Aquanox: Deep Descent in der E3-Preview - Hands-on mit der PC-Version des U-Boot-Reboots

Special Peter Bathge
Aquanox: Deep Descent in der E3-Preview - Hands-on mit der PC-Version des U-Boot-Reboots
Quelle: THQ Nordic

Auqanox: Deep Descent in der E3-Vorschau mit Hands-on-Impressionen: PC Games hat erstmals im kühlen Nass herumgeplanscht, Torpedos abgeschossen und sich in düsteren Canyons voller Algen verirrt. Ist das Aquanox-Reboot rechtzeitig zum Release 2017 fertig zum Auftauchen?

Aquanox: Deep Descent, das Unterwasser-Actionspiel von THQ Nordic, macht große Fortschritte. Nach der Ankündigung 2014 konnten wir auf der E3 2017 nun endlich eine späte Alpha-Version des Nachfolgers der Aquanox- bzw. Schleichfahrt-Reihe ausprobieren. Zu spielen gab es in der Hands-on-Demo eine mehrteilige Mission aus der Einzelspieler-Kampagne. Aquanox: Deep Descent wird beim Release irgendwann 2017 aber auch noch einen PvP-Multiplayer-Modus mit Deathmatch-Einlagen bieten - und darüber hinaus lässt sich der komplette Story-Feldzug von Aquanox 3 im Koop-Modus mit vier Spielern abschließen.

Altes Aquanox ist nicht gleich neues Aquanox

Aquanox 3 gespielt: Wie Freelancer unter Wasser - Deep Descent in der E3-Preview (3) Quelle: THQ Nordic Aquanox 3 gespielt: Wie Freelancer unter Wasser - Deep Descent in der E3-Preview (3) Deep Descent versteht sich als Reboot, die Story aus den Vorgängern ist nicht mehr von Interesse. Das Szenario ähnelt jedoch dem ursprünglichen Titel aus dem Jahre 2001. Viele Jahre nach einer globalen Katastrophe lebt die Menschheit in der Tiefsee, eine Algenplage bedroht aber die neue Zivilisation. Zersplittert in verfeindete Fraktionen, sind die Überlebenden hilflos gegenüber der Metall fressenden Plage. In ihrer Verzweiflung wenden sie sich an ihre letzte Verbindung zur alten Welt: Eine Reihe von Elite-Soldaten und Wissenschaftlern, die vor dem großen Exodus ins kühle Nass in Stase versetzt wurden.
Vier der aufgetauten Helden sollen den Ursprung der Plage ausfindig machen und das Problem beheben. Der Spieler schlüpft zu Beginn von Aquanox: Deep Descent in die Haut von einem davon, der Rest begleitet euch in der Singleplayer-Kampagne als in die Story eingebundene NPCs. Oder aber ihr organisiert drei menschliche Mitstreiter und spielt Aquanox 3 komplett im Koop-Modus - das funktioniert sowohl am PC wie auf Playstation 4 und Xbox One. Wer alleine loszieht, darf jederzeit den Hauptcharakter wechseln und erhält dafür unterschiedliche Boni.

Wie von früher gewohnt, rüstet ihr euer Schiff nach Belieben auf. Im Hangar lässt sich das Schiff bis ins Detail ausstatten: Neuer Antrieb, bessere Waffen, alle möglichen Attachments. Das nötige Geld verdient ihr durch Überfälle auf KI-gesteuerte Handelskonvois, Quests oder das Abscannen von Wracks. So gesammelte Ressourcen nutzt ihr auch für das rudimentäre Crafting, mit dem ihr etwa die sehr knappe Munition für euren Torpedowerfer herstellt - und verkauft.

Allerdings: Im neuen Aquanox könnt euch nicht als richtiger Händler verdingen, der wie in Freelancer oder Elite: Dangerous Waren von einem Außenposten zum nächsten karrt. Unterwasserstationen sind vor allem dazu da, mit NPCs in der Bar zu sprechen oder das Schiff aufzurüsten. Einmal aus der Schleuse geschwommen, erwarten euch große Levels der Marke "Pseudo-Open-World" (Zitat von Entwickler Digital Arrow) mit einem Mix aus weiten Ebenen und engen, linearen Canyons. Aquanox 3 gespielt: Wie Freelancer unter Wasser - Deep Descent in der E3-Preview (2) Quelle: THQ Nordic Aquanox 3 gespielt: Wie Freelancer unter Wasser - Deep Descent in der E3-Preview (2)

Aquanox: Deep Descent - Gameplay wie im Weltraum

Auf der E3 durften wir Aquanox: Deep Descent selbst ausprobieren, die PC-Version spielt sich im Hands-on recht taktisch und passend zum Setting träge. So bringt die Strömung euer U-Boot schonmal vom Kurs ab und das Aufsteigen und Absinken der Tauchkugel findet mit Verzögerung statt. Je nach U-Boot-Klasse (etwa als leicht gepanzerter, aber sehr schneller Sniper-Scout) ist es im Kampf von Vorteil, sich hinter Felsen zu verstecken und immer nur kurz rauszuspähen. Das Spielerschiff verträgt nur wenige Treffer, besonders am Cockpit, da sind einschlagende Geschosse wie Kopfschüsse in einem Ego-Shooter. Je nach Trefferzone machen die Waffen unterschiedlich viel Schaden, einzelne Systeme wie die Antriebe lassen sich aber nicht deaktivieren, indem man auf sie zielt. Das hätte bei den ersten Aquanox 3-Testern für Frust gesorgt, so Digital Arrow.

Aquanox 3 gespielt: Wie Freelancer unter Wasser - Deep Descent in der E3-Preview (1) Quelle: THQ Nordic Aquanox 3 gespielt: Wie Freelancer unter Wasser - Deep Descent in der E3-Preview (1) Aber auch so fühlt sich Deep Descent bereits mehrere Monate vor Release ausgereift an. Sekundärwaffen wie Torpedos sind teils zielsuchend und schießen auch schon mal nach hinten sowie zur Seite), bei den Pimärwaffen erwartet euch eine Mischung aus Unterwasser-Varianten typischer Railguns, Maschinengewehre und Schrotflinten. Energiemanagement wie in vielen Weltraum-Shootern ("Mehr Power auf die Schilde!") gibt es nicht, dafür ist die Immersion top. Wie in Elite: Dangerous dürft ihr euch jederzeit aus der Ego-Perspektive des Piloten im Cockpit umsehen und alle Menüs mittels physisch existierender Bildschirme aufrufen. Arme und Beine sind modelliert, aber nicht animiert - das wäre für das kleine Studio Digital Arrow aus Serbien einfach zu viel Aufwand. Aus dem gleichen Grund bietet Aquanox: Deep Descent auch keinen Virtual-Reality-Support.

Wer es gerne fordernd mag, ignoriert übrigens den normalen Schwierigkeitsgrad und wählt in Aquanox: Deep Descent den Hardcore-Modus. Dann müsst ihr auch noch Treibstoff und Sauerstoffvorrat eures U-Boots managen.

Aquanox 3 gespielt: Wie Freelancer unter Wasser - Deep Descent in der E3-Preview (4) Quelle: THQ Nordic Aquanox 3 gespielt: Wie Freelancer unter Wasser - Deep Descent in der E3-Preview (4) Die Unreal Engine 4 setzt die Unterwasserwelt schön in Szene; aufgrund der teils extrem düsteren Lichtverhältnissen kommt die schaurige Atmosphäre der Tiefen sehr gut rüber. Unterwasserberge schälen sich aus dem Dunkeln, Licht filtert durch die Wellen viele Hundert Meter über unseren Köpfen und am Meeresgrund kann man das erdrückende Gewicht der Wassermassen förmlich spüren.

Allerdings sorgt die Dunkelheit in Aquanox: Deep Descent zurzeit auch noch für einige Orientierungsprobleme; zusammen mit der nicht immer komplett aussagekräftigen Minimap ("Befinden sich die Gegner nun über oder unter mir?") fehlte uns beim Hands-on auf der E3 noch etwas die Übersicht. Zumal ihr feindliche U-Boote erst dann als Ziel aufschalten könnt, wenn ihr ohnehin schon grob in ihre Richtung schaut. Hier könnte zusätzliches Feintuning nicht schaden. Aber auch mit diesen kleinen Fehlern macht das neue Aquanox bereits einen guten Eindruck - das könnte was werden!

Auqanox: Deep Descent erscheint 2017, den genauen Releasetermin verschweigt Publisher THQ Nordic aktuell noch. Die einstmals PC-exklusive Serie erscheint mit dem Reboot auch erstmals gleichzeitig für Playstation 4 und Xbox One.

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