Der erste Blick auf Borderlands 4 stimmt mich positiv - Bitte versemmelt es nicht, Gearbox
Special
Während einer eigenen State of Play wurder erstmals ausführliches Gameplay von Borderlands 4 gezeigt und auch Matthias hat da ganz genau hingeschaut.
Kinder, wie die Zeit vergeht. Es war am 1. Mai 2019, als ich in Los Angeles live vor Ort war, als Randy Pitchford und sein Team von Gearbox erstmals Borderlands 3 der Welt vorgestellt haben. Und weil sich Geschichte sehr gerne selbst zitiert, erfolgte die erste öffentliche Präsentation von Borderlands 4 nun fast auf den Tag genau sechs Jahre später. Klar war die Existenz des neuen Teils der Loot-Shooter-Reihe bereits seit einiger Zeit bekannt, aber jetzt haben wir erstmals Gameplay zu Gesicht bekommen.
Der Unterschied zu damals: Ich war nicht vor Ort und konnte es auch noch nicht spielen. Stattdessen haben die Entwickler diesmal im Rahmen einer exklusiven State of Play von Playstation rund 20 Minuten Einblick in das Spiel gewährt. Diese Präsentation habe ich als Fan der Reihe natürlich sehr aufmerksam verfolgt und sie mir inzwischen mehrfach angeschaut. Dabei habe ich bereits einige interessante Dinge über das Spiel gelernt, die mir schon gut gefallen.
Chaos auf Kairos
Mir gefiel dabei, wie die Entwickler mehrfach Aspekte angesprochen haben, die unterstreichen sollen, dass sie sich mit Borderlands 4 (jetzt kaufen / 65,09 € ) wieder mehr am übermäßig beliebten zweiten Teil orientiert haben. Ich hatte nicht wirklich viel an Borderlands 3 auszusetzen, aber ich kann verstehen, dass vielen Fans die Story aufgrund der Antagonisten mit ausgeprägtem Cringe-Faktor nicht gefiel, oder sie sich an der Space-Ausrichtung mit den vielen Planeten gestört haben.
Quelle: 2K Games
Der neue Teil soll dementsprechend wieder bodenständiger sein. Das beginnt damit, dass sich das Abenteuer auf einem einzigen Planeten abspielt. Dieser ist zwar nicht Pandora, sondern Kairos, aber das muss ja nichts Schlechtes sein. Mit dem Mond Elpis hängt immerhin noch ein Stück von Pandora am Himmel. Nachdem der Trabant während der Ereignisse von Borderlands 3 durch Lilith aus seiner Umlaufbahn geschleudert wurde, tauchte er über Kairos wieder auf und zerschmetterte dessen Schutzschleier, mit dem der tyrannische Zeitwächter den Planeten vor dem Rest der Galaxie verborgen hatte.
Diese Ereignisse erzeugten Chaos auf dem Planeten und stachelten die Bewohner zum Aufstand gegen ihren brutalen Herrscher an. Das klingt auf den ersten Blick ganz spannend, aber die Einblicke während der State of Play waren mir bei weitem nicht ausreichend, um da schon irgendeine Meinung dazu zu entwickeln.
Neue Helden braucht das Borderland
Es wird wieder vier spielbare Kammerjäger geben, von denen zwei in der Präsentation vorgestellt wurden. Mir hat dabei vor allem Vex, die neue Sirene, gefallen. Schon seit dem ersten Teil bin ich Fan dieser Magie-begabten Kämpfer. Lilith, Maya und Amara haben sich nicht zufällig zu Fan-Lieblingen entwickelt. Es hat mich gefreut zu sehen, dass die Entwickler mit Vex wieder einen neuen Spin gefunden haben, die Kräfte einer Sirene zu gestalten.
Das beginnt schon bei ihren Flügeln und dem schwarz-lilafarbenen Farbschema, mit dem sie eher an einen Dämon als einen Engel erinnert. Mit ihrer Phasenenergie kann sie sich selbst verstärken oder mächtige spektrale Verbündete herbeirufen. Zu sehen waren in der Präsentation eine Art Grim-Reaper-Geist mit Sichel und eine große Katze. Ich bin gespannt, ob es da noch andere Beschwörungen geben wird.
Quelle: 2K Games
Der zweite gezeigte Charakter Rafa verkörpert eine Form der Soldaten-Klasse. Sein besonderes Gimmick ist diesmal ein Exo-Suit, mit dem er unter anderem verschiedenste Waffen erschaffen kann. Gezeigt wurde ein ziemlich cool aussehender Wirbelangriff mit zwei Klingen am Ende jedes Arms. Die beiden anderen Kammerjäger Harlowe und Amon zeigt uns Gearbox hoffentlich bald in anderem Gameplay-Material.
Nicht ohne Claptrap
Worauf ich mich wieder sehr freue, ist der Fanservice, den Gearbox immer ausgiebig in Borderlands verteilt. Damit meine ich vorwiegend die Rückkehr bekannter Charaktere. Auch wenn einige ihn lästig finden, kann ich mir zum Beispiel kein Borderlands ohne Claptrap vorstellen. Der vorlaute Roboter mit dem völlig übertriebenen Selbstbild gehört einfach zur Serie dazu. Das gilt auch für Mad Moxxi, die ebenfalls wieder mit dabei ist.
Ansonsten waren noch Amara und Zane zu sehen. Ich bin wirklich gespannt, wer mich da noch so erwartet. Ich hätte da ja noch ein bis zwei Favoriten, die ich gerne wieder dabeihätte. Ebenso muss das Spiel aber natürlich auch mit seinen neuen Figuren überzeugen. In der Präsentation sprachen die Entwickler zwar kurz einen Charakter namens Rush an, aber mehr lernen wir über neue Figuren hier erstmal nicht.
Noch unentschieden bin ich, was ich von Echo-4 halten soll. Der kleine Drohnen-Roboter ist jetzt wohl immer an meiner Seite, um Dinge zu hacken, mir den Weg zum Questziel zu weisen und die Umgebung zu scannen. Gerade von so einer Scanfunktion halte ich häufig nicht viel, wenn dadurch das Open-World-Gameplay nur zu einem Spamming des Scanbuttons verkommt. Aber mal schauen, wie sich das darstellt, wenn ich es selbst spielen kann. Vielleicht ist er ja auch ein wirklich sympathischer Sidekick.
Bildergalerie
Besserer Loot
Sehr gut fand ich auch, dass die Entwickler das Thema Loot ausführlich angesprochen und dabei die Probleme des Vorgängers nicht verschwiegen haben. In Borderlands 3 hat das Spiel nur so mit legendären Gegenständen um sich geworfen, wodurch der stärkste Loot nichts Besonderes mehr war. Für den Nachfolger verspricht das Team von Gearbox überarbeitete Dropraten und damit die "bisher befriedigendste Jagd nach Loot".
Spannend ist auch das neue modulare Waffensystem, wodurch noch verrücktere Schießeisen spawnen können. Es können jetzt nämlich Bauteile von den verschiedenen Waffenherstellern miteinander kombiniert auftreten. Das sorgt für eine endlose Zahl an Effektkombinationen. Mich da reinzufuchsen, dürfte wieder ein großer Spaß werden.
Während der State of Play wurden noch weitere neue und verbesserte Features wie Ordonance-Waffen, das neue Gleiten und ein Einblick in die Skilltrees gezeigt. Die Präsentation war ein gelungener Querschnitt in das, was mich in Borderlands 4 erwarten wird. Was ich gesehen habe, war für mich sehr vielversprechend, und ich freue mich jetzt erst recht auf das Spiel. Ich hoffe, das Spiel kann diesen guten ersten Eindruck bestätigen, sobald ich es erstmals selbst spielen kann.
