Wir haben den Haken an Battlefield 6 gefunden: Die Singleplayer-Kampagne in der Vorschau

Special Carlo Siebenhüner
Wir haben den Haken an Battlefield 6 gefunden: Die Singleplayer-Kampagne in der Vorschau
Quelle: Electronic Arts

Battlefield 6 wird auch eine Singleplayer-Kampagne besitzen. Wir konnten bereits einige Missionen vorab spielen - und waren ehrlich gesagt ziemlich ernüchtert.

Ein wenig kommt es uns vor, als wäre EA vor Kurzem plötzlich aufgeschreckt, weil ihnen eingefallen ist, dass Mitte Oktober ja ein großer Spiele-Release für sie ansteht. Battlefield 6 steht schon fast vor der Tür und aktuell bekommen wir fast täglich neue Möglichkeiten von EA ins Postfach gebracht, mehr vom neuen Battlefield auszuprobieren. Nachdem wir schon den Multiplayer sowohl in der Beta und vor Kurzem noch auf den großen Karten ausprobieren durften, haben wir vor allem bei einem Angebot besonders die Ohren gespitzt.

Wir konnten nämlich den Singleplayer erstmals anspielen. Nachdem man die Geschichte im Vorgänger Battlefield 2042 noch abgesägt und in separate Videos außerhalb des Spiels verlagert hat, kehrt in Battlefield 6 (jetzt kaufen 69,99 € ) eine spielbare Kampagne zurück. Gerade deswegen sind wir besonders gespannt darauf, was EA uns hier auftischen will. Allerdings stand der Story-Part von Anfang an nicht wirklich unter einem guten Stern.

Im Singleplayer gehen dann auch mal ganze Hochhäuser zu Bruch. Quelle: Electronic Arts Im Singleplayer gehen dann auch mal ganze Hochhäuser zu Bruch.

Pax Patriotismus

Für Battlefield 6 hat EA seine Kräfte gebündelt und mehrere Studios auf das Projekt geworfen. Doch nicht nur das. Mit Ridgeline Games wurde 2022 sogar eine ganz neue Entwicklerschmiede gegründet, die sich nur um den Singleplayer kümmern sollte. Schon zwei Jahre später war dann aber wieder Schluss und das Studio wurde wieder abgeschossen. Die Entwicklung des Singleplayer-Modus ging an die beiden Studios Criterion und Motive. Letztere haben zuletzt das hochgelobte Remake von Dead Space entwickelt.

Grundsätzlich ist das Setting durchaus spannend aufgebaut. Nachdem mehrere Staaten die NATO verlassen haben, ist das Militärbündnis geschwächt. Gleichzeitig hat sich mit der Pax Armata ein neuer militärischer Zusammenschluss gebildet, der die NATO als klaren Feind ausmacht.

Das geht sogar so weit, dass die Pax Armata bei einer eigentlich friedlichen Übergabe eines Stützpunktes plötzlich einen Überraschungsangriff startet und damit das NATO-Bündnis offen angreift. In der Singleplayer-Kampagne von Battlefield 6 begleiten wir ein Spezial-Squad namens Dagger 1-3 aufseiten der NATO. Damit ergab sich zumindest in unseren gespielten Missionen ein klares Feindbild.

Narben im Gesicht und ein schottischer Akzent. Der Kollege hier kann ja nur der Antagonist der Kampagne sein. Quelle: Electronic Arts Narben im Gesicht und ein schottischer Akzent. Der Kollege hier kann ja nur der Antagonist der Kampagne sein. Das wird sogar durch einen ganz bestimmten Gegenspieler verkörpert. In einigen Missionen guckt uns nämlich immer wieder mal das vernarbte Gesicht des Söldners Alexander Kincade an. Der scheint von der NATO zur Pax Armata übergelaufen zu sein und erklärt uns regelmäßig mit seinem schottischen Akzent, warum seine Seite die bessere ist.

Das klingt nicht nur nach hartem Klischee, das ist es leider auch. Wir haben drei Missionen aus verschiedenen Stellen des Singleplayers gespielt und die trieften nur so vor "MERICA"-Patriotismus und ganz viel Militär-Romantik. Das gehört natürlich auch irgendwo zu so einer Geschichte dazu und kann auch unterhaltsam umgesetzt sein. Es wird allerdings unangenehm, wenn die Klischees überhandnehmen und dann auch noch holprig geschrieben und eingebaut sind.

Du kriegst die Krise

Kleines Beispiel gefällig? Nachdem wir einen Sniper umgenietet haben, hat einer unserer Squad-Kollegen plötzlich eine mentale Krise (weil: natürlich muss das auch in einen Kriegs-Shooter mit rein). Er ballert wie wild weiter auf die Position des bereits ausgeschalteten, gegnerischen Scharfschützen und wird schließlich von einem unserer anderen Kollegen wieder zur Ruhe gebracht.

Haz ist der Veteran der Truppe. Er brennt für seinen Auftrag, hat aber auch eine Vergangenheit mit dem Antagonisten. Quelle: Electronic Arts Haz ist der Veteran der Truppe. Er brennt für seinen Auftrag, hat aber auch eine Vergangenheit mit dem Antagonisten. Ungefähr eine Minute später spricht unsere Spielfigur den beschwichtigenden Kollegen an und lobt ihn, wie sehr er die Lage wieder unter Kontrolle gebracht hat und dass es der labile Squad-Kumpel ja nicht leicht hat. Und zwar während er direkt daneben steht!

Unser Squad selbst ist auch so ein Fall. Das besteht natürlich aus den üblichen Verdächtigen. Wir haben den kampferfahrenen und abgehärteten Veteranen, die Scharfschützin, die sich eher im Hintergrund hält, und den Neuling, der sich erst mal in der Truppe beweisen muss.

Bildergalerie

Obendrauf gesellt sich dann gelegentlich auch noch ein ominöses fünftes Mitglied zum Squad dazu. Der ist aber von der CIA und läuft immer mit Gesichtsmaske rum, damit man auch ja nicht herausfindet, wer er ist. Obendrauf sind auch noch alle seine Charakterinformationen grundsätzlich geschwärzt. Die Geschichte und die Charaktere nehmen sich dabei so bierernst, dass es für uns schon in den drei gespielten Missionen schnell zu unfreiwilliger Komik und Fremdscham kam. Auf Seite 2 erfahrt ihr, wo es trotzdem auch ein paar coole Momente gab.

  1. Seite 1 Wir haben den Haken an Battlefield 6 gefunden - Die Singleplayerkampagne
  2. Seite 2 Ein paar coole Momente gibt es
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