Avatar: Frontiers of Pandora in der Vorschau - Seite 3
Special 26,99 €
Wir haben in Ubisofts Open-World-Shooter Avatar: Frontiers of Pandora reingespielt. Klares Highlight: Der eigene Flugsaurier.
Insgesamt macht das Spiel einen runden, wenn auch etwas routinierten Eindruck. Wer mit Far Cry oder ähnlichen First-Person-Open-World-Spielen vertraut ist, sollte sich auch mit dem Gameplay in Avatar: Frontiers of Pandora schnell zurechtfinden. Die Steuerung mit dem Controller geht gut von der Hand, ist für diejenigen, die primär auf dem PC zuhause sind, in den Kämpfen aber etwas gewöhnungsbedürftig. Eine Alternative mit Maus und Tastatur konnten wir bisher noch nicht ausprobieren. Klares Highlight ist die Gestaltung der Spielwelt Pandora und ihrer Eigenheiten. Pflanzen und Tiere sehen fremdartig genug aus, um das Gefühl zu erwecken, dass wir hier einen anderen Planeten erkunden. Ihr Design ist aber nah genug dran an irdischen Formen, um ihre Funktion und Gefährlichkeit richtig einschätzen zu können. Wasserfälle, grell bunte Blumenwiesen, lebendige Vegetation und zahlreiche, visuell interessante Landmarken machen Pandora zu einem Ort, in dem man gerne erkundet und verweilt.
Schablonenhafte Vorlage
Die Vorlagentreue gegenüber James Camerons Sci-Fi-Opus ist allerdings auch ein zweischneidiges Schwert. Trotz der langen Laufzeit und des durchaus hochkarätigen Casts sind die Filme, was Figurenzeichnung und Geschichte angeht, nämlich ganz schön dünn und die Na'vi recht eindimensionale Figuren. Das ist in der Videospielumsetzung zumindest in den gezeigten Abschnitten bisher leider nicht viel anders. Die einzelnen Charaktere, denen wir begegnet sind, sind hinsichtlich ihrer Persönlichkeit kaum voneinander zu unterscheiden. Klar gibt es philosophische Differenzen, wie rabiat der Kampf gegen die Menschen geführt werden sollte und manche Na'vi sind ein kleines bisschen weniger stoisch als andere, wirkliche Ausreißer gibt es aber nicht.
Das Problem ist nicht einmal, dass sämtliche Na'vi klar als "Die Guten" konnotiert sind und im Vergleich zu den Menschen im Einklang mit der Natur leben, esoterischen Stammes-Traditionen folgen und grundsätzlich ehrenhaft und mutig handeln. Sie haben darüber hinaus einfach keine Alleinstellungsmerkmale und wirken eher wie ein Hippie-Kult als eine Nation von gleichgesinnten Individuen.
Quelle: Ubisoft
Würde das Volk zumindest mit einer kleinen Prise Humor präsentiert werden, sodass wir im Camp auf lustige Situationen oder wirklich merkwürdige Na'vi-Rituale stoßen, würden die Aliens direkt nahbarer und weniger glattgeschliffen und steril wirken. An sich ist ihre Einstellung ja durchaus sympathisch und ihr bewusst romantisiert dargestellter Lebensstil weckt schon auch Fernweh. Das Dasein als Na'vi wirkt aber trotz Drachenreiten, Blumenpflücken und gemeinsamem Sitzen am Lagerfeuer so wenig einladend und irgendwie einsam. Die Figuren sind alle so makellos, lasterlos, sexlos und nobel, dass man sich schwer selbst in die Rolle eines dieser Wesen versetzen kann. Klar, die Na'vi befinden sich gerade im Krieg und sind dementsprechend etwas ernster. Aber trotzdem müssen wir als Außenstehende doch erst mal an ihre Kultur herangeführt werden, bevor wir sie um jeden Preis verteidigen wollen.
Andere fiktive, friedliebende Spezies wie z.B. die Hobbits in Der Herr der Ringe oder die Völker der Föderation in Star Trek wirken wie Leute, mit denen man gerne mal einen Tee trinken würde, die selbstverständlich interessante Geschichten und lustige Traditionen miteinander teilen. Ihre Warmherzigkeit scheint nicht performativ und von ihrer Kultur vorgegeben zu sein und jede Figur hat ihre eigenen kleinen Macken und Vorurteile.
Wirklich vorwerfen kann man Ubisoft und Massive Entertainment die maue Charakterisierung der Na'vi aber nicht. Immerhin stützen sie sich dabei auf das, was in den Filmen etabliert wurde. Und vielleicht motzen wir hier auch viel zu voreilig, immerhin haben wir weder den Anfang, noch ansatzweise den vollen Umfang des Spiels gesehen.
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Fazit
Am Gameplay ist wenig auszusetzen, die Spielwelt ist hübsch, Fähigkeitenbaum und Waffenoptionen sehen ebenfalls sauber aus und die kleinen Eigenheiten, die das Universum mit sich bringt, wie den Kampf gegen Mechs und das Reiten von Drachen, sind fesselnd umgesetzt. Ubisoft erfindet das Rad nicht neu, sondern nutzt bewährte Systeme für ein Lizenzspiel, das sowohl Fans des Studios als auch des adaptierten Filmfranchises zufrieden stellen sollte. Wie tief das Sammel- und Crafting-System tatsächlich ist und ob Story und Figuren vielleicht doch noch ein paar interessante Entwicklungen bereithalten, werden wird dann in der Vollversion auf die Probe stellen können. Die erscheint voraussichtlich am 07. Dezember 2023 für PC, Playstation 5, Xbox Series und Amazon Luna.
