Besseres Schleichen und neue Geschichten - Black Flag ist zurück und besser denn je

Special Matthias Dammes
Besseres Schleichen und neue Geschichten - Black Flag ist zurück und besser denn je
Quelle: Ubisoft

Wir konnten Assassin's Creed: Black Flag Resynced spielen. Das Remake begeistert mit besserem Schleichen und neuen Geschichten.

Mehr Freiheit beim Schleichen

Aber in einem Assassin's Creed wird natürlich auch heimliches Vorgehen großgeschrieben. Entsprechend hat auch das Stealth-System im Remake viel Liebe erfahren. Die wichtigste Neuerung: Wir können jetzt überall und jederzeit in den gebückten Schleichgang gehen. Vorbei also die Zeiten, in denen wir auf hohes Gras angewiesen waren, um uns an ein Ziel anzuschleichen.

Die Sichtbarkeit von Edward hängt dabei jetzt besonders von den Lichtverhältnissen ab. Ein Balken zeigt uns jederzeit an, wie stark wir für den Gegner zu erkennen sind. Entsprechend spielen der Tag-Nacht-Zyklus des Spiels und auch das Wetter eine wichtige Rolle, wenn wir eine Schleichmission planen. Bei starkem Regen ist zum Beispiel auch die Sicht stark eingeschränkt. Das erschwert es uns zwar, Gegner auf Entfernung zu erkennen, aber auch die Feinde können den schleichenden Edward schwerer ausmachen.

Wichtig beim Schleichen sind auch wieder die zahlreichen Tools wie Schlafpfeile, Münzen und das Pfeifen, die alle entsprechend den neuen Möglichkeiten des Stealth-Systems modernisiert wurden. Es machte während unserer Vorschau bereits wieder sehr viel Spaß, durch feindliche Lager zu schleichen und Pläne auszutüfteln, wie wir jeden einzelnen Gegner ausschalten. Durch die neuen Optionen hatten wir dabei spürbar mehr Freiheit in unserer Vorgehensweise.

Sehr gefreut hat uns auch, dass das sogenannte Social-Stealth weiterhin im Spiel ist. Das ist ein Element bei der Verkörperung eines heimlichen Assassinen, das in den neueren Titeln der Reihe leider nicht mehr wirklich genutzt wird. Dabei geht es darum, besonders in belebten Ortschaften, die soziale Umgebung zu unserem Vorteil zu nutzen. Wir setzen uns auf eine Bank zwischen andere Passanten, um einem Gespräch zu lauschen. Oder wir heuern eine Gruppe von Tänzerinnen an, um eine Gruppe von Wachen abzulenken.

Diese Tänzerinnen können wir anheuern, um sie dann zum Beispiel zur Ablenkung von Wachen einzusetzen. Nur ein Teil des sogenannten Social-Stealth. Quelle: PC Games Diese Tänzerinnen können wir anheuern, um sie dann zum Beispiel zur Ablenkung von Wachen einzusetzen. Nur ein Teil des sogenannten Social-Stealth.

Viel zu tun in der Karibik

Nachdem wir uns in der ersten Spielstunde ein wenig mit den Spielsystemen von Black Flag Resynced vertraut machen konnten, stand danach die freie Erkundung der Spielwelt auf dem Plan. Die Anspielversion ließ uns dazu einen kleinen Abschnitt der gesamten Karibikkarte frei mit unserem Schiff bereisen. Hier stand uns eine Vielzahl an Aktivitäten zur Verfügung.

Wir haben ein feindliches Fort angegriffen und eingenommen. Haben im Beiboot mit Harpunen Jagd auf einen Bullenhai gemacht. Haben kleine, verschlafene Siedlungen besucht und Schmuggler in ihrer Höhle ihrer Waren beraubt. Viele dieser Nebenaktivitäten wurden im Vergleich zum Original überarbeitet, mit neuen Belohnungen und auch erzählerischem Kontext ergänzt. So gibt es während der Erkundung auch neue Dialoge, die beim World-Building zusätzliche Hintergründe liefern sollen.

In der offenen Spielwelt gehen wir verschiedensten Aktivitäten nach. So machen wir zum Beispiel mit der Harpune Jagd auf verschiedene Großfische. Quelle: PC Games In der offenen Spielwelt gehen wir verschiedensten Aktivitäten nach. So machen wir zum Beispiel mit der Harpune Jagd auf verschiedene Großfische. Neben all diesen bekannten Aktivitäten haben die Entwickler auch neue Elemente hinzugefügt. Es gibt neue Inseln und Landstriche, die betreten und erkundet werden können. Entsprechend gibt es dort auch neue Geheimnisse und Belohnungen zu entdecken. Das Team wollte dadurch eine höhere Dichte an erlebbaren Inhalten in der Karibik erreichen. Besonders motiviert hat uns bei der Erkundung die Tatsache, dass es Ubisoft gelungen ist, sämtliche Ladezeiten aus der Spielwelt zu entfernen. Die gab es im Original vorwiegend beim Anlegen in größeren Städten sowie beim Betreten von Höhlen und ähnlichen Orten.

Verbesserte und neue Inhalte

Die Modernisierungen des Remakes haben auch vor den Quests nicht haltgemacht. Die Entwickler haben sich jede Mission vorgenommen und mit zusätzlichen Dialogzeilen, neuen Geheimnissen oder sonstigen Verbesserungen ausgestattet, wo sie nötig waren. Das prominenteste Beispiel sind Quests, bei denen wir Zielpersonen unauffällig verfolgen oder belauschen müssen. Wurde man bei diesen Aufgaben entdeckt, führte das im Original immer sofort zur Desynchronisation, also zum Game Over. In Resynced gibt es in diesen Missionen nach einer potenziellen Entdeckung immer noch alternative Lösungsmöglichkeiten.

Viele Quests wurden für das Remake überarbeitet. Zusätzlich gibt es neue Inhalte rund um bekannte Charaktere wie Blackbeard (Mitte). Quelle: PC Games Viele Quests wurden für das Remake überarbeitet. Zusätzlich gibt es neue Inhalte rund um bekannte Charaktere wie Blackbeard (Mitte). Für Kenner des Originals dürften die komplett neuen Questinhalte am spannendsten sein. Die Entwickler haben das Spiel mit neuen Nebenmissionen im Versteck, neuen Abschlüssen für einige offen gebliebene Charaktergeschichten und einem komplett neuen Endgame-Kapitel erweitert. Insgesamt soll das Spiel auf diese Weise ungefähr sechs Stunden an zusätzlichen Inhalten bieten.

Zu den neuen Geschichten gehören auch drei Offiziere für unser Schiff, die jeweils mit einer eigenen Questreihe eingeführt werden. In der Preview-Version konnten wir uns davon mit der Einführungsquest für Lucy Baldwin einen ersten Eindruck verschaffen. Die Schiffsbauerin befreien wir von einem schwerbewachten englischen Schiff, bevor wir sie in unserem Versteck von der Arbeit in unseren Diensten überzeugen. Lucy macht dabei als neuer Charakter schon einen guten Eindruck und fügt sich gut in unsere Bande von Außenseitern ein.

Lucy Baldwin ist eine der drei neuen Offiziere, die wir für unser Schiff anheuern können. Die Charaktere kommen jeweils mit ihrer eigenen Questreihe daher. Quelle: Ubisoft Lucy Baldwin ist eine der drei neuen Offiziere, die wir für unser Schiff anheuern können. Die Charaktere kommen jeweils mit ihrer eigenen Questreihe daher.

Die Gegenwart ist Geschichte

Es gibt bei den Inhalten aber nicht nur Neues zu entdecken, sondern auch Kürzungen. Die gesamten Gegenwarts-Abschnitte, in denen wir mit einem namenlosen Protagonisten bei Abstergo zugange waren, wurden gestrichen. Stattdessen wird die Verbindung zur Gegenwart und zum Animus ähnlich wie in Assassin's Creed: Shadows gehalten - über Risse und Datenfiles, die wir in der Spielwelt entdecken. Für Spieler, die eh nie viel für die Gegenwartsstory übrighatten, sicher eine willkommene Entwicklung.

Wir finden aber, dass hier auch eine Chance verspielt wurde. Black Flag war damals der erste Titel der Reihe, der nach den Ereignissen des Vorgängers nicht mehr so richtig wusste, wohin die Reise in der Rahmenhandlung eigentlich gehen soll. Dieses Versäumnis von damals hätte man jetzt wesentlich besser korrigieren können. Aber eben nicht nur mit ein paar Textfiles, die in einem Menü außerhalb des Spiels versauern, wo sie eh keiner beachtet.

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