Der Nachfolger von Operation Flashpoint glänzt mit ebenso gigantischen wie atmosphärischen Schlachtfeldern, macht es allerdings Einsteigern unnötig schwer.
Absturzgefährdet
Bevor wir uns wieder den Stärken von Armed Assault zuwenden, ein weiterer Kritikpunkt: die Steuerung. Als Infanterist passt die, hält sie sich doch weitgehend an Shooter-Standards. Nur der Funkverkehr ist etwas gewöhnungsbedürftig. Wenn wir nämlich als Offizier eine Kampfgruppe befehligen, müssen wir unsere Kameraden über Tastaturkommandos dirigieren. Dann wählen wir über die Funktionstasten die betreffenden Soldaten an und hangeln uns über ein mehrfach verschachteltes Menü zum entsprechenden Befehl durch. Standards wie »Geh dorthin!« oder »Greif das Ziel an!« lassen sich zum Glück recht einfach erreichen, indem man den Mauszeiger zum entsprechenden Ziel bewegt. Komplexere Order wie »Nummer fünf, steig in den Panzer da drüben ein und klemm dich hinters Geschütz!« dauern etwas länger.
Auch die Steuerung der Bodenfahrzeuge geht noch in Ordnung, zumindest solange wir persönlich am Lenkrad sitzen und nicht einen KI-Soldaten dirigieren müssen. Prinzipiell dürfen wir in jedes Vehikel klettern, egal ob ziviler Kombi, Sanitätstransporter oder Cobra-Helikopter. Gerade die Luftfahrzeuge machen aber enorme Probleme. Schon Abheben und zum Einsatzort fliegen kann für Battlefield-gewohnte Einsteiger schwierig werden. Ein Kampfeinsatz mit Tiefflug, Ausweichmanövern und Angriffsflügen ist selbst für Simulations-Veteranen mit guten Joysticks eine Herausforderung -- dabei verhalten sich die Kisten noch nicht mal realistisch.
Lass es krachen!
Zum Abschluss noch ein Blick auf die Sonnenseiten von Armed Assault. Da wäre die Grafik. Die glänzt vielleicht nicht mit bildschirmfüllenden Explosionen -- die wären in einem auf Realismus bedachten Kriegsspiel auch unangebracht. Auch Texturen und Modelle sind anderswo detailreicher. Dafür überzeugt der glaubwürdige Look Armed Assault. Vor allem die natürlich wirkende Landschaft kommt in Kombination mit der hohen Sichtweite (bis zu zehn Kilometer!) verdammt gut rüber.
Und dann der Sound: Zwar klingen die Stimmen im (englischen, aber deutsch untertitelten) Funkverkehr etwas abgehackt. Kein Wunder, schließlich bastelt das Programm Sätze wie »Alle zu dem Haus auf zwölf Uhr bewegen!« aus Versatzstücken zusammen. Auf der anderen Seite fährt die Effektabteilung besonders im Surround-Modus beeindruckend schwere Geschütze auf: Raketen fauchen, Kanonen krachen, Explosionen grollen in der Ferne.
Schade nur, dass das Spiel in voller Qualitätsstufe Rechner voraussetzt, die wohl erst nächstes Jahr gebaut werden -- mehr dazu im Technik-Check. Umgekehrt läuft Armed Assault selbst mit minimalen Details nirgendwo ganz flüssig. Irgendwie gibt es immer leichte Verzögerungen, beinahe wie »Lags« -- auch offline.
