Borderlands 4 selbst gespielt: Rafa, Loot-Mania und ein Boss, der mich zerstört hat

Special Matthias Dammes
Borderlands 4 selbst gespielt: Rafa, Loot-Mania und ein Boss, der mich zerstört hat
Quelle: 2K Games / PC Games

Wir haben 2K Games besucht und konnten erste Stunden in Borderlands 4 erleben. Matthias berichtet von einem Vault-Dungeon, Loot und Kammerjäger Rafa.

Tja, da bin ich schon wieder mit Borderlands 4. Wie in meiner Vorschau vor wenigen Tagen angekündigt, musste ich alles, was ich beim Anspielevent gelernt habe, aufgrund von verschiedenen Embargos für verschiedene Inhalte auf zwei Previews aufteilen.

Heute geht es um den zweiten Teil des Events, bei dem ich einen sogenannten Vault-Dungeon ausprobieren konnte. Außerdem habe ich den Charakter gewechselt und mich erstmals mit dem Kammerjäger Rafa vertraut gemacht.

Rafa, der Soldat

Der Speicherstand der Anspieldemo lädt mich direkt an den Anfang des sogenannten Primordial Vaults. Ich kann also nicht sagen, wie diese Dungeons ins Gesamtspiel integriert sind und welche Voraussetzungen man dafür benötigt. Es scheint sich jedoch um Inhalte zu handeln, die man erst mit einem fortgeschrittenen Charakter betreten kann. Ich beginne meinen Beutezug durch die Kammer beispielsweise mit einem Rafa auf Stufe 20.

Im Gegensatz zur offenen Spielwelt ist der Dungeon ziemlich linear aufgebaut und ich kämpfe mich im Grunde von einer Gegnerhorde zur nächsten durch. Mein Rafa setzt dabei auf seinen Actionskill "Peacebreaker Cannons". Wenn ich diesen auslöse, aktivieren sich Geschütztürme auf seinen Schultern, die automatisch alle Feinde vor meinem Fadenkreuz aufs Korn nehmen. Ein Skill ganz nach meinem Geschmack, da er im Grunde auf Knopfdruck meinen Schadens-Output deutlich erhöht, ohne dass ich zusätzlich irgendetwas machen müsste.

Mit Rafa bekomme ich zudem erstmals einen Vorgeschmack auf die neue Vielseitigkeit bei den sogenannten Ordinance-Waffen. Alles, was von den typischen Waffenarten wie Sturmgewehr, Pistole und so weiter abweicht, teilt sich jetzt einen festen Slot. Das gilt für Granaten, Raketenwerfer, neue Wurfgeschosse wie Messer und allgemein alles, was groß ist und Bumm macht. Damit blockieren schwere Waffen keinen der vier eigentlichen Waffenslots mehr. Im Gegenzug muss ich mich aber zwischen Granaten und anderem schwerem Gerät entscheiden.

Loot und noch mehr Loot

Wenn wir schon bei Ausrüstung sind, kann ich an dieser Stelle auch was zur Beute sagen. Als Loot-Shooter ist diese in Borderlands 4 (jetzt kaufen / 65,09 € ) natürlich wieder ein zentraler Bestandteil des Spielerlebnisses, und im Vault-Dungeon finde ich jede Menge davon. Das alte Borderlands-Versprechen von Gazillionen von Waffen haben die Entwickler mit dem neuen Teil noch einmal auf die Spitze getrieben.

Die Schießeisen gibt es wieder von den bekannten und einigen neuen Herstellern. Allerdings werden diesmal verschiedene Teile der Waffe individuell einem Hersteller zugewiesen. So kann ich ein Gewehr finden, das zum Beispiel aus einem Lauf von Jacobs, einem Abzug von Tediore und einem Visier von Mailwan besteht. Entsprechend wild zusammengewürfelt können auch die Eigenschaften und Fähigkeiten der Waffen ausfallen, was in der Gesamtrechnung noch viel mehr verschiedene Knarren möglich macht als ohnehin schon.

Weitere Veränderungen beim Inventar- und Gegenstandssystem umfassen unter anderem die neuen Repkits. Das ist eine auf Cooldown funktionierende Heilfähigkeit, die die bisherigen in der Welt zu lootenden Heilspritzen ersetzt. Im Inventar habe ich einen eigenen Slot für die Repkits, in den ich verschiedenste Varianten mit unterschiedlichen Werten und Effekten einsetzen kann. Zu guter Letzt gibt es noch drei Enhancement-Slots, in die diverse Verbesserungen, darunter Klassenmods, eingesetzt werden können.

Schweres Bossmonster

Während ich mich so durch den Dungeon kämpfe, wirft mir das Spiel Unmengen an Gegnern in den Weg. Das wird bisweilen schon mal ziemlich herausfordernd. Zum Glück ist die bekannte "Fight for your Life"-Mechanik wieder mit an Bord. Dabei habe ich ein paar Sekunden Zeit, nach dem Verlust aller Lebenspunkte noch einen Kill zu landen, um mir so eine zweite Chance zu erarbeiten. Ob und in welchem Umfang es im Spiel Schwierigkeitsgrade geben wird und auf welcher Stufe ich beim Event gespielt habe, ist mir leider nicht bekannt.

Dass es aber vermutlich nicht die niedrigste Stufe war, wurde mir dann schnell beim Endboss des Dungeons vor Augen geführt. Am Ende der Kammer erwartete mich Inceptus, der Primordial Guardian dieser Vault. Und, Junge, hat der Kerl ausgeteilt. Mit weitreichenden Angriffen durch seine Schwänze und Arme hat er mich immer wieder mit heftigem Schaden getroffen. Das alles, während ich versuchte herauszufinden, wie dem Ungetüm denn am besten Schaden zuzufügen ist.

Bildergalerie

Über 20 Minuten habe ich mir an dem Boss die Zähne ausgebissen - ohne Erfolg. Da muss ich im fertigen Spiel definitiv noch ein wenig üben oder einen besseren Build bauen, wofür während des Events nicht wirklich Zeit war. Der Kampf ist aber ein gutes Vorzeichen für packende Herausforderungen, vor allem da Borderlands 3 bei vielen ja als viel zu leicht wahrgenommen wurde. Dass es auch in diesem Fall machbar ist, hat zumindest ein Kollege während der Anspielsession unter Beweis gestellt.

Technik und Fazit

Die Entwickler von Gearbox setzen bei Borderlands schon traditionell auf die Unreal Engine. Das bleibt auch bei Borderlands 4 der Fall. Diesmal kommt daher die fünfte Iteration des Grafikmotors von Epic Games zum Einsatz. Davon soll vor allem die Beleuchtung profitieren und es soll ausschweifende, wunderschöne Landschaften ermöglichen.

Von dem, was ich bisher vom Spiel gesehen habe, gelingt das den Entwicklern auch ziemlich gut. Dabei erhalten sie aber auch den typischen Borderlands-Look mit seinem Cel-Shading-Stil, der jetzt nur eben noch schärfer und klarer aussieht. Aber für Realismus kommt ja ohnehin niemand zu Borderlands.

Bis zum Release sollten die Entwickler noch ein wenig Arbeit in die Optimierung stecken. Auf unseren Vorschau-PCs lief das Spiel zwar die meiste Zeit schön flüssig, aber gelegentlich konnten wir kleinere Einbrüche bei der Performance beobachten.

Alles in allem waren die ersten Stunden in Borderlands 4 aber durchaus gelungen. Vieles ist mir als Veteran der Reihe sofort vertraut und das mag ich sehr. Die Formel von Borderlands hat ihren ganz eigenen Charme, so dass zu viele Abweichungen davon eher störend sein könnten. Ich bin jedenfalls bereit, wieder auf die Jagd nach epischen Vaults und mächtigem Loot zu gehen.

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