Assassin's Creed - Odyssey im Test: Nebenaufgaben, Ladezeiten, Fazit, Meinung und Wertung
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Schwebt der neueste Ableger der Meuchelmörderreihe im Olymp oder sollte man ihn lieber zu Hades schicken? Wir haben für unseren Assassin's Creed: Odyssey-Test das Griechenland-Abenteuer rund 50 Stunden gespielt und sagen euch in unserer Review, ob der enorme Umfang alleine schon Grund genug für die Anschaffung des neuesten Ubisoft-Spiels ist. Update: Jetzt mit PC-Wertung!
Assassin's Creed: Odyssey-Test: Aufgaben aus dem Automaten
Quelle: PC Games
Die Quests bieten relativ wenig Abwechslung. Oft müssen wir in einer feindlichen Festung den Anführer ausschalten oder Geiseln befreien.
Die Nebenmissionen, zu deren Absolvierung wir aufgrund des Rollenspielsystems mit seinen Erfahrungsstufen regelrecht gezwungen werden, haben uns hingegen nicht so gut gefallen. Hier stehen uns zu meist langweilige Sammelaufgaben (gehe zu einem Wald in der Nähe von Korinth, sammele dort drei Kräuter ein und bringe sie mir zurück), moralisch fragwürdige Attentate (ein Bandit hat meine Früchte gestohlen, jetzt musst du ihn umbringen!) oder typische Basismissionen, in denen wir als Ein-Mann-Armee eine ganze Festung auseinandernehmen. Man merkt einfach, dass die Entwickler sich bei den Dialogen und Geschichten kaum Mühe gegeben haben und ihnen zudem eingeschränkte Mittel bei der Gestaltung der Nebenmissionen zur Verfügung standen. Am Ende wirkten die allermeisten Sidequests auf uns so, als ob sie aus einem Automaten gekommen wären und boten entsprechend auch wenig Abwechslung oder Motivation. Positive Ausnahmen hierbei sind aber Aufgaben, die ihr für berühmte historische Persönlichkeiten erledigt. So lernen wir in jenen Quests, wie etwa Sokrates auf seine philosophischen Fragen gekommen ist oder wie Hippokrates die ersten Regeln für Mediziner aufstellte. Doch insgesamt sind gefühlt mehr als 80 Prozent der Nebenmissionen fast schon austauschbar und vom Aufbau her so uninteressant, dass wir oftmals die Dialoge gar nicht mehr angehört haben. Eigentlich wollten die Entwickler gerade mit den Quests die Spielwelt interessant und lebendig gestalten. So kam es uns jedoch mitunter eher vor, als ob wir durch eine Hollywood-Kulisse wandern, die zwar wunderhübsch, aber ebenso oberflächlich und austauschbar ist.
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Das ist wirklich schade, denn - wie bereits erwähnt - müsst ihr zahlreiche Nebenquests erledigen, damit ihr in der Kampagne voranschreitet. Das liegt mit den Erfahrungsstufen zusammen, die jeweils für eine (Haupt-)Mission empfohlen werden. Liegt euer Level vier oder fünf Stufen unter der Empfehlung, kann man deren Absolvierung aufgrund der viel zu starken Gegner fast schon vergessen. Es kommt natürlich auf eure Spielweise an, aber wir hatten zumindest drei Mal eine dicke Grindingphase im Spiel, die schon bis zu sechs Stunden Zeit beanspruchten und wegen der abwechslungsarmen Nebenmissionen stark an unserer Motivation zum Weiterspielen gekratzt haben.
Quelle: PC Games
In der Spielwelt kämpfen wir nicht nur gegen Soldaten, sondern ebenso gegen viele Wildtiere wie Bären, Wölfe oder gar Löwen.
Da haben die frisch eingeführten Spielmechaniken wie etwa die Massenschlachten oder das Söldner-System auch nicht wirklich geholfen. Die Schlachten mit rund 150 Kriegern sehen zwar recht nett aus, aber schlussendlich muss man hier auch nur immer dasselbe machen: Die feindlichen Anführer sowie Helden ausschalten und hoffen, dass die eigene Seite siegreich bleibt. Wir hatten in den Gefechten zudem das Problem, dass man sich kaum darüber freut, ob man eine Auseinandersetzung für Sparta oder Athen gewinnt. Im Spiel müssen wir nämlich für beide Seiten Missionen absolvieren und so fehlte es uns zumindest ein bisschen an Motivation, das Kriegsgeschehen zugunsten einer Fraktion zu bewegen.
Eher etwas nervig ist zudem die neue Söldnermechanik von Assassin's Creed: Odyssey. Wenn wir im Laufe unseres Abenteuers Verbrechen wie Mord und Diebstahl begehen, werden Söldner auf uns angesetzt. Wir können unser Kopfgeld immer gegen relativ wenige Drachmen auf Knopfdruck einlösen oder müssen uns damit abfinden, dass ein solcher Bounty Hunter uns mitten in einer Schleichmission stört. Immerhin darf man aber die wertvolle Beute der Söldner behalten, wenn man sie erlegt - und Kassandra oder Alexios mit schlagkräftigen Schwertern oder dicken Rüstungen ausstatten.
Assassin's Creed: Odyssey-Test: Zu große Spielwelt?
Ein anderer Kritikpunkt unsererseits liegt mit den Dimensionen der Spielwelt zusammen. Natürlich ist es lobenswert, dass die Entwickler uns mit einer so riesigen Open-World beglücken - es ist einfach unglaublich, wie präzise und liebevoll man etwa Athen, Korinth und Sparta nachgestellt hat. Da aber die Nebenmissionen eher austauschbar sind, ist die eigene Nähe zur Spielwelt am Ende gering. Alles andere als gering sind aber die Laufwege, die wir für das Erledigen der Aufgaben in Kauf nehmen müssen. Wir hatten oftmals das Gefühl, dass wir mit dem Reiten oder Gehen fast schon länger beschäftigt waren als mit der eigentlichen Mission. Zudem fallen die Ladezeiten für Schnellreisen so lang aus, dass man des Öfteren ins Grübeln kommt, ob man die eigentlich hilfreiche Funktion überhaupt benutzen möchte. Die Ladezeiten machen sich auch sonst überall im Spiel negativ bemerkbar und ließen uns auf die Idee kommen, dass die Entwickler den Speicherbedarf der Spielwelt wohl ein wenig unterschätzt haben. So wird zwar die Open-World stets ohne Ladezeiten gestreamt, aber wenn es etwa zu einem Dialog oder einen anderen plötzlichen Ortswechsel kommt, dürfen wir uns auf eine relativ lange Pause gefasst machen.
Ebenso kommt es bei Zwischensequenzen schon mal zu mehreren Unterbrechungen, wodurch die eigentlich Dramatik komplett verloren geht. Noch störender ist aber das Nachladen der Texturen in der offenen Spielwelt. Falls ihr nicht auf eine PS4 Pro beziehungsweise einer Xbox One X spielt, werden die Details von Mauern, Häusern oder Bäumen erst in geringer Entfernung sichtbar - bis dahin darf man sich an vielen Stellen über matschige Texturen freuen. Zu der PC-Version und ihrer Performance können wir uns aktuell noch nicht äußern. Ubisoft stellte uns lediglich die Xbox-One - sowie die PS4 -Version für den Test zur Verfügung.
Quelle: PC Games
Die Seeschlachten gehören wieder zu den Highlights des Spiels. Sie unterscheiden sich zwar kaum von denen aus AC4: Black Flag, machen aber immer noch richtig Laune.
So müssen wir sagen, dass die Entwickler sich unserer Meinung nach mit Assassin's Creed: Odyssey ein wenig verhoben haben. Das Spiel sieht wunderbar aus und bietet uns einen Umfang, der in Anbetracht der Spielzeit auch für heutige Verhältnisse unglaublich enorm ist. Jedoch zeigt es sich vor allem in den Nebenmissionen, dass die Entwickler - aus Zeit- oder anderen Gründen - nicht in der Lage waren, eine abwechslungsreiche Spielwelt zu kreieren, deren Geschichten uns an den Bildschirm fesseln. Trotzdem ist Assassin's Creed: Odyssey beileibe kein schlechtes Spiel: Die reihentypischen Spielmechaniken wie die Kämpfe, die Seeschlachten und das Schleichen funktionieren weiterhin wunderbar und auch wir hatten unsere guten Momente im antiken Griechenland - vor allem als es gegen mythische Sagenkreaturen wie Minotaurus oder Medusa ging. Wer also mit zeitaufwendigen Rollenspielen wie Dragon Age: Inquisition oder Mass Effect: Andromeda seinen Spaß hatte und wieder für zig Stunden in eine optisch toll gestaltete Spielwelt eintauchen möchte, ist mit AC: Odyssey trotz unserer Kritikpunkte gut beraten.
Assassin's Creed Odyssey-Test: PC-Version
Wir haben nun zur Genüge Erfahrungen mit der PC-Fassung von Assassin's Creed: Odyssey gesammelt und müssen sagen, dass die Windows-Version vor allem in puncto Nachladezeiten das Griechenland-Abenteuer im Vergleich zur Konsole spürbar verbessert. Vor allem wenn man das Spiel auf einer SSD-Festplatte installiert, muss man sich nicht mehr mit Unterbrechungen vor Dialogen oder nervigen Nachladebildschirmen für eine Schnellreise herumschlagen. Auch grafisch legt AC: Odyssey auf dem PC noch eine Schippe zu, dafür ist allerdings auch ein potenter Rechner vonnöten. Unsere Kollegen von der PC Games Hardware sprechen in ihrem Benchmark-Artikel von rund 20 Prozent geringeren Bildraten im Vergleich zum Vorgänger. Dabei sollte man aber nicht nur auf eine starke Grafikkarte setzen, sondern ebenso einen leistungsfähigen Mehrkernprozessor sein Eigen nennen. Das Spiel lässt sich aber dank des ausführlichen Grafik-Menüs auf das eigene System sehr gut anpassen und so finden wir, dass Assassin's Creed: Odyssey auf dem PC insgesamt eine etwas bessere Spielspaß-Wertung verdient als die Konsolenfassungen.
