Vorschau zu Assassin's Creed: Valhalla, Seite 2 - Stealth, Nebenaufgaben, Gegenwarts-Passagen, Fazit und Meinung
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Den Drang, einen Artikel über Assassin's Creed: Valhalla mit "Hilfe, die Wikinger kommen!" zu beginnen, unterdrücken wir an dieser Stelle. "Hilfe, die Assassinen-Wikinger kommen!" - so ist's besser. Wir konnten mehrere Monate vor dem Release für unsere Hands-on-Vorschau plus Video gut drei Stunden die Welt des Nordmänner-Actionspektakels erkunden, herausfinden, was neu ist an Valhalla und was uns bekannt vorkommt und auch sonst zahlreiche Eindrücke sammeln.
In diesem Artikel
Am Ende der stets mehrphasigen Raids wartet meist ein Bosskampf auf uns. Hier spielte uns die Technik beim Anspielen einen Streich und wir mussten nach einem Crash neu laden, schlussendlich waren wir aber froh darüber. So erlebten wir diesen Moment nämlich auf zwei Arten. Beim ersten Versuch rannten wir einfach direkt drauflos und lieferten uns ein nicht ultraschweres, aber doch knackiges Gefecht. Beim zweiten Versuch hingegen kamen wir von oben und schalteten unser armes Opfer ungesehen mit der versteckten Klinge aus. Ja, auch richtig harte Widersacher lassen sich nun offenbar wieder mit nur einem Stich ins Jenseits befördern, wie es bis exklusive Origins immer der Fall war. Nun ist es lediglich vonnöten, dass man für den maximalen Schaden einen kurzen Reaktionstest besteht. Geht der schief, teilt man eben weniger Schaden aus und muss dann doch noch im normalen Kampf dran. Das ist ein guter Kompromiss aus dem neuen Verbesserungs- und Upgrade-System und dem deutlich simpleren Gameplay von anno dazumal, wie wir finden.
Früher war mehr Stealth
Quelle: PC Games
Hands-on-Vorschau zu Assassin's Creed: Valhalla - Meuchelmord mit Charme und Axt (17)
Allein, wir hoffen, dass wir unsere Stealth-Klinge auch außerhalb solcher besonders beeindruckenden Momente genügend oft zum Einsatz bringen können. Zumindest in der Demo schien es uns, als würde der Fokus klar auf Action liegen. Wenn wir mal über Feinde stolperten, die wir ungesehen ausschalten konnten, dann waren das meist nur kleine Gruppen. Große Festungen, durch die man schleicht und wo man sich diebisch freut, wenn man wie ein Schatten durch die Gegend huscht, dutzende Gegner abmurkst und alle Schätze abgesahnt, machten wir bisher noch keine ausfindig. Das mag am Demogebiet liegen, das mag daran liegen, dass wir eine solche Festung in dem durchaus großen Areal einfach nicht gefunden hatten. Trotzdem fühlten wir uns in unserer Zeit mit Valhalla einfach zu selten wie ein Assassine und hätten das Schleich-Gameplay gerne noch ausgiebiger erlebt.
Wenn der Wikinger mal Feierabend hat
Intakt ist der Rollenspiel-Ansatz, der vor allem mit Odyssey in den Fokus rückte. Als wir uns durch die meisten Hauptmissionen geschlagen haben, finden wir uns inmitten einer geselligen Zusammenkunft anlässlich unseres Sieges über Rued und seine Mannen wieder. Wir dürfen Dialogoptionen treffen, entscheiden, ob wir mit einem Bewunderer ein Schäferstündchen verbringen und Evior auch sonst relativ individuell auf Figuren und Ereignisse reagieren lassen.
Quelle: PC Games
Hands-on-Vorschau zu Assassin's Creed: Valhalla - Meuchelmord mit Charme und Axt (18)
Vor allem aber geben wir uns auf dem Feste dem Alkohol hin und versuchen uns intoxikiert an allerlei Minispielen. Dann gilt es, trotz wackelnder Bewegungen mit Pfeil und Bogen Vasen zu treffen oder einen Waffenbruder unter den Tisch zu trinken. Als wir mit noch einiger Zeit im Gepäck nach dem Fest weiter die Welt erkunden, treffen wir auf weitere Freizeitbeschäftigungen. Die im Vorfeld hochgepriesenen "Wikinger-Rap-Battles" sind in der Praxis leider recht maue Dialoge, bei denen wir gucken müssen, was sich reimt, und ein Würfelspiel, welches wir ausprobieren wollten, wurde uns in der Demo noch vorenthalten. Immerhin können wir angeln! Trotzdem zeigt sich: Hier gibt es auch abseits des primären Pfades wieder Unmengen zu tun. Neben Minispielen stolpern wir über Sammelkram, etwa wegfliegende und zu erhaschende Dokumente, die wir das erste Mal in Assassin's Creed 3 gesehen haben. Oder wir werden mit Nebenmissionen konfrontiert, die etwa erfordern, dass wir einem alten Krieger seinen letzten Wunsch erfüllen und uns mit ihm duellieren, oder dass wir einer frechen Göre ihren Gaul zurückbringen. Gefährlich wird es bei optionalen Bossen, mysteriös, wenn wir über gruselig aussehende Kultstätten stolpern. Man nehme noch allerlei Orte zum Abklappern und Ausräumen hinzu und die Beschäftigungstherapie für Komplettisten dürfte garantiert sein.
Deutlich direkter als bisher werden übrigens die Abschnitte mit Gegenwarts-Protagonistin Layla ins Abenteuer integriert. An bestimmten Punkten stolpern wir über Fehler in der Simulationssoftware Animus, welche die Erinnerungen Eivors zum Leben erweckt, und müssen dann mit Layla seltsame, an Augmented Reality erinnernde Blockstrukturen emporklettern. Die eine Mission dieser Art, die wir ausprobieren konnten, war spielerisch leider etwas mau, wir hoffen auf etwas mehr Varianz und Kreativität im fertigen Spiel.
Alles wie damals?
Quelle: PC Games
Hands-on-Vorschau zu Assassin's Creed: Valhalla - Meuchelmord mit Charme und Axt (19)
Animus-Fehler? Wegfliegende Dokumente? Kommt einem alles bekannt vor, wenn man die frühen Assassin's-Creed-Teile kennt, tatsächlich sind das aber dem bisherigen Anschein nach eher willkürliche Reminiszenzen. Valhalla atmet klar den modernen Assassin's-Creed-Geist, passt ihn aber halt in einigen Punkten an. So können wir erneut mit einem Boot herumschippern, allerdings sind Schlachten zu See offenbar Geschichte und das hübsche Ding dient primär der Fortbewegung. Das kann man positiv sehen, muss man aber nicht. Eindeutige Verbesserungen wie die Möglichkeit, mehrere Marker auf der Map zu setzen, ein wesentlich schneller auf unsere Rufe reagierendes Pferd, das nicht mehr völlig ausflippt, wenn es mit Wasser in Kontakt kommt und mehr werden aber wohl alle Spieler gutheißen und sie sorgen für ein angenehmeres, runderes Spielgefühl. Trotzdem: Wer Assassin's Creed schon bisher nicht mochte, der darf sich nur wegen des neuartigen Wikingersettings hier nicht auf einmal eine völlig andere Spielerfahrung erwarten.
Was da noch kommt
Was wir in der Demo noch nicht selbst erleben durften: Unter anderem die Schifffahrten auf hoher See, wir waren auf innerländische Gewässer beschränkt. Auch unsere Heimatgemeinde, die wir im Spielverlauf nach und nach ausbauen und verändern können, konnten wir noch nicht besuchen, ebenso die weiteren Areale neben Ostanglien, namentlich Wessex, Northumbrien und Mercien. Was wir erleben durften: Unseren Sieg über die feindlichen Kräfte in Ostanglien, die Einsetzung eines neuen, alten Königs, jede Menge Nebenaufgaben, die uns schon in unserer kurzen Zeit mit dem Spiel gehörig von unserer eigentlichen Mission ablenkten und eine gehörige Portion Assassin's-Creed-Feeling, wie man es heutzutage kennt. Muss man nicht mögen, ist aber wohl genau das, was sich Fans erwarten und erhoffen.
Assassin's Creed: Valhalla (jetzt kaufen / 53,99 € ) erscheint Ende 2020 für den PC, PS4 und Xbox One, außerdem für die Next-Gen-Konsolen PS5 und Xbox Series X.
