Von Infinity zum Animus Hub - So sieht die Zukunft von Assassin's Creed aus

Special Matthias Dammes
Von Infinity zum Animus Hub - So sieht die Zukunft von Assassin's Creed aus
Quelle: PC Games / Ubisoft

Lange wurde spekuliert, was Assassin's Creed Infinity sein soll. Matthias hat erstmals einen Blick auf das nun Animus Hub genannte Feature werfen können.

Mein kürzlicher Besuch bei Ubisoft Quebec hielt neben dem geplanten Anspielen von Assassin's Creed Shadows auch noch eine Überraschung parat. Ich konnte erstmals einen Blick auf ein Projekt werfen, das uns bisher nur als das recht ominöse Assassin's Creed Infinity bekannt war. Schon seit einigen Jahren wird immer wieder über einen Live-Service-Überbau für die gesamte Reihe gemunkelt, der unter diesem Namen entstehen soll.

Da wurden teilweise wilde Vergleiche mit Fortnite angestellt oder eigene Schauplätze für Infinity kolportiert. Wie sich herausstellt, hat die Realität am Ende sehr wenig mit den Gerüchten zu tun. Das, was mal unter dem Projektnamen Infinity bekannt war, heißt jetzt Animus Hub und ich erkläre euch jetzt alles, was ich dazu bei Ubisoft gelernt habe.

Animus für alle

Der In-Lore-Kontext des Animus Hub ist der, dass für Assassin's Creed Shadows (jetzt kaufen 49,85 € ) die Gegenwartsgeschichte bereits einige Jahre in unserer Zukunft angesiedelt ist. Abstergo Industries haben eine vollkommen neue Version des Animus veröffentlicht, den Animus Ego. Dahinter verbirgt sich eine Variante des Animus, den jeder bei sich zu Hause nutzen kann. Die Templer haben aus ihrer Maschine für die Reise in die Vergangenheit also ein Entertainment-Produkt für jedermann gemacht. So wollen sie die kollektive Menschheit für ihre Zwecke nutzen und die Vergangenheit durchforsten lassen.

Als Spieler, der Assassin's Creed Shadows startet, logge ich mich demnach in meinen persönlichen Animus Ego ein. Allerdings handelt es sich dabei um eine gehackte Version, die auch der Dark Animus genannt wird. Dadurch habe ich Zugriff auf Erinnerungen, die Abstergo nie für die Öffentlichkeit freigegeben hat. In den praktischen Nutzen des Animus Hub übersetzt bedeutet das, dass ich Zugriff auf alle Assassin's-Creed-Spiele der sogenannten zweiten Periode habe - also alle Titel seit Origins.

Spiele und Missionen

Der Animus Hub ist jedoch nicht, wie vielleicht vermutet, ein neuer Launcher oder übergreifendes Programm, sondern integrierter Teil der Installation von Assassin's Creed Shadows. Der Hub selbst ist in vier Bereiche aufgeteilt. In den Memories befinden sich die Spiele selbst. Hier habe ich Zugriff auf die Abenteuer von Bayek, Kassandra, Eivor, Basim und natürlich auch Yasuke und Naoe.

Wie genau das funktioniert, ist mir allerdings bisher nicht klar. Vor allem, da ich mich ja eigentlich in Shadows befinde. Wenn ich jetzt Odyssey starte, schließt sich Shadows und das andere Spiel bootet automatisch? Und wenn ich dann Odyssey wieder schließe, bin ich zurück in Shadows? Und was passiert, wenn ich Spiele auf Disk habe? Leider konnte ich noch nicht selbst mit dem Hub herumspielen, um diese Fragen zu beantworten.

Der zweite Bereich des Animus Hub nennt sich Projects. Hier finde ich spezielle Missionen, die innerhalb des Spiels ausgeführt werden können. Damit verdiene ich mir Belohnungen wie neue Ausrüstungsgegenstände, Datenbank-Einträge und eine spezielle Währung namens Keys. Dazu gleich mehr. Das Angebot an Missionen in den Projects soll konstant erweitert und ausgetauscht werden. Als Motivation, immer wieder neue Missionen zu spielen, gibt es einen Belohnungspfad, wie man ihn von Battle-Pässen und ähnlichem kennt. Zusätzliches Geld muss man hier jedoch nicht ausgeben. Der Zugriff auf alle Inhalte und Belohnungen soll kostenlos sein.

Lore und Belohnungen

Die Missionen sollen jedoch nicht nur Wege zu zusätzlichen Belohnungen sein, sondern sind auch Teil der Gegenwartsgeschichte von Assassin's Creed, die ab Shadows hauptsächlich nur noch über diese Aufträge innerhalb des Animus Hub erzählt werden soll. Dazu gibt es als Belohnung auch die schon erwähnten Datenbank-Einträge, die sich dann in der sogenannten Vault wiederfinden. Hier wird die gesamte Lore von Assassin's Creed inklusive der Ereignisse außerhalb des Animus in Form von Texten, Bildern sowie Audio- und Videofiles zusammengetragen.

Der letzte Bereich im Animus Hub ist die Exchange, wo die zuvor bereits erwähnte neue Währung zum Einsatz kommt. In diesem Marktplatz kann ich diese in den Missionen verdienten Keys nutzen, um mir Gegenstände aus dem regulären Ingame-Store des Spiels zu erwerben. Wenn ich das richtig verstanden habe, wird damit also eine alternative Möglichkeit geschaffen, um sich Items aus dem ansonsten auf Echtgeldbasis operierenden Kosmetik-Store zu verdienen.

Assassin's Creed Infinity enthüllt: So sieht der neue Animus Hub aus Quelle: Ubisoft In vielen Punkten blieben die Entwickler noch sehr vage. Auch haben sie gleich zu Beginn der Präsentation zugegeben, noch nicht alle Geheimnisse rund um den Animus Hub offenzulegen. Daher bleibe ich auch noch eher zurückhaltend, was meine Meinung zu dem Feature angeht. Einerseits finde ich es nicht schlecht, dass ich mir durch regelmäßiges Engagement mit den Missionen Belohnungen verdienen kann, ohne dafür zusätzliches Geld im Shop ausgeben zu müssen.

Andererseits bin ich noch sehr skeptisch, was die Auslagerung des modernen Parts von Assassin's Creed in eine Sammlung von Codex- und Datenbank-Einträgen angeht. Auch bleiben bei mir noch Fragezeichen, wie das Ganze nun als zentraler Hub für alle AC-Spiele funktionieren soll, wenn es bisher doch einfach nur ein in Shadows eingebautes Feature ist. Ich werde die Entwicklung entsprechend weiter gespannt verfolgen.

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