Arcade Paradise im Test: Vom Klamottenwäscher zum Arcade-Millionär

Test Lukas Egner Michael Grünwald
Arcade Paradise lässt euch eure eigene Arcade-Halle aufbauen.
Quelle: Wired Productions

Wie klingt das: Vom Waschsalonbesitzer zum Arcadehallen-Multimillionär. Unrealistisch? Vielleicht. Aber in Arcade Paradise könnt ihr genau diesen hochtrabenden Plan verfolgen und euch ein Spielehallen-Paradies aufbauen. Ob das Spiel euch erfolgreich in die Zeit der Videospielautomaten entführt oder doch nur ein Ausflug in die abgeranzte Spielehalle im Nachbardorf ist, erfahrt ihr im Test.

Die goldene Zeit der Arcade-Spielehallen; manche von uns waren vielleicht noch ein wenig zu jung, als die Massen in stickige, von Neonfarben getränkte Gebäude strömten. Von den späten 1970er-Jahren bis in die frühen 2000er zählten große Hallen, in denen Videospielapparaturen neben Getränkeautomaten und Basketballkörben standen, als beliebte Freizeitbeschäftigung. Nicht nur nostalgische Hollywood-Filme und Serien wie Stranger Things suggerieren das immer wieder.

Den Entwicklern von Arcade Paradise (jetzt kaufen 14,02 € ) scheinen es die faszinierenden Automaten inklusive Joysticks ebenfalls angetan zu haben. Obwohl das Studio namens Nosebleed Interactive - ja, die heißen wirklich so - ein recht unbeschriebenes Blatt ist, gelingt ihnen mit Arcade Paradise eine Liebeserklärung an eben jene goldene Zeit der Spielehallen. Und das, obwohl das Spiel nicht ganz ohne kleine Schwächen auskommt. Im Test findet ihr heraus, ob sich die Mischung aus nostalgischer Minispiel-Sammlung und Waschsalon-Simulation lohnt, oder ihr Joystick und Kleingeld doch lieber daheim liegen lassen könnt.

Der bescheidene Anfang

Anfangs steht ihr vor einem heruntergekommenen Waschsalon, den ihr vom Vater übernommen habt, um endlich mal die „echte Arbeitswelt“ kennenzulernen. Quelle: PC Games Anfangs steht ihr vor einem heruntergekommenen Waschsalon, den ihr vom Vater übernommen habt, um endlich mal die „echte Arbeitswelt“ kennenzulernen. Wenn ihr das erste Mal in die Welt von Arcade Paradise entführt werdet, steht ihr zunächst vor einer großen Aufgabe und einem nervigen Vater. Ihr schlüpft in die Rolle von Ashley, einer jungen Erwachsenen, die "jetzt endlich mal die echte Arbeitswelt kennenlernen soll", so zumindest Gerald, der Vater, der sich gelegentlich von seiner Yacht aus meldet. Schließlich macht er gerade Urlaub an der Riviera. Ja, ihr habt richtig gelesen: Gerald von der Riviera.

Passend dazu hat es Nosebleed Interactive irgendwie geschafft, den Synchronsprecher von Geralt aus der Witcher-Reihe für ihr Spiel zu verpflichten. Aber dazu gibt's später noch mehr Infos.

Bevor ihr den ersten Arcade-Automaten im Hinterzimmer eures Waschsalons aufbauen könnt, müsst ihr allerdings erst einmal hart schuften und die Wäsche der Kunden waschen, trocknen und im Anschluss abliefern. Euer Vater hat euch schließlich einen Waschsalon und kein Arcade-Paradies hinterlassen.

Und täglich grüßt das Murmeltier: Ihr müsst gefühlt stundenlang beim Wäschewaschen absitzen, bevor es weitergeht. Quelle: PC Games Und täglich grüßt das Murmeltier: Ihr müsst gefühlt stundenlang beim Wäschewaschen absitzen, bevor es weitergeht. Dieser Gameplay-Loop aus schmutziger Wäsche aufnehmen, in die Waschmaschine befördern, nach erfolgreichem Waschgang wieder herausholen, der gleiche Vorgang beim Trockner nochmal und letztendlich am Empfang des Salons abliefern, ist ganz schön eintönig.

Bis ihr euch den ersten Arcade-Automaten leisten könnt, vergeht nämlich einige Zeit. Und in dieser Zeit wiederholt sich der eben beschriebene Gameplay-Loop ständig. Täglich grüßt das Murmeltier in einem Mix aus Waschen und Trocknen.

Erschwerend kommt dabei hinzu, dass jedes Mal, wenn ihr die Wäsche in die Waschmaschine beziehungsweise den Trockner packt, eine Animation abgespielt wird, die ihr nicht überspringen könnt. Beim Herausnehmen sieht es übrigens genauso aus. Die ersten Male ist das vielleicht noch immersiv und spannend, nach bereits wenigen Waschvorgängen fühlt es sich aber eher nach Arbeit als nach Spielspaß an.

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