Battlefield 2042 Beta: Zwischen epischen Momenten und knirschender Technik
Special
Die Beta von Battlefield 2042 ist gestartet und wir durften bereits Hand anlegen. Endlich können wir euch also verraten, wo das Spiel bereits überzeugt und wo wir noch große Sorgenfalten im Gesicht haben.
Die Bundestagswahl ist zwar vorbei, aber allen Shooter-Fans steht im Herbst trotzdem noch ein Triell bevor! Mit Call of Duty Vanguard, Halo Infinite und Battlefield 2042 ringen 3 hochkarätige Triple-A-Ballerbuden um eure Gunst. Nachdem CoD und Halo ihre Multiplayertests schon abgefeuert haben, kommt nun endlich die offene Beta für Battlefield 2042. Wir durften ein paar Tage früher Hand anlegen und können euch sagen: Ja, die Beta hat definitiv ihre großen Battlefield-Momente. Zumindest, wenn ihr darüber hinwegsehen könnt, dass es in der Technik an allen Ecken und Enden knarzt und knirscht.
Das bekommt ihr in der Beta
Ab dem 06. Oktober geht es für Vorbesteller los, vom 08. bis 09. Oktober können dann alle Interessierten reinschauen. Der Inhalt ist stark limitiert. Gespielt wird ausschließlich im Eroberungsmodus mit 128 Spielern auf Next-Gen-Konsolen und PC oder 64 Spielern auf Xbox One und PS4. Mit "Orbital" wird auch nur eine Map zur Verfügung stehen. Dort seid ihr auf einem Weltraumbahnhof unterwegs, wo die USA Raketen für neue Spionagesatelliten ins All schießen wollen. Russland will das verhindern.
Quelle: Electronic Arts
Die Karte "Orbital" wartet mit einer riesigen Raketenabschussbasis auf euch.
Eingeteilt ist die Map in sechs Sektoren. Darunter siedeln sich die einzelnen Flaggenpunkte an. Hat ein Sektor mehrere Flaggen, müsst ihr die Mehrheit davon erobern, dann kontrolliert ihr den Sektor. Hier wird gleich ein Markenzeichen von Battlefield 2042 (jetzt kaufen ) klar. Die Karte ist schön groß, dabei ist sie größentechnisch laut den Entwicklern noch im Mittelfeld der Maps des neuen Teils. Zu Fuß seid ihr von Punkt zu Punkt eine ganze Weile unterwegs und ein fahrbarer Untersatz spart sehr viel Lauferei. Zum Glück könnt ihr euch Gadgets, Autos und Panzer bequem per Airdrop rufen. Die Anzahl der verfügbaren Fahrzeuge ist aber begrenzt. Sind alle Fahrzeuge schon besetzt, dann hofft mal auf eine Mitfahrgelegenheit, sonst habt ihr Pech.
Die Karte selbst ist bedeckt von saftigen, grünen Hügeln, dazwischen gibt es immer wieder kleinere Anlagen für Infanterie-Kämpfe. Dort sind auch immer die Flaggenpunkte angesiedelt. Herzstück ist aber die große Raketenabschussbasis, die sich auf in eine riesige Montagehalle und die eigentliche Abschussrampe aufteilt. Auf die Halle könnt ihr natürlich rauf, was alle Scharfschützen freuen dürfte. Da aber auch der Flaggenpunkt auf dem Dach ist, sollten die sich aber nicht zu sicher fühlen, denn Laufkundschaft kommt immer wieder durch.
Quelle: EA
Entweder die Rakete hebt ab oder sie fliegt spektakulär in die Luft.
Von der Montagehalle ist es nur noch ein kurzer Sprint zur Rakete. Die ist ein sogenanntes Levolution-Event, die Battlefield 4 - Spieler vermutlich noch kennen. Die Rakete macht sich während des Matches startbereit und ab einem bestimmten Zeitpunkt fährt sie die Halteklammern aus. Von da an läuft ein Timer, bis sie schlussendlich startet oder auch nicht. Ballert ihr nur genug auf die Rakete, während sie mit heruntergelassenen Hosen dasteht, fliegt sie zur Startsequenz spektakulär in die Luft und lässt überall brennende Teile liegen. Das sieht fantastisch aus und hier fährt DICE seine Frostbyte Engine voll aus. Grafisch ist Battlefield 2042 in diesem Jahr ganz vorne mit dabei. Spielerische Nachteile für ein Team gibt's aber nicht. Die startende oder explodierende Rakete ist ein reines Grafikevent, das die Map etwas verändert.
Wer übrigens auf Xbox One und PS4 spielt, darf nur mit maximal 64 Spielern ran. Dafür ist die Map auch kleiner. Für die Old Gen wird es nur den Kern rund um die Raketenbasis geben.
Das Gameplay ist gut...
Zuerst können wir eine kleine Entwarnung geben. Das grundlegende Gameplay von Battlefield 2042 spielt sich hervorragend. Die Waffen fühlen sich kräftig an und die Time to Kill angenehm flott. Trotzdem gibt es ein paar Stolpersteine, die den Eindruck trüben, doch dazu gleich mehr.
Quelle: EA
Das Spiel schlägt zwar Loadouts vor, doch könnt ihr Waffen und Gadgets auch frei wählen.
Bevor ihr in ein Match startet, wählt ihr einen von insgesamt zehn verschiedenen Spezialisten aus. Die lösen das altbekannte Klassensystem ab und funktionieren ungefähr, wie die Helden aus Overwatch und Apex Legends. Jeder Spezialist hat eine Fähigkeit und ein Gadget. Für die Beta stehen euch nur vier zur Auswahl und die sind angelehnt, an die altbekannten Klassen. Da gibt es die Sanitäterin, die den Defibrillator als Fähigkeit und eine Heilpistole im Gepäck hat. Dann steht ein Assault zur Auswahl, der einen Greifhaken dabeihat und schneller läuft, wenn er zielt. Der Operator besitzt ein automatisches Geschütz und alle Geschütze, die nah an ihm dran sind, arbeiten besser. Schlussendlich wartet der Sniper, der eine ferngesteuerte Drohne und einen eingebauten Bewegungsmelder im Gepäck hat.
Das ist auch schon alles, was spezifisch für die Spezialisten ist. Der Rest ist ihr frei konfigurierbar. DICE bietet zwar voreingestellte Loadouts für verschiedene Spielarten an, doch könnt ihr alles selbst einstellen. Medic-Spezialist, mit Sniper-Gewehr, Bewegungsmelder und Munitionskiste? Kein Problem. Ein Sniper, der eine Shotgun und einen Raketenwerfer im Gepäck hat? Läuft. Das ist einerseits ein sehr freies System, dass viele Spielweisen ermöglicht. Es bringt aber auch Probleme mit sich. In unserer Spielsession hatte beispielsweise fast niemand Munitionskisten dabei. Zwar findet man Nachschub auch bei erledigten Gegnern, doch geht es hier eher um das Teambuilding. Durch festgelegte Klassen konnte man Teamplay besser ineinander verzahnen. In Battlefield 2042 wird das zwar nahegelegt, doch fühlt es sich mehr denn je nach einem "könnte", statt einem "sollte" an.
Dennoch stellt sich recht schnell das klassische Battlefield-Feeling an. Wenn man zusammen mit Infanterie, Panzer, Hubschrauber und Jet vorrückt, dann passiert einfach immer irgendwo etwas. Man selbst ist da nur ein Rädchen, vor allem mit den neuen 128 Spielern. Wer übrigens Angst hat, dass sich ständig massenhaft Leute an einen anderen Ort ballen, können wir beruhigen. Zumindest in unseren Matches hat sich das sehr angenehm auf die verschiedenen Hotspots verteilt.
Quelle: EA
Den Animationen fehlt noch der richtige Feinschliff.
Trotzdem läuft nicht alles rund, denn an mancher Stelle fühlt sich das Spiel seltsam langsam und schwammig an. Wollt ihr eine Granate schmeißen, spult eure Figur immer eine kleine Animation ab, die sich in der Hitze des Gefechts wie eine Ewigkeit anfühlt und länger ist, als in vorigen Teilen. Wohlgemerkt habt ihr währenddessen keine Waffe in der Hand und könnt euch nicht wehren. Auch der Revive fühlt sich seltsam kraftlos an. Während man in Battlefield 5 die Gewalt spürt, mit der einem die Spritze reingejagt wird und man in Battlefield 4 auch einen eindeutigen Druckpunkt hatte, steht man in Battlefield 2042 teilnahmslos neben der Leiche und stupst sie mit dem Defi gelangweilt an. Das fühlt sich nicht so knackig an, wie man das aus den alten Teilen gewohnt ist, doch lässt sich das vergleichsweise einfach ausmerzen.
...die Technik weniger
Der Elefant im Raum, der uns am meisten Sorgen macht, ist die Technik. Natürlich ist uns bewusst, dass eine Beta nun mal das ist, was es ist: ein unfertiges Produkt. Nur machte diese Beta eher den Eindruck einer Alpha und das ist einen Monat vor Release beunruhigend. Dabei würden wir über die zahlreichen Glitches, in denen die Figuren irgendwo in die Levelarchitektur reinragen noch hinwegsehen. Auch, dass Figuren bei Sprüngen erst mal einen Meter im Boden versinken und dann wieder rausbouncen ist zu verschmerzen.
Wenn aber Kernfeatures in gefühlt 90 Prozent der Fälle nicht funktionieren, dann ist das ein Problem. Das Spotting-System ist so ein Kandidat. Seit vielen Jahren fester Bestandteil von Battlefield, hilft es den Spielern dabei, Gegner für einen kurzen Moment für das Team zu markieren. Auf dem PC drückt man dafür die Taste Q. Als wir in Battlefield 2042 auf die Spotting-Taste gehämmert haben, passierte aber erst einmal nichts. Das ging so weit, dass wir schon dachten, DICE hätte das Feature gestrichen. Bis wir dann auf einen Server kamen, wo es dann doch mal funktionierte. Da konnten wir auch sehen, dass das System aus Battlefield 5 entnommen wurde. Drückt man wahllos auf die Spotting-Taste, setzt man nur gelbe Marker in die Welt und hat man wirklich einen Gegner im Fadenkreuz, wird der Marker rot.
Quelle: EA
Figuren clippen auch nach dem Tod gern mal in der Spielwelt rum. Solche Fehler sind einer Beta aber definitiv verschmerzbar.
Das Airdrop-System ließ uns ebenfalls in den meisten Fällen im Stich. Obwohl angezeigt wurde, dass noch Fahrzeuge da waren, brach der Vorgang oft einfach sang und klanglos ab und wir mussten zu Fuß latschen. Das bringt auf den großen Karten schnell Frust. DICE versicherte uns zwar, dass die Betaversion ein paar Monate alt ist und das eigentliche Spiel schon weiter in der Entwicklung ist. Das man aber gerade so eine rumpelige Version auf die Öffentlichkeit loslässt, wirft kein gutes Licht auf den nahenden Release.
Alles in allem macht Battlefield 2042 nämlich Spaß. Gerade das moderne Setting schafft viele Freiheiten. Neue Elemente, wie das Wettersystem mit Tornado haben wir noch gar nicht erwähnt, denn auch das schafft viel unterhaltsames Chaos. Es steckt also eine Menge Potenzial in Battlefield 2042. Nur leider wird das in der Beta unter sehr vielen technischen Mängeln begraben, die hoffentlich zu Release alle weg sind.
