Battalion 1944 im Test: Counter-Strike im zweiten Weltkrieg - wie gut ist die Vollversion?
Test
Anfang 2018 erschien Battalion 1944 im Early-Access auf Steam. Der Multiplayer-Shooter erhielt viel negative Kritik. Vor allem die Waffen-Balance und die Lootboxen wurden immer wieder angekreidet und schnell sanken die Spielerzahlen. Mit der Veröffentlichung der Vollversion will man nun die Fehler der Vergangenheit beheben. Ob das klappt, lest ihr in unserem Test!
Ihr habt nach Battlefield 5 und Call of Duty WW2 immer noch nicht genug vom Zweiten Weltkrieg? Dann haben wir gute Nachrichten für euch, denn Battalion 1944 hat seinen Early-Access-Status hinter sich gelassen und leitet mit einem großen Update die Vollversion ein. Während der Early-Access-Phase konnte Battalion 1944 nicht wirklich überzeugen. Unter anderem die Probleme im Balacing und die Lootboxen stießen der Spielergemeinschaft negativ auf und die Menge an Spielern sank rasch. Nun möchte der Entwickler die Fehler der Vergangenheit beheben. Was hat der Shooter jetzt drauf und was unterscheidet ihn von der Konkurrenz?
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Krieg mit nur zehn Mann
Um bereits die zweite Frage aus dem Weg zu räumen: Battalion 1944 hat nur wenig mit Battlefield oder Call of Duty gemeinsam, viel treffender ist ein
Quelle: PC Games
Mit den Token könnt ihr euch vor jeder Runde Ausrüstung kaufen. Auf der linken Seite seht ihr zudem, wie viele Münzen eure Teamkameraden haben.
Vergleich mit dem Shooter-Klassiker Counter-Strike. Denn im Fokus von Battalion 1944 steht der Wartide-Modus. Hier kämpfen zwei Teams mit jeweils fünf Spielern gegeneinander und versuchen pro Runde, entweder eine Bombe zu platzieren oder ebenjenes zu verhindern. Wenn die Bombe erfolgreich zur Detonation gebracht oder entschärft wurde, ist eine Runde auch vorbei. Ebenso gewinnt ein Team eine Runde, wenn das gegnerische Team ausgeschaltet wurde. Nach zwölf gewonnen Runden steht der Sieger fest. Der Spielmodus ist simpel und erfindet das Rad sicherlich nicht neu. Nichtsdestotrotz sind die Gefechte in Battalion 1944 unterhaltsam, was vor allem am taktischen Tiefgang liegt. Das fängt schon bei der Waffenauswahl an: In einem Match habt ihr die Wahl zwischen sieben unterschiedlichen Schießeisen, die ihr euch für Token kaufen könnt. Nach jeder Runde erhaltet ihr eine Münze, für Kills oder das Platzieren/Entschärfen der Bombe gibt es weitere Taler. Mit der gewonnenen Währung könnt ihr euch Schrotflinten, MPs oder Gewehre kaufen. Jede Waffe hat dabei ihre Vor- und Nachteile - insbesondere der Rückstoß muss in den Feuergefechten gut berücksichtigt werden. Im Gegensatz zu Counter-Strike ist das Zielen mit Kimme und Korn möglich, wodurch ihr auch Gegner auf weitere Distanz treffen könnt. Das Waffenhandling benötigt jede Menge Übung und kann vor allem zu Beginn frustrieren. Erst wenn die Rückstöße und Spray-Patterns der einzelnen Wummen verinnerlicht wurden, beginnt die Shooter-Mechanik von Battalion 1944 sein Potenzial zu entfalten. Die Auswahl an Waffen ist zwar nicht sehr groß, dafür sind die Schießeisen gut balanciert und kein Gewehr ist zu stark. Doch allein das zielsichere Schießen reicht nicht aus, um mit dem Team einen Sieg zu feiern.
Die wichtigste Waffe eines Soldaten: Rauch!
Um wirklich taktisch vorzugehen, muss man sich auch gut auf dem Spielfeld auskennen. Die Karten bieten genügend Fläche um Gegner in die Seite
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Mit den Rauchgranaten lassen sich Positionen leichter angreifen. Aber auch zur Verteidigung ist der Nebel sehr effektiv.
zu fallen, sind andererseits aber nicht zu groß, sodass Konfrontationen nicht lange auf sich warten lassen. Dazu gibt es jede Menge unterschiedliche Winkel, von denen Gegner erblickt werden können. Ebenso wie die Waffen sind die Karten in Battalion 1944 sehr gut balanciert. Der Aufbau der Schlachtfelder bleibt immer fair und nie hat ein Team einen ungerechten Vorteil. Lediglich die Anzahl der Karten lässt noch ein paar Wünsche offen - nur sieben Schlachtfelder sind aktuell verfügbar.
Um aber noch mehr Taktik ins Spielgeschehen zu bringen, gibt es noch Granaten. Insbesondere die Rauchgranaten sind ein wichtiger Spielfaktor, da sich mit ihnen Zugänge blockieren lassen und so für den Angriff oder die Verteidigung nützlich sind. Dazu sollte noch erwähnt werden, dass es eine Gesundheitsregeneration gibt. Daher können Rauchgranaten auch genutzt werden, um sich einen sicheren Rückzug zu gewährleisten. Während eines Gefechts ist aber nicht immer klar, wie viele Lebenspunkte noch vorhanden sind, da keine Anzeige dafür vorhanden ist. Zwar erhält man durch Bildschirmeffekte einen ungefähren Eindruck davon, wie viel Leben noch in dem virtuellen Körper steckt, jedoch ist dies eine sehr ungenaue Darstellung. Der wichtigste Punkt für ein erfolgreiches Match ist aber eine gute Zusammenarbeit des Teams. Die Absprache ist hier das A und O: Gegnerpositionen, Aufstellungen oder Angriffspläne müssen gut koordiniert werden, was mit dem integrierten Voice-Chat zumeist gut funktioniert. Auch lassen sich die bereits erwähnten Token auch untereinander teilen. Dadurch wird gewährleistet, dass jedes Teammitglied auch eine solide Waffe in den Händen hält.
Sprinten, Springen, Sterben
Darüber hinaus muss auch die Bewegung im Spiel gemeistert werden. Neben Sprinten und Ducken kommt auch noch das Lehnen und Liegen hinzu.
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Die Bombe solltet ihr erst entschärfen, wenn sämtliche Gegner erledigt sind. Es dauert nämlich einige Sekunden, bis der Vorgang abgeschlossen ist.
Letzteres macht euch zwar zu einem unbeweglichen Ziel, dafür seid ihr aber schwer zu entdecken. Das Lehnen ermöglicht euch zudem ein sicheres Blicken um Ecken. Durch geducktes Laufen seid ihr außerdem noch lautlos unterwegs und könnt Gegner damit leichter in den Rücken fallen. Doch hier hört es noch nicht auf, wenn es nur um die Fortbewegung geht: Die einzelnen Bewegungen lassen sich kombinieren, wodurch ihr zum Beispiel einen Strafe-Jump ausführen könnt. Dieser Sprung aus der Deckung macht euch zu einem schwer treffbaren Ziel, gleichzeitig könnt ihr dann noch Schießen. Zwar sinkt eure Genauigkeit dadurch, jedoch nicht in so starken Maßen, dass keine Treffer mehr möglich sind. Dadurch sind auch offensive Manöver möglich. Das Movement fühlt sich insgesamt sehr flüssig an und kann vor allem in Duellen einen wichtigen Vorteil erbringen.
Steile Lernkurve im Krieg
Waffenhandling, Kartenwissen, Granaten, Bewegung und Teamplay: All diese Faktoren müssen beachtet werden, um als Sieger aus einer Partie zu
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Scharfschützengewehre sind sehr stark und erledigen Gegner meistens direkt mit einem Schuss. Im Nahkampf solltet ihr aber eher auf das Gewehr verzichten.
gehen. Das sorgt dafür, dass der Einstieg in Battalion 1944 ziemlich schwierig ist. Die Lernkurve ist extrem steil, aber umso befriedigender zu meistern. Erst wenn einzelnen Mechaniken verinnerlicht sind, beginnt der Shooter so richtig Spaß zu machen. Dann dauert es nicht lange, bis die Mind-Games einsetzen und sich weitere Taktiken offenbaren. Dazu fühlen sich die Matches im Wartide-Modus sehr rund an. So beginnt ein Spiel mit der Bann-Phase, in der die Karte gewählt wird. Ist dies entschieden und alle Spieler sind verbunden, beginnt die Messer-Runde. Das siegreiche Team kann sich daraufhin abstimmen, auf welcher Seite sie zuerst spielen möchten. Der gesamte Ablauf eines Matches fühlt sich daher wie ein richtiges Turnier an.
Wer sich doch eher nach einer schnellen Runde sehnt, kann zur Abwechslung einen Blick in den Arcade-Modus werfen. Hier stehen klassische Spielmodi wie Team-Deathmatch oder Capture-the-Flag an der Tagesordnung. Für die kurze Abwechslung oder zum Erlernen der Grundmechaniken reicht das allemal aus, dennoch steht der Wartide-Modus deutlich im Fokus.
Simple Optik, lange Wartezeiten
Auf technischer Ebene wirkt Battalion 1944 nicht sehr modern und spart an imposanten Effekten. Das kommt dem taktischen Gameplay sehr zu Gute,
Quelle: PC Games
Unvorsichtiges Vorgehen wird oft bestraft. Wer zu schnell oder alleine vorprescht, segnet oft das Zeitliche. Stattdessen ist ein gemeinsames Vorgehen im Team ratsamer.
da es kaum Ablenkungen vom Spielgeschehen gibt. Ebenso läuft das Spiel dadurch sehr flüssig und selbst ältere Rechner sollten keine Probleme mit dem Titel haben. Lediglich das Matchmaking benötigte während unseres Tests zum Teil viel Zeit. Bis zu fünf Minuten auf eine Zuweisung zu einem Match zu warten strapaziert dann schon die Nerven.
Denn Battalion 1944 macht zusammengefasst sehr viel Spaß. Der Einstieg verlangt jede Menge Geduld und es dauert eine ganze Weile, bis es wirklich Klick macht. Ist dies aber erst einmal überstanden, entfaltet der Shooter sein ganzes Potenzial. Speziell der taktische Tiefgang sorgt für spannende Gefechte. Verstecken muss sich Batallion 1944 vor der Konkurrenz allemal nicht.
