Angetreten zum Gottesdienst! Werden Sie zum allmächtigen Wesen und beweisen Sie sich als gewiefter Denker und gewitzter Dompteur.
Um Ihr Reich und somit den Wirkungsbereich Ihrer außerordentlichen Kräfte zu vergrößern, müssen Sie sich gewissenhaft um das Wohlergehen Ihres Stammes kümmern. Wie man eine blühende Stadt aufbaut, wird Ihnen in einem ausführlichen Tutorial von einem sanftmütigen Engel-Opi und einem vorwitzigen Teufelchen erklärt. Mit der Maus steuern Sie eine Ihrer überdimensionalen Götterhände. Auf Knopfdruck schnappen Sie sich ein verdutztes Männlein oder Weiblein und setzen es an anderer Stelle wieder ab. Dadurch wird der Erdenbürger zum bekehrten Jünger und treuen Untertan.
Je nachdem, wo Sie das Menschlein platzieren, geht es verschiedenen Aufgaben nach. In einem Wäldchen fällt es unermüdlich Bäume, auf einem Acker erntet es Korn. Stellen Sie einen Jünger jedoch in unmittelbarer Nähe eines Artgenossen des anderen Geschlechts ab, wird er zum so genannten Brüter. Deren dankenswerte Aufgabe ist die pausenlose Produktion von Nachwuchs -- sicher nicht der schlechteste Beruf.
Um der wachsenden Bevölkerung Herr zu werden, wollen ein Straßennetz und Häuser gebaut werden -- schließlich müssen die Menschen ein Dach über dem Kopf haben. Darüber hinaus harren zahlreiche weitere Gebäude ihrer Grundsteinlegung. In einem Lager beispielsweise werden die drei benötigten Ressourcen Holz, Korn und Erz gebunkert, in der Waffenkammer willige Streitkräfte angelernt. So entsteht nach und nach aus einer kleinen Gemeinde eine große Stadt.
Mitten durch das wuselige Geschehen stapft dann noch Ihre Kreatur. In Teil eins ein oft unberechenbares Ärgernis, ist sie dieses Jahr gelehriger und folgsamer. Durch Sprechblasen teilt Ihnen Ihr Helfer seine Gedanken mit, sodass Sie direkt auf seine Taten reagieren können. Hat er unerlaubterweise einen Jünger verputzt? Dann gibt's per Mausschwung ein paar hinter die Löffel.
Ein Fortschrittsbalken zeigt Ihnen an, dass die Kreatur Ihre Botschaft verstanden hat und sich künftig kein Menschenfleisch mehr zwischen die Kauleisten klemmen wird. Wenn sie dennoch mal nicht hören will, wird sie kurzerhand an die Leine genommen und zur Hilfsarbeit an einer Baustelle oder zum Sammeln von Ressourcen verdonnert.
FAZIT: Vier lange Jahre sind seit dem Erstling vergangen. Im Spiele-Business eine Ewigkeit, werden doch in der Regel Sequels zu erfolgreichen Games schon nach wenigen Monaten auf den Markt geworfen. Doch Lionhead hat sich viel Zeit gelassen und lange an den Kritikpunkten des viel gescholtenen "Black & White" gefeilt. Herausgekommen ist ein grafisch bezauberndes, inhaltlich ausgereiftes Echtzeit-Abenteuer. Nur die Steuerung ist immer noch etwas gewöhnungsbedürftig und gelegentlich ein wenig zu ungenau.
