Bad Boys 2

Test Patrick Köllner

Acht Jahre nach ihrem ersten Auftritt räumten Will Smith und Martin Lawrence erneut im sonnigen Florida auf. Starproduzent Jerry Bruckheimer hatte die Spendierhosen an und ließ Regisseur Michael Bay nahezu freie Hand für eine zünftige Zerstörungsorgie. Heraus kam ein soundgewaltiger Actionfilm, wie man ihn seit Jahren nicht gesehen hat. Ganz klar: DVD des Monats!

Viele Männer werden ungern erwachsen. Schon als Kinder spielen die meisten Jungs bevorzugt mit Pistolen, träumen von schnellen Autos und gefährlichen Abenteuern. Wer das alles später als Erwachsener selbst erleben möchte, muss sich dann entweder als Staatsdiener bei der Polizei verdingen oder Filmschaffender in Sachen Action werden. Produzent Jerry Bruckheimer und Stamm-Regisseur Michael Bay haben sich für letzteres entschieden.

Seit ihrer ersten Zusammenarbeit 1995 ("Bad Boys?) sind die beiden ein Herz und eine Seele. Ist ja auch kein Wunder. Bruckheimer hat als kommerziell erfolgreichster Producer aller Zeiten vor allem eins im Sinn: klingelnde Kassen. Die hat ihm Bay bislang fünf Mal ordentlich gefüllt. Der 1965 in Los Angeles geborene, aus der Werbebranche kommende Regisseur überzeugte Bruckheimer und dessen damaligen Partner Don Simpson (1943-96) durch eine Sequenz, die er zu "Tage des Donners? (1990) beisteuerte.

Fünf Jahre später gaben sie ihm die Chance, sich als Hauptverantwortlicher hinter der Kamera zu beweisen. "Bad Boys" wurde mit einem lachhaften Budget von knapp 20 Mio. Dollar bewerkstelligt, spielte ein Mehrfaches seiner Kosten wieder ein und machte nebenbei den "Prinz von Bel Air"-TV-Serien-Komiker Will Smith zu einem Weltstar, dem dadurch die Türen zu Hits wie "Independence Day" (1996) oder "Men in Black" (1997) geöffnet wurden.

Ein guter Start für eine Allianz des Erfolges. Bays zweite Arbeit für Bruckheimer fiel dann schon eine Nummer größer aus. Bei "The Rock" (1996) stand nicht nur extrem viel Geld zur Verfügung, Bay konnte mit Sean Connery und Nicolas Cage auch auf renommierte Stars und "Oscar"-Preisträger zurückgreifen. Der Alcatraz-Kracher wurde zu einem Welthit und modernen Klassiker des Genres.

Bei "Armageddon" (1998) vertraute man Bay bereits ein Budget von über 200 Mio. an. Satte 554 Mio. an weltweitem Einspiel rechtfertigten aber auch das. Mit ihrer vierten Kooperation griff das Team dann nach den Sternen. "Pearl Harbor" (2001) sollte an den "Titanic"-Erfolg anknüpfen und sowohl Geld als auch Preise einfahren. Allein für die Werbekampagne gab man unglaubliche 70 Mio. Dollar aus.

Publikum und Kritiker ließen sich jedoch nicht täuschen. 450 Mio. Box Office waren dennoch imposant. Stichwort Kritiker: Die gehobene schreibende Zunft lässt traditionsgemäß kein gutes Haar an den durch obligatorische Screentests oft allzu glatt gebügelten Mainstream-Werken Marke Bruckheimer.

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