Arcade Paradise im Test: Vom Klamottenwäscher zum Arcade-Millionär - Seite 4
Test
Arcade Paradise im Test: So gut ist der Genre-Mix aus Aufbaumanagement und Minispiel-Sammlung des Entwicklerstudios Nosebleed Interactive.
Denn letztendlich artet das Erfüllen der verschiedenen Missionen und die Freischaltung der Updates irgendwann in regelrechten Grind aus. Wie in einem MMO bekommt ihr eure täglichen Aufgaben, die aber jeweils nur einen minimalen Fortschritt bedeuten. Auch die Arcade-Automaten werden immer teurer. Zwar bekommt ihr deutlich mehr Dollar als Pfund, trotzdem kehrt auch beim Sammeln dieser Währung irgendwann trockene Routine ein. Hier könnten die Entwickler nach Release mit einem Patch, der alles etwas billiger macht, aber relativ einfach Abhilfe schaffen. Das Spiel von Nosebleed Interactive soll ja eigentlich auch eine Art Arcade-Management bieten. Ihr könnt im Menü eures Uralt-Handys verschiedene Einstellungen an den Arcade-Automaten vornehmen.
Allerdings bleibt diese strategische Management-Komponente eher oberflächlich, mehr als den Preis pro Spiel und den Schwierigkeitsgrad könnt ihr nicht verändern. Auch die Popularitäts-Mechanik ist nicht ganz ausgearbeitet. All das nimmt im tatsächlichen Spiel nur einen sehr kleinen, zu vernachlässigenden Teil ein. Wirklicher strategischer Tiefgang kommt nie auf.
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Ist die Technik auch aus den Neunzigern?
Quelle: PC Games
Erst mit der Jukebox wird uns eine Alternative zum Fahrstuhlgedudel der ersten Spielstunden geliefert.
Technisch gesehen ist Arcade Paradise im Simulationsteil grundsolide. Die Grafik ist den Bedürfnissen des Spiels entsprechend angepasst und nichts Besonderes. Eine lustige Mechanik zeigt sich, wenn wir den recht leblos wirkenden NPCs zu nahekommen. Dann lösen die sich nämlich in Pixelbrei auf und verschwinden irgendwann komplett.
Ein nettes Detail, dass eine nötige technische Limitierung kreativ in Szene setzt. Denn die NPCs müssen natürlich verschwinden, sobald der Spieler mal an eine Arcade-Maschine möchte.
Wo der Genre-Mix aber richtig überzeugen kann, ist, wie bereits erwähnt, bei den 35 Arcade-Spielen: Es ist schon beeindruckend, wie viel Liebe die Entwickler in jedes Spiel gesteckt haben. Und jedes einzelne hat seinen eigenen Grafikstil.
Von einfachen Vektorgrafiken bis hin zu komplexeren Pixelgrafiken und sogar ersten Gehversuchen in der dritten Dimension breitet sich die komplette Palette an Stilen aus fast 30 Jahren Arcade-Geschichte aus.
Quelle: PC Games
Das Optionsmenü in Arcade Paradise ist erfreulich gut gefüllt. Von HDR, dynamischer Auflösung und Bildwiederholrate bis hin zu den verschiedensten Sprachen ist alles dabei.
Auch das Optionsmenü bietet erfreulich viele Einstellungsmöglichkeiten: Dynamische Auflösung, HDR, zwölf verschiedene Text-Sprachen und Optionen, mit denen wir die Tastenbelegung komplett auf uns selbst personalisieren können.
Unsere Empfehlung ist übrigens, mit einem Gamepad zu spielen. Zwar funktioniert auch das Spielen mit Maus und Tastatur recht passabel, doch gerade die Arcade-Spiele fühlen sich mit Controller deutlich intuitiver an.
Neben englischer und französischer hat das Spiel sogar eine deutsche Sprachausgabe. Und zumindest auf Englisch spricht niemand Geringeres als Geralt von Riva den Vater der Protagonistin. Nun ja, zumindest eben seinen Synchronsprecher. Und leider hört man den die meiste Zeit nur über das uralte, knirschende Telefon, wodurch die Stimme doch wieder eher generisch wirkt.
Zwischen Fahrstuhlgedudel und Achtziger-Disko
Ebenfalls generisch und sich ständig wiederholend ist die Hintergrundmusik von Arcade Paradise. Man kann es kaum einen Soundtrack nennen, was da im Hintergrund abgespielt wird. Viel mehr erinnert uns die Musik, die wir auf die Ohren bekommen, an öde Fahrstuhlmusik. Und öde Fahrstuhlmusik braucht man in so einem Spiel nun wirklich nicht.
Da ist es wirklich eine erfrischende Abwechslung, wenn wir die Jukebox freischalten. Denn dann können wir aus einer ganzen Palette von Musik, die an die Zeit der Arcades angelehnt ist, auswählen. Zwar bleibt uns nach jedem Ende eines Liedes der Weg zur Jukebox nicht erspart, um den nächsten Song auszuwählen, aber immerhin werden wir vom Gedudel des Soundtracks erlöst. In den einzelnen Arcades werden übrigens immer eigene Soundtracks abgespielt, die qualitativ zwar schwanken, aber ebenfalls wieder eine extreme Liebe fürs Detail beweisen.
Die neu freigeschaltete Musik können wir sogar mit einem Mitspieler im lokalen Koop genießen. Denn Arcade Paradise bietet für manche der Minispiele einen Zweispielermodus. Der sorgt ebenfalls für einige Abwechslung und fügt sich nahtlos in das Spielgeschehen ein.
Zwar können wir nicht das ganze Spiel zu zweit durchspielen und auch ein Online-Mehrspieler war zumindest in der Testversion noch nicht vorhanden, trotzdem funktionieren manche der Arcade-Spiele zu zweit richtig gut. Zusätzlich gibt es noch eine globale Topliste, wo ihr euch mit anderen Spielern in den zahlreichen Arcades messen könnt.
Meinung
Arcade Paradise erscheint am 11. August 2022 für PC, PS5, PS4, Nintendo Switch, Xbox Series X/S und Xbox One. Für die Konsolen-Editionen wird es übrigens auch eine physikalische Version geben, die neben einem stylischen A3-Poster auch den Soundtrack und Sticker beinhalten wird. Die Zeitreise zurück in die 90er kann also starten.
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