Bleeding Edge gespielt: Können die Hellblade-Macher auch Multiplayer-Action?

Special Matti Sandqvist
Bleeding Edge gespielt: Können die Hellblade-Macher auch Multiplayer-Action?
Quelle: Microsoft

Auf der gamescom 2019 konnten wir eine kurze Partie Bleeding Edge ausprobieren. Wer von dem Multiplayer-Melee-Titel noch nichts gehört hat: Hinter dem vielversprechenden Spiel steht Entwickler Ninja Theory, der 2017 mit Hellblade: Senua's Sacrifice einen riesigen Erfolg gefeiert hat und auch durch die Devil-May-Cry-Reihe bei Gamern bekannt ist.

Mit Bleeding Edge geht Ninja Theory im Vergleich zu Hellblade in eine komplett andere Richtung. Der auf Nahkampf getrimmte Multiplayer-Titel will vor allem eins: unterhalten. Wer hier ein tiefgründiges Abenteuer erwartet, ist einfach fehl am Platze. In Bleeding Edge stürzen wir uns mit einem vierköpfigen Team in Gefechte, in denen wir - je nach Modus natürlich - etwa Fahnenpunkte halten müssen oder und feindliche Kämpfer ausschalten. Die Besonderheit von Bleeding Edge (jetzt kaufen 18,47 € ) ist seine Riege an illustren Charakteren, für die wir uns vor - und auch während - einer Schlacht entscheiden. Insgesamt gibt es zum Start zwölf der Helden. Die Haudegen sind in drei Klassen unterteilt: Tank, Assassine und Support. Die Unterteilung dürfte Online-Spielern vertraut vorkommen, wobei Bleeding Edge aber in jeder Klasse Kämpfer hat, die auch zwei Rollen übernehmen können. Zero Cool ist zum Beispiel ein Support-Charakter, der sein Team mit einer Feuerwand unterstützt, kräftig mit seiner Arcade-Gun austeilt, aber auch verletzte Kämpfer heilen kann. Makutu wiederum ist ein Tank, der eine gewisse Ähnlichkeit mit einem japanischen Sumoringer hat. Wie es sich für seine Klasse gehört, kann er einige Treffer einstecken, aber auch Teammitglieder heilen und sie obendrein auch schneller machen. Sein Special ist eine Attacke, mit der er sich in eine Kugel verwandelt und Feinde niederwälzt.
Während unserer Gamescom-Session haben wir uns erfolgreich gegen ein anderes vierköpfiges Team geschlagen und hatten jede Menge Spaß dabei. Grafisch erinnert Bleeding Edge ein wenig an Sunset Overdrive und bietet uns auch futuristisch wirkende, mittelgroße Multiplayer-Karten. In dem von uns gespielten Gefecht ging es darum, als erste 500 Tickets zu erreichen, indem man drei Fahnenpunkte eroberte und hielt. Wir haben während der Partie mehrmals unsere Kämpfe ausgetauscht, um herausfinden zu können, wie unterschiedlich sie sich spielen. Hier müssen wir sagen, dass wir innerhalb einer halben Stunde längst nicht alle ausprobieren konnten und ihre Fähigkeiten nicht unbedingt immer optimal kombiniert haben. Das ist aber auch gut so, denn so dürfte Bleeding Edge auch nach vielen Wochen noch begeistern, wenn man so langsam alle Kämpfer gut kennt und ihre Specials genau im richtigen Moment anwendet.

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Uns hat neben den abgefahrenen Kämpfern vor allem das Teamplay begeistert. Dadurch, dass die zum einen die Anzahl der Spieler eingeschränkt ist und jeder eine feste Rolle einnimmt, kommt es in Bleeding Edge sehr stark darauf an, dass man sich gut abspricht. Wenn alle Kämpfer sich zum Beispiel auf den feindlichen Support stürzen und ihn ausschalten, können die Gegner sich nicht heilen. Das geht noch einfacher von der Hand, falls die Teamkameraden sich gegenseitig mit Buffs unterstützen, die etwa den ausgeteilten Schaden erhöhen oder die Feinde verlangsamen. So oder so wird es aber trotz der relativ kleinen Teams mitunter recht chaotisch. Das liegt unter anderem aber an der Optik, die wir mal als etwas überladen mit Effekten bezeichnen würden. Wir gehen aber auch davon aus, dass man mit der Zeit sich auch an die grelle Grafik gewöhnt und das Microsoft-exklusive Bleeding Edge Titeln wie Overwatch oder Apex Legends Konkurrenz machen wird. Ob die Alleinstellungsmerkmale - spricht die unterschiedlichen Helden und der Fokus auf Nahkampf - am Ende reichen werden, das können wir erst nach Erscheinen nächstes Jahr sagen.

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