Assassin's Creed Mirage: Fünf Gründe, warum es besser ist als Valhalla
Kolumne
Obwohl Assassin's Creed Mirage mit Schwächen zu kämpfen hat, macht der Ubisoft-Titel Redakteur Michi mehr Laune als die direkten Vorgänger.
Abwechslung kommt dank der verschiedenen Bevölkerungsschichten ins Spiel. Im Kern der Stadt entdecke ich hübsche Gärten und vor Prunk strotzende Bauwerke, während die Viertel drum herum in Armut vergehen. Die Wüste rund um die Stadt ist überschaubar und bietet bloß ein paar Oasen, Ruinen und geheimnisvolle Höhlen. Das ist auch gut so, schließlich bedeutet größer nicht immer auch besser. Assassin's-Creed bekam das in der Vergangenheit am eigenen Leibe zu spüren.
Ein Schritt zurück ist einer nach vorn
Der Hauptgrund, warum ich weder Valhalla noch Origins noch Odyssey zu Ende gespielt habe, ist, dass sie einfach viel zu groß und vollgestopft mit uneinheitlichen Gameplay-Elementen waren. Die Ausrichtung hin zum RPG hat mir nicht gefallen. Für mich hängt Assassin's Creed eng zusammen mit Stealth-Gameplay und heimlichen Attentaten, wenngleich ich natürlich weiß, dass auch die Rollenspieler-Teile ihre Fanbase haben. Ich bin jedenfalls froh, mich diesmal nicht durch riesige Fähigkeitsbäume und unzählige Waffenverbesserungen quälen zu müssen. In Mirage ist der Skill Tree übersichtlich gehalten.
Quelle: Ubisoft
Das Fortschrittsgefühl funktioniert dadurch deutlich besser als in den drei Vorgängern. In Valhalla dauerte es ewig, in der Story voranzukommen. Da gab es hier eine Kleinigkeit zu erledigen, dort musste jemand beschattet und hier durch die absurd riesige Spielwelt geritten werden.
Der neue Teil ist deutlich kompakter. Durch die sogenannten Nachforschungen weiß ich auch immer, wie lange meine aktuelle Aufgabe noch dauert, ehe mein Opfer die versteckte Klinge im Nacken spürt.
Kein Sammelwahnsinn
Was mich zum nächsten Punkt bringt. Es gibt bis auf wenige Ausnahmen keine unnötigen und in die Länge gezogenen Nebenmissionen. Leuten geheimnisvolle Scherben aus den Taschen zu klauen oder Bücher zu finden wird zudem großzügig belohnt.
Die Aufträge in den Häusern der Bruderschaft nehmen ebenfalls nicht viel Zeit in Anspruch. In den Vorgängern sah das anders aus und sinnvole Belohnungen gab es kaum.
Auch der bekannte Ubisoft-Sammelwahnsinn hält sich in Grenzen. Das Entdecken der historischen Stätten bildet sogar weiter, da ich durch Kodex-Einträge Hintergründe zur Geschichte Bagdads und zu Gebäuden erfahre. Das ist klasse!
Ein Spiel für zwischendurch
Durch den geringeren Umfang verkürzt sich auch die Spielzeit. Vorbei sind die Tage, an denen ich mehrere Stunden von A nach B und wieder zurück schlenderte und sich mein Story-Fortschritt kaum veränderte. Dennoch fühlt sich Mirage nicht nach Assassin's Creed light an, sondern erzählt eine kürzere Geschichte rund um meine geliebten Kapuzenträger.
Basim hätte eine spannendere Story verdient, das Problem liegt allerdings nicht in der kürzeren Spielzeit, sondern der Umsetzung der Charaktere. Ubisoft punktet meist nur bei Antagonisten wie Vaas Montenegro aus Far Cry.
Es fühlt sich trotzdem erfrischend an, dass nach der 15-20 stündigen Geschichte ein echtes Ende wartet. Viele Spiele kommen heutzutage mit wenig Umfang auf den Markt und erhalten nach und nach Erweiterungen für ein längeres Spielerlebnis. Games-as-a-service nennt sich das und ist Ubisoft nicht fremd.
Bei Mirage ist das anders. Ich muss keine 100 Stunden investieren, um Bagdad komplett abzugrasen. Inklusive Sammelkram und Nebenmissionen bleibt die Spielzeit unter 30 Stunden. Gerade nach den Umfangmonstern Baldur's Gate 3 und Starfield kommt das kurze, knackige Meuchelspiel wie gerufen.
Mit Mirage ist Ubisoft zwar kein Gaming-Highlight gelungen, doch Spaß macht das Abenteuer auf alle Fälle. Für Stealth-Fans wie mich schlägt es eine gute Richtung ein - und für Rollenspiel-Liebhaber haben die Entwickler Assassin's Creed Codename Red in der Pipeline. Sogar Multiplayer-Enthusiasten können der Zukunft aufgrund des MMOs Assassin's Creed Infinity mit Spannung entgegensehen. Ubisoft hat also für alle Assassin's-Creed-Fangruppen vorgesorgt.
