Borderlands 3 in der Vorschau: Gewohnt spaßiges Gameplay mit frischen Ideen
Special 53,99 €
Wir waren auf dem großen Gameplay-Reveal-Event von Borderlands 3 zu Gast und hatten die Gelegenheit, das Spiel erstmals selbst zu spielen. In unserer Vorschau sprechen wir über Waffen, Loot, Skillbäume und was das Gameplay sonst noch so zu bieten hat.
Ganze fünf Jahre ist es her, seit mit dem Pre-Sequel der letzte Teil der Borderlands-Reihe erschienen ist. Lange Zeit fragten sich Fans, wann die Entwickler von Gearbox Software ihre beliebte Serie endlich fortsetzen. Immer wieder gab es Gerüchte und wenig versteckte Andeutungen seitens der Macher. Auf der Penny Arcade Expo im März haben Gearbox-Chef Randy Pitchford und sein Team endlich für Klarheit gesorgt. Borderlands 3 (jetzt kaufen / 53,99 € ) kommt - und zwar noch in diesem Jahr.
Entsprechend schnell nimmt nun auch die Marketing-Maschine zum Titel seine Fahrt auf. Als Teil der weltweiten Premieren-Präsentation des Gameplays von Borderlands 3, hat uns Publisher 2K Games nach Los Angeles eingeladen. Hier konnten wir einer einstündigen Präsentation der Entwickler beiwohnen, das Spiel ausführlich mit zwei der vier neuen Helden-Charaktere anspielen sowie interessante Gespräche mit den Machern führen.
Auf dieser Seite
Kinder der Schatzkammer
Zum Auftakt des großen Gameplay-Events betreten zunächst Gearbox-Chef Randy Pitchford und Creative Director Paul Sage die Bühne. Schließlich wollen die Macher es sich nicht nehmen lassen, die ersten je gezeigten Spielszenen aus Borderlands 3 selbst vorzustellen, bevor sie die hungrige Journalisten-Meute auf die Spielstationen loslassen. Dazu beschwört Pitchford natürlich auch die außergewöhnliche Bedeutung des Projekts. Bei Gearbox sei man sich der großen Erwartungen der Fans bewusst und hat versucht dem treu zu bleiben, was Spieler unter Borderlands verstehen. Dazu gehört auch der Verzicht auf Live-Service-Features und Mikrotransaktionen.
Inhaltlich machen die Entwickler keine halben Sachen. Borderlands 3 soll das größte Spiel der Reihe werden und mehr Bosskämpfe denn je bieten. Jedes große Abenteuer hat aber auch einen bescheidenen Anfang. Diesen präsentieren uns die Entwickler auf der Bühne mit Live gespieltem
Quelle: PC Games
In Borderlands 3 treffen wir nicht nur auf jede Menge bekannte Gesichter, sondern machen auch die Bekanntschaft mit diversen neuen coolen Charakteren.
Gameplay. Die gezeigten Szenen beginnen als der gespielte Kammerjäger auf Claptrap trifft, der ihm ein Echo-Gerät aushändigt. Dadurch wird das Interface mit Lebensbalken und Minimap aktiviert. Hier bleibt sich die Reihe also treu. Schließlich starteten auch die Vorgänger nach dem gleichen Schema. Schnell werden aber auch Unterschiede und Neuerungen deutlich.
Direkt ins Auge fällt die Grafik. Auf den ersten Blick sieht das Spiel nicht viel anders aus als man es von den bisherigen Spielen gewohnt ist. Aber gerade in Bewegung werden die Fortschritte deutlich. Die Welt sieht detailreicher aus, Bild sowie Texturen wirken deutlich schärfer. Den Entwicklern ist dabei allerdings erstaunlich gut gelungen den einzigartigen Artstyle von Borderlands aufrecht zu erhalten. Bis zum Release besteht aber auch noch Optimierungsbedarf. So haben wir trotz der potenten AMD-Präsentationsrechner vereinzelte Texturnachlader beobachtet. Davon abgesehen wirkten die von uns gespielten Spielabschnitte aber schon erstaunlich poliert.
Das Spiel beginnt damit, dass Lilith als Anführerin der Crimson Raider neue Kammerjäger sucht, die ihr beim Kampf gegen die Children of the Vault beistehen. Dabei handelt es sich um einen fanatischen Kult unter der Führung Zwillinge Tyreen und Troy Calypso. Tyreen ist in der Lage die Lebenskraft aus allen lebenden Dingen zu saugen. Also macht sie sich mit ihren Anhängern auf die Suche nach den Vaults, um sich die Macht der Schutzkreaturen dieser Schatzkammern einzuverleiben. Als Kammerjäger haben wir natürlich etwas dagegen. Soweit wir das in der Kürze der Zeit bislang sehen konnten, kommt dabei auch der typische Borderlands-Humor nicht zu kurz. Allein schon die Tatsache, dass Hauptgegenspielerin Tyreen Calypso im Grunde nur eine völlig überzeichnete Version eines Streams/Influencers darstellt, zeigt, wie wenig sich das Spiel selbst ernst nimmt.
Quelle: PC Games
Hier haben wir eine Schrotflinte ausgerüstet, die zwischen Schock- und Feuer-Schaden hin und herwechseln kann. (Siehe Einblendung über dem Granatensymbol)
Mehr als nur eine Waffe
In der ersten Mission gilt es unter der fachkundigen Führung von "General" Claptrap eine Basis des Gegners zu infiltrieren. Aber keine Sorge, Borderlands verkommt nicht zu einem Schleichspiel, auch wenn Claptrap einen unbeholfenen Versuch unternimmt, sich anzuschleichen. Schlussendlich muss aber auch der kleine Roboter zugeben, dass "es eher ungewöhnlich für Pandora wäre, wenn nichts explodiert". Entsprechend geht es auch in Borderlands 3 wieder um abgefahrene Action mit jeder Menge durchgeknallter Waffen.
Quelle: PC Games
Elemente spielen wieder eine wichtige Rolle. Hier beschießen wir eine Gruppe Ratch mit korrosiven Geschossen.
Neu ist dabei, dass einige der Knarren jetzt über zwei Schussmodi verfügen. So zeigten die Entwickler während der Präsentation eine Pistole die sowohl normale Kugeln als auch kleine Miniraketen verschießen kann. Während der Anspielsession haben wir unter anderem ein Gewehr gefunden, bei dem wir zwischen Schock- und Feuerschaden wechseln konnten. Auf diese Weise steht dem Spieler mehr Optionen im Kampf zur Verfügung, ohne die ausgerüsteten Waffen wechseln zu müssen.
Die Elemente spielen auch diesmal wieder eine große Rolle und sie funktionieren genau wie man es aus den Vorgängern kennt. Nicht mehr dabei ist allerdings das Slag-Element, das in den Augen der Entwickler zu stark war und für die meisten Builds zum Einsatz gekommen ist. Als Ersatz wurde nun das Radioaktiv-Element eingeführt. Damit getroffene Gegner erleiden Schaden über Zeit und Strahlen auf in der Nähe befindliche Kollegen ab. Außerdem explodieren die betroffenen Feinde sobald sie sterben.
Loot für alle
Ein weiterer wichtiger Aspekt bei den Waffen in Borderlands sind die verschieden Hersteller und welche Unterschiede das mit sich bringt. So sind Knarren von Torgue vor allem dafür bekannt, dass sie hohen, häufig explosiven, Schaden verursachen, während S&S-Waffen zum Beispiel für hohe Magazin-Kapazitäten bekannt sind. Diese Unterschiede zwischen den einzelnen Herstellern sollen nun noch deutlicher auffallen. Schön zu sehen ist
Quelle: PC Games
Es gibt nicht nur Waffen mit Beinen, sondern auch Gehirne mit Beinen. Diese entstehen aus einer legendären SMG beim Nachladen, die wir bei einem KI-Boss gefunden haben.
das vor allem bei den Schießeisen von Tediore. Anstatt sie beim Nachladen einfach nur wie eine Granate wegzuwerfen, werden auf diese Weise nun die schon im Trailer angedeuteten "Waffen auf Beinen" beschwört und sorgen so für zusätzliche Feuerkraft und Ablenkung auf dem Schlachtfeld.
Es machte schon in den drei Stunden Spielzeit, die uns auf dem Event zur Verfügung standen, eine Menge Spaß mit all den verschiedenen Waffenarten herumzuexperimentieren. Denn wie gewohnt schüttet uns das Spiel förmlich mit Loot zu, sodass wir ständig vor neuen Möglichkeiten stehen. Neben Geld, Munition und Waffen gehören zum Loot auch wieder die unterstützenden Gegenstände zur Ausrüstung des Charakters. Schilde sowie Granaten- und Klassenmods sind wieder mit von der Partie. Außerdem hatten wir noch einen vierten Ausrüstungsslot, deren Funktion wir in der Demo jedoch noch nicht erkennen konnten.
Eine interessante Neuerung in Sachen Loot gibt es für Spieler, die Borderlands 3 gerne im Koop erleben. Die Entwickler nennen das System "Instanced Loot". Das bedeutet nicht weniger, als dass jeder Spieler seinen eigenen, an sein persönliches Level angepassten Loot erhält. Auf diese Weise soll es keinen Kampf mehr unter Mitspielern um die beste Beute geben. Wer aber nach wie vor nach dem alten System spielen möchte, kann das im sogenannten Classic-Mode machen.
Quelle: PC Games
Amara führt als Sirene mächtige Phasenskills in den Kampf. Im Skilbaum erkennt ihr links und rechts Elemente, Augmentierungen und neue Actionskills, die mit dem Erreichen der jeweiligen Baumstufe freigeschaltet werden.
Fähigkeiten sorgen für Action
Aber natürlich geht es den Gegnern nicht nur mit allerhand Feuerkraft an den Kragen. Die vier Kammerjäger bringen auch wieder ihre ganz speziellen Fähigkeiten in Form von Actionskills in Spiel. Davon gibt es diesmal gleich eine ganze Hand voll. Drei dieser Fähigkeiten stehen jedem Charakter zu Beginn zur Auswahl, von denen eine aktiv ausgerüstet und in den Kampf mitgenommen werden kann. Zu jeder dieser drei Startskills gehört ein eigener Skilltree. Mit jedem Stufenaufstieg gibt es wie üblich Fähigkeitspunkte, die in den jeweiligen Bäumen in passive Verbesserungen investiert werden. Dadurch schaltet man mit der Zeit aber auch weitere Actionskills sowie Augmentierungen und Elementarverbesserungen frei.
Mit letzteren lassen sich die Wirkungsweise der einzelnen Fähigkeiten verbessern. So bietet jeder Charakter bereits für sich genommen eine breite Spanne an Spielweisen. Selbst ausprobieren konnten wir das bisher mit der Sirene Amara und dem Operative Zane. Wie für ihre Art bekannt, setzt Amara natürlich auf Phasen-Fähigkeiten. Ihre Startfähigkeiten sind folgende: Phasecast sendet eine astrale Projektion nach vorne aus, die an allen
Quelle: PC Games
Der Digi-Klon von Zane ist ein sehr nützliches Spielzeug, um Gegner abzulenken und sich selbst schnell aus einer Gefahrenzone zu befördern.
Gegnern Schaden in ihre Weg zufügt. Bei Phaseslam springt Amara in die Luft und schlägt hart auf dem Boden auf, was Gegner im Umkreis um wirft und Schaden zufügt. Mit Phasegrasp beschwört die Sirene eine Faust aus dem Boden, die einen Gegner für ein paar Sekunden festhält.
Zane setzt dagegen vor allem auf nützliche Gadgets. Mit dem SNTNL schickt er eine Drohne in den Kampf, die selbstständig über das Schlachtfeld fliegt und Gegner mit einem Geschütz angreift. Besonders für Gruppenspiel nützlich ist die Barriere, die Zane vor sich aufbaut und alle ankommenden Geschossen abfängt. Verbündete können jedoch hindurch schießen und je nach Modifikator ihren Kugeln damit noch verschiedene Boni mitgeben. Die dritte Fähigkeit des Operative ist der Digi-Clon, bei dem eine Hologramm-Kopie von Zane erzeugt wird, die Feinde nicht nur ablenkt, sondern auch angreift. Außerdem kann Zane auf Knopfdruck mit dem Klon die Position tauschen. Das besondere an Zane ist, dass er zwei Actionskills gleichzeitig ausgerüstet haben kann. Das bedeutet allerdings auch, dass er dadurch auf Granaten verzichten und der Spieler Skillpunkte in zwei Bäumen verteilen muss, um die Fähigkeiten effektiv zu nutzen.
Auf zu neuen Welten
Zum Einsatz kommen abgefahrene Waffen und Skills in Borderlands 3 aber nicht nur auf Pandora. Erstmals in der Reihe verlassen wir das Pandora-System und reisen auf fremde Welten. Wie gut, dass uns diesmal ein Raumschiff als zentraler Hub des Spiels dient. Die Sanctuary III ist immer wieder Anlaufstelle zwischen einzelnen Abenteuern wo wir mit NPCs quatschen, Händler besuchen und uns in unser privates Quartier zurückziehen, das wir sogar mit einigen Objekten ausstatten können. Natürlich darf in einem Borderlands-Hub eine Bar von Mad Moxxi, der Waffenladen von Markus Kinkaid und eine goldene Kiste nicht fehlen. Auch diverse andere bekannte Figuren wie Sir Hammerlock, Patricia Tannis und Ellie haben auf dem Schiff eine Funktion.
Quelle: PC Games
Willkommen auf Promethia, Heimatwelt der Atlas Corporation.
Auf der Brücke steuern wir schließlich andere Welten an. Wie viele das am Ende sein werden, wollten die Entwickler leider noch nicht verraten. Gezeigt wurde uns lediglich Prometheus, die Heimatwelt der Atlas Corporation. Diese befindet sich derzeit im Belagerungszustand durch die Maliwan Corporation, weil die feindliche Übernahme von Unternehmen findet im Borderlands-Universum nun einmal per Krieg statt. Die Reise auf andere Planeten findet allerdings nicht wie zum Beispiel bei Mass Effect auf einer großen Galaxiekarte statt. Stattdessen wählen wir auf der Brücke einfach ein Schnellreise-Ziel aus. Der Flug dorthin wird dann aber immerhin ganz schick animiert.
Auf Prometheus angekommen machen wir schnell die Bekanntschaft mit Lorelei, einer Kommandeurin der Atlas-Streitkräfte, und treffen wenig später auch auf Rhys, einem der beiden Protagonisten von Tales from the Borderlands. Kenner des Telltale-Adventures dürfte es wenig überraschen, Rhys auf Prometheus anzutreffen, schließlich ist er seit seinem Abenteuer auf Pandora niemand geringeres als der CEO von Atlas. Natürlich müssen wir ihm zunächst bei der Verteidigung des Planeten unter die Arme greifen, bevor wir Hilfe bei der Suche nach den Vaults erwarten können.
Weltraum-Schrauber
Zwischen den Missionen bewegen wir uns wie so häufig mit Fahrzeugen durch die Gebiete. Diese bieten verschiedenste Anpassungsmöglichkeiten, von der Art des Gefährts, über die Bewaffnung, bis hin zu Farbe und Lackierung. Das Besondere dabei: Wir können jetzt die Gefährte von Gegnern übernehmen. Sobald wir diese in eine Catch-A-Ride-Station fahren, schalten wir alle bis dahin noch nicht bekannten Bauteile frei, die in den Feindfahrzeugen verbaut sind. Spielerisch unterscheiden sich die Karren vor allem in der Zahl der transportierbaren Spieler. So kann das Unicycle logischerweise nur von einer Person gefahren werden. Entsprechend leicht ist die Bewaffnung. Dafür ist es etwas schneller und wendiger als der zweisitzige Outrunner.
Quelle: PC Games
Fahrzeuge können wir umfangreich ausstatten und individualisieren.
Ebenfalls nicht unerwähnt bleiben, sollten diverse kleinere aber nicht minder bedeutende Änderungen. So stellten wir fest, dass man sich als geschlagener Spieler auf Suche nach der zweiten Chance jetzt immerhin leicht bewegen kann. Außerdem ist es jetzt von Vorteil, in der Nähe von Verbündeten zu kämpfen. Denn auch NPCs sind jetzt in der Lage, uns wieder zu beleben. Für bessere Schadenseinwirkung auf den Gegner lassen sich jetzt Deckungen zumindest teilweise zerstören. Die bekannten Herausforderungen sind zurück und wurden nun sogar um spezifische Challenges für jede Welt ergänzt. Dabei geht es vor allem um das Sammeln von bestimmten Sammelgegenständen wie den Tagebuch-Einträgen des ersten Vault Hunters und anderen.
Auch nach dem Abschluss der Handlung soll der Spieler an Borderlands 3 noch seine Freude haben. Dafür sollen nicht nur die gewohnten DLCs nach dem Launch beitragen, sondern auch ein richtiges Endgame. Wie das genau aussieht, wollten die Entwickler aber noch nicht verraten. Im Spielmenü konnten wir jedoch schon erkennen, dass nach dem Ende der Story ein sogenanntes Guardian-Rank-System freigeschaltet wird. Was bleibt ist auf jeden Fall der Eindruck eines Spiels, das auf dem richtigen Weg ist. Viele coole Ideen frischen die bekannte Formel an einigen Stellen auf, ohne dass das Spiel zu sehr von seinen Wurzeln abweicht. Es wird keine Revolution, weder für die Reihe noch für das Genre, aber eine gesunde Evolution dessen, was Borderlands sein möchte und ausmacht.
