben aber deutlich hinter den Erwartungen der Fans zurück. Die blutleeren 08/15-Mixturen aus Hüpf- und Kampfspiel haben außer dem Namen nur wenig mit den berühmten Vorlagen zu tun. Erst die für damalige Zeiten extrem rabiate Metzelorgie "Splatterhouse” von Namco knüpfte 1988 zumindest in Sachen Gewaltdarstellung an Kinostandards an.

Erfolgreicher war ab Ende der 1980er Horrorworks, ein Sublabel des Herstellers Accolade, bei dem Versuch, nicht nur Bilder des Schreckens zu zeigen, sondern auch Schauerstimmung zu erzeugen. Wie der Firmenname andeutet, konzentrierten sich die Amerikaner mit Titeln wie "Personal Nightmare” oder zwei Werken rund um die U.S.-Fernseh-Ikone und Gruselmoderatorin Elvira auf Adventure-Kost mit starkem Gruseleinschlag.

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 08/2026 PCGH Magazin 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 08/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 08/2026 Raspberry Pi Geek 09/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk