Das neue Rapture liegt in Russland: Wie viel Bioshock steckt in Atomic Heart?
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BioShock in Russland: Diesen Titel bekam Atomic Heart schon weit vor seinem Release verliehen. Aber wird der Ego-Shooter ihm auch tatsächlich gerecht? Wir klären's im direkten Vergleich!
Schon seit seinem allerersten Trailer muss sich Atomic Heart die immer selben Vergleiche anhören: Sowjet-BioShock, BioShock in Russland, BioShock mit Kommunisten. Das ist zugegebenermaßen nicht vollkommen abwegig, schließlich teilen sich beide Ego-Shooter einige Gemeinsamkeiten beim Setting, beim Design und beim Gameplay - zumindest auf den allerersten Blick. Aber wie sieht es danach aus? Wir konnten Atomic Heart im Rahmen des Tests jetzt endlich komplett durchspielen und klären: Wie viel BioShock steckt denn jetzt wirklich drin? Dazu werfen wir zunächst mal einen Blick auf die Spielwelt. Hier bietet sich natürlich ein Vergleich aufgrund der sehr ähnlichen Settings an: Wie in BioShock habt ihr es auch in Atomic Heart (jetzt kaufen 28,55 € / 53,99 € ) mit einer alternativen Realität zu tun, in der die Menschheit einen rasanten technologischen Aufstieg hinter sich hat. In BioShock Infinite sind das beispielsweise bahnbrechende Entdeckungen auf dem Gebiet der Quantenphysik.
Durch das sogenannte Lutece Partikel schweben Gebäude plötzlich problemlos in der Luft. Hochmoderne Fabriken der Fink Industries pumpen mechanische Apparaturen wie Voxophone, Luftschiffe und Automaten wie den Handymen oder den Songbird aus. Hovercrafts und eine Skyline-Schienenbahn verbinden verschiedene Stadtteile miteinander.
Columbia vs. Mütterchen Russland
Gleichzeitig behält sich Columbia dabei zahlreiche gestalterische Elemente des frühen 20. Jahrhunderts bei. Ihr stoßt auf neoklassische Prachtbauten, die Bürger sind stilecht mit Anzug und Zylinder auf der Straße unterwegs. Das hat alles so einen retrofuturistischen Touch, die Welt wirkt neu und gleichzeitig doch alt. Ihr könnt etwa einem Barbershop-Quartett dabei zuhören, wie es Lieder der Beach Boys singt.
Lustigerweise gibt es in Atomic Heart fast eine 1-zu-1-Kopie davon: das Radio der Zukunft. Aber auch an anderen Stellen strotzt die Spielwelt vor technologischen Wundern, allen voran im Bereich der Robotik. Mechanische Helferlein sorgen dafür, dass quasi niemand mehr arbeiten muss und die Bürger, zumindest augenscheinlich, in entspanntem Luxus leben können
Zu verdanken ist das hier allerdings der Entdeckung des sogenannten Polymers: einer flüssigen, programmierbaren Nanosubstanz, die jetzt eben das Stadtbild einer russischen 50er-Jahre-Metropole prägt, inklusive einer ordentlichen Portion Sowjet-Protz.
Was beide Szenarien neben ihrem einzigartigen und brillant umgesetzten Stil auch eint: Nach dem schnellen Aufstieg folgt ein ähnlich rapider Niedergang. Die schöne Utopie, die euch beide Spiele zu Beginn mit eindrucksvollen Kamerafahrten vorgaukeln wollen, ist nicht mehr als Schall und Rauch. Der Traum von der perfekten Gesellschaft verwandelt sich schnell zum Albtraum, der Tausende Menschen das Leben kostet und die Welt in Scherben zurücklässt.
Quelle: Mundfish
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Sozialer Brennstoff
In Atomic Heart ist ein kritischer Systemfehler in einer der Forschungsanlagen schuld. Der lässt die einst so friedlichen Roboter außer Kontrolle geraten und für Chaos sorgen.
In den Welten von BioShock sind dagegen immer soziale Probleme das Pulverfass. Columbia zerbricht unter politischen Spannungen, ausgelöst durch ein ausbeuterisches, rassistisches Klassen-Konstrukt. In Rapture führt eine stetig wachsende Schere zwischen Arm und Reich dazu, dass die Bevölkerung gegen das System rebelliert und einen handfesten Bürgerkrieg vom Zaun bricht.
Das ist dann wohl auch einer der größten Unterschiede zwischen den beiden Franchises: In BioShock liegt immer ein zwischenmenschlicher Konflikt zugrunde. Entsprechend sparen die Spiele auch nicht an Gesellschaftskritik. Sie setzen sich mit Religion, Rassentrennung, Kapitalismus und vielen anderen Ideologien auseinander, ebenso wie mit ihren negativen Konsequenzen für die Menschheit.
