"Ich habe es nie durchgespielt" - Matt Ryan über seine Black-Flag-Erfahrung
Special
Auf einem Vorschau-Event zu Assassin's Creed: Black Flag Resynced sprachen wir mit Edward-Darsteller Matt Ryan unter anderem über seine eigene Erfahrung mit dem Spiel. Er gibt zu es bisher nie durchgespielt zu haben.
PC Games: Edward ist Pirat und Assassine, aber er ist auch Ehemann, der ein besseres Leben für seine Familie möchte. Was zeichnet seinen Charakter für dich aus, was macht ihn besonders?
Matt Ryan: Ich denke, es sind genau die drei Dinge, die du gerade genannt hast. Die Entwicklung, die der Charakter in diesem Spiel durchmacht, ist das, was ich an ihm am meisten liebe. Er beginnt als Schurke, als Bauer, als Gauner - als jemand, der versucht, ein besseres Leben für sich und seine Frau zu erreichen. Seine Absichten, sein Herz sind also gut, aber er ist auch bereit, alles zu tun, um dieses Glück zu erlangen. Da ist auch Ruhm im Spiel, also ein bisschen Narzissmus.
Er beginnt als jemand, der wirklich alles tun würde, um diese Dinge zu bekommen, und begibt sich auf eine Reise, auf der er seinen moralischen Kompass findet. Wenn er diesen moralischen Kompass tatsächlich erlangt, ist man im Spiel schon bereit dafür. Als ich es gespielt habe, habe ich es genossen, als Pirat zu spielen, als der skrupellose Typ, der sich nimmt, was er will. Da gibt es diesen Satz: "Wir nehmen uns, was wir wollen, und wir sind, wer wir wollen, Junge", oder so ähnlich, und diesen Teil genießt man wirklich. Aber wenn sich sein moralischer Kompass dann ausrichtet, ist man darauf vorbereitet. Ich finde, was die Heldenreise angeht, haben die Autoren das wirklich gut hinbekommen und es sehr unterhaltsam gemacht, das Spiel zu spielen.
Quelle: Ubisoft
Edward Kenway ist ein Pirat und Assassine, aber auch ein Ehemann, der eigentlich nur ein besseres Leben für sich und seine Frau aufbauen möchte.
PC Games: Apropos, den Charakter spielen. In welchem Maße konntest du Edwards Charakter mit deinem Schauspiel prägen oder war vieles von seiner Persönlichkeit schon durch die Autoren vorgegeben?
Matt Ryan: Ich glaube, die Sache ist die: Bei allem kommt es letztlich auf das Drehbuch an, und ich denke, als Schauspieler hat man die Aufgabe, dem Drehbuch zu dienen, dem Werk zu dienen. Und wenn das wirklich der Fall ist, dann wird die Arbeit sehr - ich will nicht sagen einfach -, aber man hat viel mehr, womit man arbeiten kann. Ich habe schon an einigen Projekten gearbeitet, und man muss sich mit dem Drehbuch auseinandersetzen, man muss versuchen, darin etwas zu finden. Aber ich glaube, er sprang von Anfang an förmlich aus dem Drehbuch heraus. Also ist es meine Aufgabe, dem so treu wie möglich zu bleiben, ebenso wie der Vision des Autors und der Macher und all diesen Dingen, dass man aber auch immer einen Teil von sich selbst einbringt. Das Lustige ist: Als ich ursprünglich für das Spiel vorgesprochen habe, sollte die Figur aus dem Norden Englands stammen. Also habe ich bei den Castings einen nordenglischen Akzent verwendet. Als ich dann nach Montreal kam, saß ich da und unterhielt mich mit allen, und sie sagten: "Du klingst anders", und ich meinte: "Ja, ich bin Waliser, ich komme aus Swansea." Also haben sie die Figur auf meine Heimat umgeschrieben, worauf ich dachte: Niemand weiß, wo Swansea liegt. Aber es ist ein Hafen, es liegt am Ozean, es liegt am Meer, und es gibt noch eine weitere Parallele: Ich habe Wales mit 19 verlassen, um in Bristol zur Schauspielschule zu gehen, und ich wollte mir ein besseres Leben aufbauen und Schauspieler werden. Edward verlässt Swansea, um nach Bristol zu gehen. Es gibt also diese seltsamen kleinen Parallelen, und ich überlasse es euch, die Autoren zu fragen, inwieweit sie das an mein Leben angepasst haben, aber es war faszinierend, dass sie beschlossen haben, die Figur an meine Heimat anzupassen.
PC Games: Edward ist einer der beliebtesten Protagonisten der Assassin's-Creed-Reihe. Wie ist es für dich, mit Fans zu interagieren, die diesen Charakter so sehr lieben?
Matt Ryan: Oh, das macht einen ganz demütig, Mann. Es ist toll, weißt du. Wenn man etwas macht, weiß man nie, wie die Leute darauf reagieren werden. Besonders bei Videospielen ist man nur ein kleiner Teil einer riesigen Maschine, und die eigentliche Arbeit leisten all die Entwickler, all die Schöpfer, all die Künstler, die Designer und alle anderen - die Programmierer, einfach jeder, der daran mitwirkt und das Ganze zusammenfügt. Ich bin nur ein kleiner Teil davon. Aber ich hätte nie erwartet, dass die Figur so beliebt sein würde und dass das Spiel so sehr geliebt wird. Nicht, weil ich nicht daran geglaubt hätte, sondern einfach, weil ich keine Ahnung davon hatte. Das Interessante daran ist dann: Wenn man nach all den Jahren darauf zurückkommt, spürt man zunächst ein kleines bisschen Druck, weil man dem gerecht werden will. Also musste ich zur Vorbereitung einfach das Spiel spielen, was wieder Spaß gemacht hat.
Quelle: Ubisoft
Matt Ryan hat Black Flag bisher nicht durchgespielt, weil er nicht gut in den Schiffskämpfen ist.
PC Games: Und hast du es durchgespielt?
Matt Ryan: Nein, ich habe das Spiel nie durchgespielt. Ich bin nicht besonders gut bei den Schiffen. Ich war nie besonders gut bei den Schiffen. Ich habe es nie geschafft, die Fässer vom Heck über Bord zu werfen, und ich glaube, das ist ein wesentlicher Bestandteil, um wirklich gut zu werden. Ich erinnere mich, dass ich irgendwann vorhatte, die Leute bei Ubisoft zu fragen, ob sie mir ein paar Cheat-Codes schicken könnten, damit ich die Jackdaw aufrüsten kann. Ich dachte mir so: Kommt schon, ich bin Edward Kenway, könnt ihr diesen Teil nicht einfach überspringen? Aber ich habe vor, das Spiel durchzuspielen, wenn ich es wieder aufnehme.
PC Games: Letzte Frage. Wie würdest du Spieler, die noch nie Black Flag gespielt haben, davon überzeugen, dass sie dem Abenteuer von Edward eine Chance geben sollten?
Matt Ryan: Na ja, es sind nur zwei Wörter, und die sagen doch schon alles, oder? Pirat, Assassine. Wolltest du schon mal Pirat werden? Ich will Pirat werden. Ein Piraten-Assassinen-Abenteuer. Das beste Piraten-Assassinen-Abenteuer aller Zeiten. Ich meine, schon beim Wort "Pirat" hättest du mich. Schon beim ersten Buchstaben "P" von "Pirat" hättest du mich. Aber ja, mehr kann ich dazu eigentlich nicht sagen.
Assassin's Creed: Black Flag Resynced wird von Ubisoft Singapur mit Mithilfe weiterer Ubisoft-Studios entwickelt. Das Action-Adventure erscheint am 9. Juli 2026 für PC, Playstation 5 und Xbox Series S/X. Transparenzhinweis: Für die Entstehung dieses Artikels zahlte uns Ubisoft Reise und Unterkunft zum Vorschau-Event.
