Hier kommt der gamesaktuell.de-Test von Battlefield 3! Wir haben die Versionen für PC, PS3 und Xbox 360 getestet und sagen euch, auf welchen Systemen Battlefield 3 ein Must-have ist.
Das hat uns beim Test von Battlefield 3 nicht gefallen:
Battlefield 3-Test: Call of Duty lässt grüßen
Die ganze Machart von Battlefield 3 erinnert schon sehr an die Call of Duty-Reihe. Dass die meisten Missionen als Rückblick unseres Helden ablaufen, der sich in einem Verhör befindet, riecht so stark nach Black Ops, dass man am liebsten mal kräftig durchlüften möchte. Aber man muss DICE zu gute halten, dass Shooter in der Machart von Call of Duty eben derzeit den Massengeschmack treffen - und die Missionen genügend Highlights parat halten, bei denen man sich denkt "Das hätte Infinity Ward oder Treyarch auch mal einfallen können."
Battlefield 3-Test: Arm an emotionalen Szenen
Immer dann, wenn die Inszenierung den Eindruck erweckt, als sollte es gerade emotional zugehen, dann merkt man, dass die Entwickler an diesem Vorhaben kläglich scheitern. Ein Beispiel: Ein Kamerad wird schwer verwundet, das Spiel schaltet auf Zeitlupe, der Blick unseres Helden macht sich selbständig, schweift umher, blickt auf den Kameraden, dann wieder Richtung flüchtender Zielperson - was soll er tun? So gut die Szene inszeniert ist, so kalt lässt sie uns. Denn bis auf die Tatsache, dass wir mit dem Kollegen die letzten 20 Missionen verbracht haben, verbindet uns überhaupt nichts mit ihm. Das Spiel hat bei dem Vorhaben völlig versagt, eine emotionale Bindung aufzubauen. Für Gespräche über Privates, Schwelgen in gemeinsamen Erlebnissen oder blieb keine Zeit und so wirkt die hollywoodreif inszenierte Szene leider ziemlich lächerlich.
Battlefield 3-Test: KI-Schwächen
Vorweg: Wir haben schon eine schlimmere KI in Shootern erlebt. Trotzdem ist die "Künstiche Dummheit" in diversen Stellen ein Ärgernis. Mal läuft ein Gegner gegen eine Wand, mal vergisst er, in Deckung zu gehen. Gerade, wenn man versucht, das Spiel auszutricksen und sich zum Beispiel - entgegen den Anweisungen des Vorgesetzten - nicht aus der Distanz feuert, sondern sich neben ein Tor stellt, aus dem die Gegner kommen, dann merkt man die Limitierungen deutlich. Die KI-Terroristen gehen schnurstracks zur geskripteten Position, völlig egal ob wir daneben stehen und bereits elf seiner Kameraden niedergemäht haben.
Battlefield 3-Test: Sinnloses Nahkampfsystem
Was sich die Entwickler bei den Quicktime-Nahkämpfen gedacht haben? Wir wissen es nicht. Fakt ist: Das Knöpfchendrücken mit einem Zeitfenster so groß wie die chinesische Mauer ist so anspruchsvoll wie Zähneputzen. Wenn schon Quicktime-Events, dann doch bitte mit Zeitdruck oder wackelnden Einblendungen, so dass diese den Adrenalinschub wiederspiegeln, den man als Soldat hat, wenn man plötzlich angegriffen wird. Oder gleich eine richtige Nahkampf-Spielmechanik!
Quelle: EA
Battfield 3: Screenshots aus dem neuen Shooter von Electronic Arts. (11)
Battlefield 3-Test: Grafik auf den Konsolen nicht ganz so beeindruckend
Jetzt jammern wir auf hohen Niveau - aber das muss bei einer hohen Wertung ja erlaubt sein. Battlefield 3 sieht auch auf PS3 und Xbox 360 sehr gut aus, für Konsolenverhältnisse. Animationen, Gesichter, Licht-Schatteneffekte und Spiegelungen sind ähnlich toll wie auf dem PC. Ein Ärgernis sind aber die verwaschenen Texturen. Dabei missfällt uns nicht jede Polygon-Tapete, doch die Schwankungen sind schon auffällig, wobei auf einen "gepolishten" Bereich 4-5 Stellen kommen, die "nur" gut aussehen. Das haben wir auch auf den Konsolen schon deutlich besser gesehen, zum Beispiel bei Crysis 2, bei Gears of War 3 und natürlich bei Uncharted 3. Von Rucklern wird man dagegen auch auf Konsole verschont, die 30 Bilder pro Sekunde werden konstant gehalten. Allen jetzt vielleicht leicht gefrusteten Konsolenspielern wollen wir zum Trost sagen, dass die PC-Hardware-Anforderungen, um die ultimative Grafik-Brillanz auf den Bildschirm zu zauben, immens sind. Wir empfehlen: Quadcore-Prozessor mit mindesten 2,4 GHz (je nach Hersteller 100-150€), Grafikkarte: Ati Radeon HD 6870 (ab 150€) oder Nvidia Geforce GTX 560 Ti (ab 180€), 4 GB Speicher (Kits mit 8GB kosten 50€)
Battlefield 3-Test: Ärger um Origin bei der PC-Version
Die Grafik ist auf den Konsolen schwächer - dafür gibt es auf PC Origin. Das neue Steam-Pendant von EA sorgt zum Verkaufsstart für mächtig Ärger. Ihr müsst nämlich eure PC-Version von Battlefield 3 erst freischalten, um sie spielen zu können. Doof, wenn die EA-Server über mehrere Stunden nicht erreichbar sind, wie gestern geschehen. Vor allem erzürnen sich viele über die Nutzungsbedingungen. Wer Battlefield 3 freischalten und spielen will, der stimmt unter anderem zu, dass Origin den PC nach Raubkopien durchsucht, die IP-Adresse ermittelt und diese Informationen zu Marketingzwecken nutzt bzw. an Partner weiterleitet. Ihr denkt "WTF!?" Wir auch. Und auch viele Rezensenten auf Amazon.de: Von aktuell 791 Kundenbewertungen liegen unglaubliche 680 bei 1 Stern - zu 99% wegen des Origin-Ärgers.
