Assassin's Creed - Odyssey: Ist Umfang alles? Das Griechenland-Abenteuer im Test
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Schwebt der neueste Ableger der Meuchelmörderreihe im Olymp oder sollte man ihn lieber zu Hades schicken? Wir haben für unseren Assassin's Creed: Odyssey-Test das Griechenland-Abenteuer rund 50 Stunden gespielt und sagen euch in unserer Review, ob der enorme Umfang alleine schon Grund genug für die Anschaffung des neuesten Ubisoft-Spiels ist. Update: Jetzt mit PC-Wertung!
Schon in unserer letzten Vorschau vor dem Test haben wir festgestellt: Assassin's Creed - Odyssey hat epische Ausmaße! Nachdem wir nun in etwas über 50 Stunden die letzte Hauptmission absolviert haben, können wir das nur unterschreiben - keine andere Kampagne der renommierten Meuchelmörderreihe hat uns so lange vor dem Bildschirm gefesselt. Obendrein ist Spiel nach dem Abschluss der letzten Mission noch lange nicht zu Ende. Die Entwickler bieten uns ein sehr ausgiebiges Endgame, mit dem man sich gut und gerne mehr als 25 Stunden beschäftigen kann - bis dann die ersten kostenpflichtigen DLCs erscheinen und die Spielwelt um neue Quests und Gebiete erweitern. Wer sich auf die Odyssee in der griechischen Antike begibt, sollte sich folglich - ähnlich wie bei einem Online-Rollenspiel - viel Zeit in Kauf nehmen. Ob der Aufwand sich wiederum auch auszahlt und wie viel Spaß wir tatsächlich während unseres Griechenland-Abenteuers hatten, das wollen wir in unserem Test von Assassin's Creed: Odyssey beantworten.
In diesem Artikel
Assassin's Creed: Odyssey (jetzt kaufen / 53,99 € ) entführt uns in die griechische Antike, genauer gesagt in das Jahr 431 vor Christus, in der wir anfangs noch auf der Suche nach dem Ursprung des Speers von Leonidas sind. Bei der Gestaltung der Spielwelt haben sich die Entwickler wieder richtig viel Mühe gegeben und lassen uns so in einer frisch wirkenden und zugleich wunderschön aussehenden Epoche der Weltgeschichte wandern. Der bittere Kampf zwischen den einzelnen Stadtstaaten wie Sparta und Athen, der zu jener Zeit in Griechenland ausgetragen wurde, ist zudem ein fesselndes Thema. Ebenso lassen berühmte Persönlichkeiten, auf die wir während unseres Abenteuers treffen - etwa der Philosoph Sokrates, der Mediziner Hippokrates und der Staatsmann Perikles -, einen Hauch von einer kleinen, aber gelungenen Geschichtsstunde aufkommen.
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Assassin's Creed: Odyssey-Test: Zwei gar nicht so ungleiche Helden
Leoniadas, der Besitzer des mächtigen Speers, dürfte - Hollywood sei Dank! - den Meisten hingegen als der König der Spartaner bekannt sein. Der todesmutige Heerführer konnte bei den Thermopylen mit seinen 30 0 Spartiaten eine für damalige Verhältnisse gigantische persische Armee aufhalten. Was aber der legendäre Herrscher der Lakonier und seine Lanze mit der Geschichte um die Templer und Assassinen zu tun hat, bleibt in den ersten Spielstunden von Assassin's Creed: Odyssey schleierhaft. Wir schlüpfen mit der Aninmus-Maschine entweder in die Rolle von Alexios oder Kassandra, die sich auf der eher abgelegenen Insel Kefalonia als Söldner verdingen. So entdecken wir mit der Zeit die unglaublich riesige Spielwelt, die sich - ähnlich wie Assassin's Creed 4: Black Flag - nicht nur zu Fuß und auf dem Pferd, sondern auch mit einem Schiff erkunden lässt. Die reihentypische Gegenwartsgeschichte bleibt im neuesten Ableger hingegen sehr knapp. Während der Hauptmissionen hatten wir lediglich zwei kurze Sequenzen in der Realität, die man auch locker hätte wegfallen lassen können.
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So verfügen sowohl Alexios als auch Kassandra dank des Speers von Leonidas Superkräfte, die sie ähnlich wie die Assassinen der anderen AC-Teile etwa für heimliche Attentate verwenden. Außerdem sind beide auf der Suche nach ihrer Familie, wollen aber auch zugleich für Frieden im umkämpften Griechenland sorgen. Für das Abenteuer macht es also kaum einen Unterschied, für welchen Helden ihr euch entscheidet, einzig das Aussehen und die (wohlgeratene) deutsche Sprachausgabe unterscheiden sich.
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Assassin's Creed: Odyssey-Test: Open-World-Spielplatz
Während der etwa 50 Stunden langen Handlung erleben wir die zudem die eine und andere Überraschung über die wirkliche Herkunft der beiden, die wir aber an dieser Stelle euch lieber nicht verraten möchten. Uns haben die Wendungen schlussendlich aber eher kaltgelassen, weil - wie eigentlich im gesamten Spiel - die Charaktere oberflächlich und klischeehaft bleiben. Wer bereits andere Ubisoft -Titel wie Watch Dogs 2 oder Far Cry 5 gespielt hat, kennt aber das Problem um die austauschbaren Protagonisten sowie Nebencharaktere und weiß, dass sie meistens den eigentlichen Spielspaß nur marginal beeinflussen. Im Grunde genommen handelt es sich bei Assassin's Creed: Odyssey trotz seiner vielen Rollenspielelemente immer noch um einen riesigen Open-World-Spielplatz, in der wir uns (fast) ganz nach Gusto austoben können. Eine wirklich fesselnde Geschichte oder gar Entscheidungen, die den Verlauf der Handlung gravierend beeinflussen, sollte man hingegen von Assassin's Creed: Odyssey lieber nicht erwarten. Vielmehr dürfen wir nun etwa darüber entscheiden, ob wir einen Nebencharakter am Leben lassen und treffen so in späteren Missionen auf ihn. Zudem beeinflussen unsere Entscheidungen die Endsequenz der Hauptkampagne, aber auch hier halten sich die Auswirkungen unserer Meinung nach in Maßen.
Quelle: PC Games
Im Laufe unsereres Abenteuers führen wir viele Dialoge und können auch Entscheidungen treffen. Die Entscheidungen haben unserer Meinung aber nicht wirklich dramatische Auswirkungen für die Handlung.
Das dürfte die meisten Fans der Reihe aber nicht stören. Am wichtigsten war es uns zumindest, dass die grandios gestaltete Spielwelt genügend abwechslungsreiche Aufgaben für ein so lang angelegtes Abenteuer bietet. Hier stehen uns neben den aus AC: Origins bekannten und überarbeiteten Kämpfen nun auch ausgewachsene Schiffsschlachten zur Verfügung, die - wie bereits in AC4 - zu den Highlights der Kampagne gehören. Nach dem Einführungskapitel bekommen wir ein Schiff, mit dem wir nicht nur durch die Spielwelt schippern, sondern auch Kämpfe gegen mehrere Feinde zeitgleich bestreiten. Die Schlachten unterscheiden sich zwar eigentlich nur in der Wahl der Waffen von denen aus Assassin's Creed 4: Black Flag, unterhalten aber dank der starken Präsentation und der eingängigen Bedienung weiterhin gut. Zudem können wir das Schiff noch durch Upgrades verbessern und schießen so etwa zwei statt einer Speersalve oder halten noch mehr Treffer aus.
Obendrein lassen sich in der Spielwelt Offiziere anheuern, die uns beim Entern von feindlichen Schiffen zur Hand gehen und auch die Angriffswerte unseres Kahns verbessern. Einzig das Anheuern als solches hat uns hierbei nicht so sehr gefallen: Es reicht, feindliche Wachen zu betäuben und sie dann per Knopfdruck zu unserer Mannschaft hinzuzufügen. Hier wären etwa - passend zu einem ausgewachsenen Rollenspiel - vielleicht unterschiedliche Dialogoptionen ein wenig eleganter gewesen, mit denen wir die betreffende Person überzeugen. Außerdem fanden wir es schade, dass wir nicht wie in Black Flag mit unserem Schiff auch gegen Küstenfestungen vorgehen - das mag aber eher der geschichtlichen Epoche als dem Zeitdruck der Entwickler verschuldet sein.
