Seit mehr als zwei Jahren wird nun schon an Assassin's Creed 3 gearbeitet. Bei einem Besuch bei Ubisoft können wir das Spiel nun zum ersten Mal hautnah erleben. Live zwar nicht, dafür aber mit viel Ingame- und Konzeptmaterial. Bei Gamesaktuell.de erfahrt ihr alles, was ihr über Assassin's Creed 3 wissen müsst.
Nachdem man nun nicht mehr im sonnigen Rom flaniert, wird es nämlich richtig kalt! So kommt es an den Hafenpiers von Boston zu fiesen Regenfällen, in der freien Natur oder an der Front zu dickem Nebel und richtig fiesem Schnee. Das erschwert die Fortbewegung und erzeugt sehr viel mehr Atmosphäre. Einzig beim Wind spart man etwas. Als wir in einem Gameplay-Video Szenen im Wald sehen, in denen Connor über Stock und Stein springt, auf Bäume klettern und sich von Ast zu Ast hangelt, gibt es so gut wie keine Bewegung. Der Wald steht still und wirkt dadurch eher künstlich. Gerade eine Teilstrecke, bei der ein umgefallener Baum und einige Äste einen sehr offensichtlichen Weg bilden, sind plump und sehen leblos aus. Würden Bäume und Äste ein wenig im Wind wiegen, würde die Szene sicher authentischer wirken – aber was noch nicht ist, kann ja noch werden!
Quelle: Ubisoft
In Assassin's Creed 3 seid ihr auch in Boston und New York zur Zeit der amerikanischen Revolution unterwegs.
Vor Ort hat uns Matt Turner nicht nur Gameplay gezeigt, das aus einer aktuellen Alphaversion stammt, sondern auch Konzeptvideos, die sonst nicht an die Öffentlichkeit kommen. Darin sehen wir unseren Helden, der sich in weichen Sätzen um Baumstämme herum schlängelt, im Gehen ein Gewehr (mit Bajonett) aufnimmt und es in einer weiteren, flüssigen Bewegung einem Gegner in den Körper rammt. Zwei weitere Feinde macht er dann mit einer Chainblade, einer Klinge am Ende einer Kette, kalt und skalpiert schlussendlich das Ziel, einen General, um den Skalp als Beweis zurückzubringen. Einige dieser Features haben es zwar ins Spiel geschafft, jedoch nicht alle.
So wird es die Chainblade, die den Machern zu asiatisch angehaucht war, nicht geben. Dafür aber ein Rope Dart, eine Art Pfeil am Ende eines Seils, den Connor entweder über seinem Kopf kreisen lassen kann oder gezielt damit Gegner abschießt. Daneben schafft es das äußerst blutige Skalpieren nicht ins Spiel – nicht, weil es wirklich brutal aussieht, sondern weil die Macher herausfanden, dass die Mohawk ihre Gegner nicht so behandelt haben. Auch wenn vieles im AC-Universum eine Art freie Neuinterpretation der realen Geschichte ist, das beachten die Entwickler und nehmen es sehr genau.
Am Ende der Präsentation, nachdem wir einige Konzept- und Detailvideos gesehen haben, zeigt uns Turner dann endlich richtiges Gameplay. Es wird nicht live vorgespielt, weil Konsolen natürlich auch abstürzen könnten, sondern kommt vom Band. Wir können daher nicht final sagen, ob es sich dabei um eine PC-Version oder das Konsolenspiel handelt.
Quelle: Ubisoft
Die neuen Bewegungsanimationen in Assassin's Creed lassen den Held in hohem Schnee straucheln.
In dem mehrminütigem Clip sehen wir Connor in Boston. Er kommt von einem Schiff, mehrere Händler versuchen ihn anzusprechen, ihm ihre Waren anzubieten. Auf Knopfdruck aber schieben wir uns durch die lebendig wirkende und umtriebige Menge. Als plötzlich einige Wachen Verdacht schöpfen ("Kein Wunder, Connor, du rennst mit einer weißen Robe rum!" möchten wir ihm ins Gesicht schreien) und uns überprüfen wollen, rennt unser Charakter davon. Einige Schüsse fallen zwar, aber geschickt weicht unser Assassine aus, klettert an einer Fassade empor und schwingt sich durch ein Fenster, das eine Wäscherin eben aufreißt! Endlich! Interieur in Assassin's Creed! Auf der anderen Seite springen wir aus dem Haus heraus und laufen weg. Ob solche begehbaren Wohngebäude gescriptet sind, auf der Flucht getriggert werden (wie Aufzüge in Assassin's Creed: Revelations) oder wirklich immer begehbar sind finden wir zwar nicht heraus, die Szene sieht aber wirklich genial aus!
Dann ein Sprung. Connor findet sich plötzlich an der Front wieder, überall um ihn herum prallen Kanonenkugeln ein. Der amerikanische General Prescott hält gerade seine berühmte Rede, derer zufolge die Rebellen nicht schießen sollen, bis sie nicht das Weiße im Auge der Gegner sehen. Solche historischen Verstrickungen und Momente wird es immer wieder geben. Da Vinci, die berühmteste historische Figur in den Vorgängern, wird in AC3 von George Washington, Benjamin Franklin, Charles Lee und anderen Pionieren ihrer Zeit ersetzt, die immer wieder zur Geschichte beitragen.
Um Prescott und seinen Mannen am Bunker Hill zu helfen, schleichen wir uns um das Feindfeuer herum an das gegnerische Lager heran. Auch hier finden wir wieder viel zu offensichtliche Klettereinlagen im Wald, bei der Äste, Baumwinkel und Felsen einen geraden Weg ergeben, in den der Spieler fast mit Gewalt gedrängt wird. Die Action danach macht aber den plumpen Weg wieder wett: Noch vom Baum aus werfen wir unser Rope Dart in einen der Feinde, springen dann auf der anderen Seite des Asts herunter. Der Feind wird hochgezogen, baumelt da jetzt tot, während wir mit seinen zwei Kumpanen am Boden weiterkämpfen. Einen schalten wir mit der versteckten Klinge aus, nutzen ihn als menschlichen Schutzschild, als weitere Einheiten dazukommen und auf uns schießen. Ein paar Schüsse aus den eigenen Pistolen später, ist der Weg zum gegnerischen General frei. Als wir uns über einen Felsen anschleichen und schlussendlich zum Sprung ausholen, hat Connor schon sein Tomahawk in der Hand, ein Satz und auch der General ist Geschichte.
