Bloody Roar: Ein legendäres Spiel wird wohl niemals zurückkehren - der Grund dafür ist tragisch ...

Special Yannik Cunha
Bloody Roar: Ein legendäres Spiel wird wohl niemals zurückkehren - der Grund dafür ist tragisch ...
Quelle: PC Games

Wo ist eigentlich Bloody Roar? Oder sein Director? Und was hat Konami damit zu tun? Was aus der Serie wurde, und warum, erkläre ich euch in diesem Artikel!

Als Kind gab es für mich fast nichts Besseres, als mir mit meiner Schwester in Bloody Roar gegenseitig das Fressbrett zu polieren. Klar, auch Tekken und Soul Calibur waren uns immer ein Begriff, aber Soul Calibur war allein schon durch den Fokus auf die verschiedenen Waffen etwas ganz anderes.

Tekken hat ganz einfach abgestunken, weil man sich dort nicht, wie in Bloody Roar, während des Kampfes in einen stylischen Tiermenschen verwandeln konnte. Wieso sollte ich Steve Fox spielen, der boxt, wenn ich auch Yugo spielen kann, der ebenfalls boxt, aber sich kurzerhand in einen Wolf verwandeln kann?

Das war auch das herausstechende Merkmal in Bloody Roar: Wir hatten ein Biest-Meter, mit dem wir uns mitten im Kampf mithilfe eines mächtigen Schreis in eine Bestien-Gestalt unseres Charakters verwandeln konnten.

Sheena der Leopard gewinnt. Quelle: PC Games Das hat uns nicht nur mehr Combos ermöglicht, sondern auch unseren allgemeinen Schaden erhöht und spezielle Fähigkeiten freigeschaltet. Aber hauptsächlich ist das Feature einfach saucool. Unter den spielbaren Charakteren waren Dinge wie der brutale Wolf-Boxer, eine Fledermaus-Agentin und ein Maulwurf. Ja, ein Maulwurf, um genau zu sein sogar ein Ninja-Maulwurf, der überraschend bedrohlich aussah.

Aber ich rede hier die ganze Zeit von der Vergangenheit, woran liegt das? Bloody Roar erschien das letzte Mal im Jahre 2003. Die Fans, so wie ich auch einer bin, heulen dem Spiel, ganz ohne Wolf-Form, bis heute hinterher. Da frage ich mich doch: Warum wurde die Produktion der Spiele-Reihe überhaupt eingestellt?

Normale Fighter sind langweilig!

Dazu ist es erst einmal wichtig zu wissen, wer das Spiel entwickelt hat. Das war nämlich ein Japaner namens Kenji Fukuya. Der hat 1997 in seinen Zwanzigern mit seinem Team Raizing (heute Eighting) das Arcade-Game Beastorizer für den Publisher Hudson Soft entwickelt. Fukuya war beim Entwickler als Director des Spiels tätig. Beastorizer ist nicht weniger als der erste Teil von Bloody Roar für die PS1, nur dass es eben in den Arcades noch anders hieß, bevor es dann für die Konsole portiert wurde.

Fukuya fand die Idee von normalen Mensch-gegen-Mensch-Kämpfen recht langweilig und wollte lieber etwas Spezielles entwickeln. Er dachte dabei erst einmal an sowas wie Dragon Ball und die ganzen Verwandlungen, die es dort gibt.

Jenny die Fledermaus gegen Long den Tiger Quelle: PC Games Zum Glück kam Hudson Soft mit dem Konzept zu Bloody Roar um die Ecke, von dort an arbeitete Kenji Fukuya exklusiv im Team für Bloody Roar. Er war bis zum Schluss der Haupt-Director, wobei ihm bei den ersten zwei Titeln noch Susumu Hibi beistand, der kam damals aus dem Hause Eighting und war vorher für zwei Bomberman-Spiele zuständig. Zukünftig half er bei Bloody Roar nur noch bei der Qualitätssicherung und dem Produkt-Management.

Die Prügler unter der Leitung von Kenji Fukuya kamen allesamt sogar ziemlich gut bei Kritikern und Presse an. Das Kämpfen wurde von Teil zu Teil einsteigerfreundlicher, es wurden immer wieder kleine Stellschrauben gedreht, damit wir eine frische Erfahrung geboten bekommen, es wurden neue Charaktere hinzugefügt und alten ein frisches, modernes Design verpasst.

Die Serie hat sich also in jeder Hinsicht immer weiterentwickelt, was nicht zuletzt an Fukuya und seinem Team lag, das wohl genauso motiviert war, die Serie weiterzubringen, wie der Director selbst.

Kenji Fukuya

In Interviews sprach Kenji Fukuya immer wieder darüber, dass er gerne mehr Zeit gehabt hätte, um die jeweiligen Bloody-Roar-Teile zu entwickeln. Anscheinend gab es ziemlichen Druck vom Publisher, immer wieder neue Fighting Games zu produzieren, anstatt eines komplett zu polieren. Das war damals jedoch ganz normal für Prügelspiele, die Tekken-Reihe brachte beispielsweise zwischen 1994 und 2001 fünf verschiedene Spiele hervor.

Director von Bloody Roar Kenji Fukuya Quelle: bloodyroar.fandom.com Außerdem redete der Entwickler gerne über verschiedene Ideen wie Kampfmechaniken, neue Charaktere und auch Tierideen für diese. Dazu befragte er auch die Community in Form von Online-Umfragen.

Genauso gab es wohl Diskussionen innerhalb des Entwicklerteams, weil jeder eine neue, coole Idee für eine Tier-Transformation hatte. In einem Interview im Jahre 2000 behauptete er sogar, es würde kein Ende zu Bloody Roar geben und er werde es für immer weiterentwickeln. Das bestärkt nur, wie sehr er die Spieleserie liebte und mit welcher Leidenschaft er daran arbeitete.

Er war offensichtlich Fan seines eigenen Spiels, ein so großer sogar, dass er unter dem Namen "Beast King" an verschiedenen, japanischen Turnieren von Bloody Roar teilnahm und sich dort auch gut gegen die anderen Pro-Spieler behaupten konnte.

Des Weiteren wissen wir nur aus Interviews, dass er wohl ein, und ich zitiere, "hard drinker" sei und, dass wenn er sich in ein Biest verwandeln könnte, das ein Elefant wäre. Macht mit den Informationen was ihr wollt, ich würde jedenfalls gerne einmal mit Fukuya einen trinken gehen und ihn zum 1v1 herausfordern. Wenn Bloody Roar kein Misserfolg war und anscheinend ein so passioniertes Entwicklerteam hinter sich hatte, wie konnte es dann aber doch zum Ende der Serie kommen?

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