Am 17. Oktober kommt die sehnlichst erwartete PS3-Version von Bioshock in den Handel. Zur Vorbereitung liefern wir euch hier den Test der Xbox-360-Fassung!
Die Welt der Reichen
Hitzig: Derartige Bosskämpfe sind leider Mangelware. Der Halbkreis über dem feurigen Ungetüm zeigt, wie viel Lebensergie Ihr Widersacher noch besitzt.
Kaputtschießen lässt sich am Mobiliar von Rapture so gut wie nichts. Das ist aber auch das Einzige, was wir an der Unterwasserstadt auszusetzen haben. Es ist unglaublich, wie viel Mühe sich die Entwickler mit jedem einzelnen Raum gegeben haben. Ob Restaurant, Schönheitssalon, Rotlichtbezirk, Parkanlage, Apartment – alles wirkt absolut stimmig und strotzt vor schrägen Details. Beispiel: Wir betreten die Küche einer demolierten Luxuswohnung. Auf den ersten Blick fällt uns dabei nichts Ungewöhnliches auf. Doch als wir um die Ecke biegen, entdecken wir lange, geräumige Schubladen, die aus der Wand herausragen, ähnlich wie in einem Leichenschauhaus. Man braucht nicht sonderlich viel Fantasie, um sich auszumalen, wofür die Küche früher in erster Linie genutzt wurde...Ständig herabprasselndes Wasser wird Sie immer daran erinnern, dass Sie sich mitten im Ozean befinden. Dicke Glasscheiben erlauben einen Blick nach draußen. Auf stimmungsvolle Unterwassertransfers zwischen den Abschnitten müssen Sie aber verzichten. Lediglich eine Kamerafahrt zu Beginn des Abenteuers zeigt Rapture aus der Außenperspektive.
Damit Sie sich in den Arealen nicht verlaufen, weist Ihnen ein Pfeil am oberen Bildrand den Weg, zumindest die meiste Zeit. Halten es die Entwickler für sinnvoll, schicken sie Sie aber auch mal ohne Navi auf Entdeckungstour. Das ist auch gut so, denn es lohnt sich wirklich, jeden einzelnen Raum zu durchstöbern.
Technisch einwandfrei
Helfer: Die Selbstschussanlagen lassen sich hacken. Danach wechselt das Geschütz die Gesinnung und ballert fortan auf Ihre Feinde.
Sind Sie mit einem modernen Doppelherz-PC bewaffnet, erkunden Sie Rapture mit superflüssigen 60 Bildern pro Sekunde. Xbox360-Entdecker hingegen müssen es etwas gemächlicher angehen lassen, Ruckler gibt es aber auch hier keine. Wer die Bildwiederholungsrate bei der Konsolenversion etwas erhöhen möchte, kann das V-Sync deaktivieren. Nachteil: Das Bild "zerreißt" bei schnellen Bewegungen (Tearing). Zudem poppen auf der Xbox360 gelegentlich Grafikdetails ins Bild, was den Spielspaß jedoch nicht weiter trübt. Bei beiden Versionen tragen die genialen Licht- und Schattenspielereien einen großen Teil zur herrlich düsteren Unterwasseratmosphäre bei. Ebenso die hervorragende Soundkulisse, die von einer exzellenten deutschen Sprachausgabe abgerundet wird. Dank der professionellen Sprecher wirken die völlig gestörten Rapture-Bewohner absolut glaubhaft. Einfach herrlich abstrus!
