Aquanox: Seit 23 Jahren unter Wasser - die Aquanox-Serie im Rückblick

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Aquanox: Seit 23 Jahren unter Wasser - die Aquanox-Serie im Rückblick
Quelle: THQ Nordic 

Schleichfahrt, Aquanox, Aquanox: Revelation und in (hoffentlich) absehbarer Zeit Aquanox: Deep Descent: Die Aquanox-Reihe hat es seit ihren Anfängen Mitte der 1990er-Jahre zwar noch nicht auf Unmengen an Titeln gebracht, sich aber trotzdem eine treue Fanbase erarbeitet, die ihren Spaß mit den actionreichen Si-Fi-U-Boot-Schlachten hat. In diesem Special blicken wir zurück auf die ruhmreiche Serie.

Vor sechs Jahren kündigte Nordic Games auf der Gamescon 2013 mit Aquanox: Deep Descent einen Reboot der beliebten Aquanox-Serie (jetzt kaufen 18,59 € / 4,49 € ) an. Der schwedische Spieleproduzent kaufte 2011 die Insolvenzmasse des Publishers JoWood auf und damit auch die Rechte an der Sci-fi-Unterwasser-Reihe. Zu dieser gehören der Titel Schleichfahrt von 1996 und die zwei Serienableger Aquanox von 2001 und Aquanox 2: Revelation von 2002, alle erschienen für den PC.

Aquanox: Deep Descent

Auf der gamescom 2014 präsentierte Nordic Games eine erste Tech-Demo des PC-Spiels. Diese war noch reichlich unfertig, zeigte aber bereits, wohin die Reise gehen sollte. Damals meinten die Entwickler, dass man mit einem Release im Jahr 2015 rechnen könne. Mit Blick

Ein kleiner Blick auf die Mods
Sollte der eine oder andere etwas abgeschreckt von der deutlich in die Jahre gekommenen Grafik der Schleichfahrt-/Aquanox-Spiele sein, so wollen wir an dieser Stelle zwei Mods erwähnen, welche die Technik aufmöbeln und auch das Spielerlebnis verbessern. Die Archimedean Dynasty Augmented Mod für Schleichfahrt erschien 2013 und behebt diverse Bugs, verbessert die K.I., überholt das Sonar grundlegend, optimiert einige Missionen und schraubt die Qualität der Texturen ordentlich nach oben. Kleinigkeiten wie Namenslisten, Objektbezeichnungen und vieles mehr werden ebenfalls hinzugefügt. Und dank des Aquanox Steam Resolution Patch und des sogenannten Widescreen Patch lässt sich Aquanox in höheren Auflösungen spielen ohne die Gefahr von überdehnten Bildern, die sich bei manuellen Anpassungen aufgrund der originalen 4:3-Auflösung ergeben können.
 

auf den Kalender sehen wir: Daraus wurde wohl nichts. Stattdessen gab es 2015 eine Kickstarter-Kampagne, welche die Finanzierung des Spiels erst einmal richtig auf die Beine stellte. 2017 wurde das Spiel, ebenfalls auf der gamescom, ein weiteres Mal gezeigt und hatte schon deutlich mehr zu bieten. Geplant für den PC, PS4 und Xbox One soll Deep Descent diesmal sogar einen Koop-Modus bieten. Das Spiel soll mit verschiedenen Schiffstypen die Möglichkeit erlauben, seinen eigenen Spielstil festzulegen - ob man lieber die Welt erforscht oder kämpft, soll jedem selbst überlassen sein. Klingt ja schon einmal gut! Aquanox: Deep Descent sollte nach damaligen Plänen noch 2017 erscheinen, erneut wurde daraus aber nichts. Wieder sind nun zwei Jahre vergangen - auf der PAX East 2019 wird Teil 3 erneut anspielbar sein. Entweder verrät THQ Nordic dann den genauen Termin des Releases, oder spätestens 2021 hören wir mehr, falls der Trend so weitergeht.

Aber warum ein Reboot, wenn doch bereits die ersten drei Titel so eine überzeugende Spielwelt erschaffen haben? Der Autor Helmut Haffmann, auf dessen Geschichten die Spiele basierten, starb 2009. Aus Respekt gegenüber Haffmann beschlossen die Entwickler, seine Geschichte für sich stehen zu lassen und stattdessen von vorne zu beginnen; und wohl auch, um mit einem frischen Start potenzielle Neu-Fans nicht durch zu weitreichende Lore abzuschrecken.

Wahrscheinlich wird sich der Ein oder Andere denken: U-Boote in einer Sci-Fi-Welt? Das klingt aber reichlich schräg! Stimmt wohl, aber wer die Reihe kennt, wird bestätigen, dass das Konzept wirklich ungemein gut aufgeht. Der Markt für U-Boot-Simulationen war zudem schon immer überschaubar. Deswegen wollen wir uns die Reihe des deutschen Entwicklers Massive Development mit Fokus auf Aquanox und die Fortsetzung ansehen, um Neueinsteigern die Unterwasserabenteuer näherzubringen.

Nicht die ersten Unterwasser

Mit Schleichfahrt, international bekannt als Archimedean Dynasty, begann unsere Reise. Im Hauptmenü wurden wir direkt von einer typischen Kulisse einer der Unterwasser-Städte begrüßt. (Schleichfahrt) Quelle: PC Games Mit Schleichfahrt, international bekannt als Archimedean Dynasty, begann unsere Reise. Im Hauptmenü wurden wir direkt von einer typischen Kulisse einer der Unterwasser-Städte begrüßt. (Schleichfahrt) Gerade mal zwei U-Boot-Simulationen stachen Mitte der 1990er-Jahre qualitativ hervor, Aces of the Deep und Silent Hunter. Beide waren im 2. Weltkrieg angesiedelt und setzten vor allem auf recht trockenen Realismus. Schleichfahrt kam da quasi wie der "bunte Hund" daher und brachte exotische Welten und eine gehörige Prise Science-Fiction in die spielerischen Untiefen. Anders als bei der Konkurrenz stand hier neben der taktischen Komponente auch die Action im Mittelpunkt. Unterwasserschlachten in einem futuristischen Szenario - klingt doch spannend! U-Boote, die eher an Weltraumjäger erinnern, kombiniert mit abwechslungsreichem Gameplay, waren der Kern des Titels - und auch der Fortsetzungen.

Lautlos Unterwasser

Das Erledigen von Aufträgen in den Tiefen des Meeres spielte eine wichtige Rolle. Aqua und Nox, Wasser und Nacht respektive Dunkelheit - der Name war Programm. In unserem Unterwasserfahrzeug erledigten wir, umgeben von Finsternis und dem kühlen Nass, zum Beispiel Suchmissionen, für die wir durch beklemmende Tiefseeschluchten oder durch riesige High-Tech-Komplexe fahren mussten.

In der Welt von Aqua besuchten wir unzählige Unterwasserstationen und suchten fleißig nach Auftraggebern. (Schleichfahrt) Quelle: PC Games In der Welt von Aqua besuchten wir unzählige Unterwasserstationen und suchten fleißig nach Auftraggebern. (Schleichfahrt) Für den Chef einer Unterwasserfestung mussten wir ebenfalls ein paar Kleinigkeiten erledigen, Müll beseitigen und Stationen verteidigen. Die ersten Missionen von Schleichfahrt unterschieden sich anfangs noch nicht allzu sehr. Interessanter waren da Missionen, in denen wir zum Beispiel unseren Motor ausschalten mussten, um uns lautlos von der Strömung treiben zu lassen. Aufgrund der Tatsache, dass der Joystick früher das Steuergerät Nummer Eins für Spiele dieser Art war, heutzutage aber an Bedeutung verloren hat, können die "Schleichfahrten" via Tastatur im Jahre 2019 etwas nervig sein. Dazu kommt noch, dass viele der Bewegungsaktionen wild auf der Tastatur verteilt sind, sodass man sich die Finger verknoten muss, um alle Eingaben schnell und korrekt einzugeben.

Mitte der 1990er begeisterte das Spiel neben den anderen Aspekten durch seine - für damalige Verhältnisse -beeindruckende Technik, inklusive dereinst ungewohnt realistischer Physikeffekte. Blue Byte hatte in Sachen Realismus wirklich viel Mühe investiert. Zum einen herrschten wilde Strömungen in Unterwassercanyons, die einem beinahe die Kontrolle über das Schiff raubten. Zum anderen wurde an die Eigenschaften von Salzwasser gedacht: Meerwasser absorbiert die Farbe Rot am stärksten, heißt, alle Objekte in der Entfernung erschienen blaugrün. Erst aus der Nähe betrachtet erkannte man die echten Farben. Außerdem klangen Explosionen und Motorengeräusche, passend zur Tiefsee-Thematik, sehr gedämpft. Die Seekarten stammten von echten Satellitenbildern. Neben dem Realismus überzeugte auch die Engine von Schleichfahrt, die dem Spiel zu ungeahnten grafischen Qualitäten verhalf.

Die Besiedlung der Ozeane

Anvisiert und feuerbereit! Man fühltt sich fast wie einem Weltraumjäger, wenn man die ganzen futuristischen Anzeigen seines U-Bootes sah. (Schleichfahrt) (1) Quelle: PC Games Anvisiert und feuerbereit! Man fühltt sich fast wie einem Weltraumjäger, wenn man die ganzen futuristischen Anzeigen seines U-Bootes sah. (Schleichfahrt) (1) Abgerundet wurde das Ganze noch durch eine interessante Story, die einem durch das Spiel leitete, während wir die Tiefsee erkundeten. Der Umfang der Geschichte war enorm und sie setzte quasi schon auf externe Lore, bevor das durch Titel wie Overwatch oder Apex Legends Usus wurde: Schleichfahrt lag neben einem Handbuch ein 125-seitiges Büchlein bei. Es erklärte die Grundlage der gesamten Geschichte, die im Rahmen aller drei Spiele erzählt wird. Atomare Gefechte und ein zerstörtes Ökosystem treiben die Menschen im 21. Jahrhundert in die Ozeane. In der Gegenwart von Schleichfahrt und den beiden Aquanox-Abenteuern im 27. Jahrhundert weiß kaum noch jemand über die Zeit an der Oberfläche Bescheid, Wörter wie "Sonne" sind fast unbekannt. Der Ozean wird von seinen Bewohnern Aqua genannt und teilt sich in vier politische Machtblöcke: Die Demokratische Atlantische Föderation, die Oligarchie der Arabischen Clans Union, dem Russisch-Japanischen Shogunat und den Anarchisten der Tornado-Zone. Das Spiel versetzte uns in die Rolle von Flint "Dead-Eye" Emerald, der als Söldner seinen Lebensunterhalt verdient. Als Flint aufgrund eines feindlichen Angriffs sein Schiff verliert, beschließt er, in einem heruntergekommenen U-Boot Aqua zu bereisen, um Geld für einen neuen schwimmbaren Untersatz zu finden. Terror, Machtspiele zwischen den Ozean-Zonen und andere Gefahren machen ihm aber das Leben schwer und verleihen der Geschichte eine politischere Dimension, als es zunächst den Anschein hat.

Nicht lange währt die Ruhe unter dem Meer

Die Geschichte von Aquanox erlebten wir ausschließlich in diesem Menü<!--[if gte vml 1]><v:shapetype
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Und abermals konnte sich der Titel in Sachen Grafik wirklich sehen lassen. Als eines der ersten Spiele überhaupt nutze Aquanox viele Features des damals neuen DirectX 8 von Microsoft. Die sogenannte Krass-Engine ermöglichte zudem Effekte wie Plankton, das durch das Wasser schwamm und am Cockpit-Glass kleben blieb. Wasserpflanzen tanzten in den Strömungen am Meeresboden und besonders die Lichtstrahlen der von den Bewohnern der Spielwelt noch nie gesehenen Sonne, die durch die Wasseroberfläche auf den Meeresboden fielen, sind sogar heute noch schön anzusehen.

Die Modelle der verschiedenen Schiffe hatten ihren eigenen Charme und ließen sich gut ihrer Herkunft zuordnen. Schiffe der Atlantischen Föderation waren immer flach und lang gebaut, Schiffe aus dem Shogunat waren dagegen klein, kompakt und auf Geschwindigkeit ausgelegt.

Flints zweiter Neuanfang

Die Kämpfe forderten auch im frühen Spielverlauf ordentlich Einsatz. Entweder manövrierte man die Feinde geschickt aus, oder man zog sich besser schnell zurück. (Aquanox) Quelle: PC Games Die Kämpfe forderten auch im frühen Spielverlauf ordentlich Einsatz. Entweder manövrierte man die Feinde geschickt aus, oder man zog sich besser schnell zurück. (Aquanox) Wie in Schleichfahrt übernahmen wir wieder die Kontrolle über Flint, dem erneut sein Boot abhandenkommt. Und wie zuvor muss er nun Aufträge annehmen, um sich ein neues Bötchen leisten zu können - man sieht, in Sachen Story-Kreativität übernahmen sich die Entwickler nicht wirklich. Allerdings, die Ereignisse, die sich aus der Prämisse ergeben, führen uns durchaus in die ein oder andere ungewohnte, neue Richtung. So wollen uns etwa Piraten ans Leder und in der Hauptstadt der Atlantischen Föderation ist ein Putsch im Gange. Die Putschisten wollen mit einem Satelliten die Erdplatten beschießen, um Seebeben und Vulkanausbrüche zu erzeugen.

Besonders spektakulär waren die mehrstufigen Explosionen, welche oftmals ganz schön gewaltig ausfielen. (Aquanox) Quelle: PC Games Besonders spektakulär waren die mehrstufigen Explosionen, welche oftmals ganz schön gewaltig ausfielen. (Aquanox) In den ersten Missionen galt es erstmal, Jobs zu finden, wofür wir mit Leuten reden und nach Aufträgen Ausschau halten mussten. Mehr als bisher standen persönliche Geschichten im Vordergrund. Wir lernten mehr vom Leben auf den unterschiedlichen Unterwasserstationen und wie die Menschen in Aqua ihre Tage verbringen - und auch über die mannigfaltigen Schattenseiten dieser scheinbar fortgeschrittenen Zivilisation: Drogenkonsum, Genmanipulation, Menschenhandel und Konflikte zwischen den Ozean-Zonen prägen im 27. Jahrhundert das Leben. Und Held, der wir nun einmal waren, mussten wir den leidgeplagten Unterwasserbewohnern natürlich immer wieder helfend zur Seite stehen. Für erledigte Aufträge winkten wie im Vorgänger Credits, die einem wiederum Zugang zu besseren Waffen und U-Booten ermöglichten. Und das war auch bitter nötig, denn unser anfängliches Klappergestell war schon nach kurzer Zeit nicht mehr für die konstant schwieriger werdenden Missionen geeignet. Auch neue Waffen galt es regelmäßig anzuschaffen, etwa Gewehre, Gatling Guns, Laserwaffen, Railguns, Waffen basierend auf experimenteller Technologie und Torpedos.

Trotz des stärkeren Fokus auf die Offensive durfte die Defensive nicht außer Acht gelassen werden: Schüssen ausweichen, Deckung suchen und Gegner ausmanövrieren wollte und musste immer noch gelernt sein! Der neue Ansatz mit Fokus auf Kämpfe tat Aquanox definitiv gut. Gameplaytechnisch fühlt sich der Nachfolger von Schleichfahrt wie eine sinnvolle Weiterentwicklung an.

Aus einer Zeit, in der sich alles verändern sollte

Kennen wir das nicht? Aquanox 2: Revelation leitete den Spieler mit Fenstern durch die Schauplätze der Spielwelt, genau wie in Schleichfahrt. Anders als im grünstichigen Vorgänger war goldgelb die dominierende Farbe. (Aquanox 2)<br>
  Quelle: PC Games Kennen wir das nicht? Aquanox 2: Revelation leitete den Spieler mit Fenstern durch die Schauplätze der Spielwelt, genau wie in Schleichfahrt. Anders als im grünstichigen Vorgänger war goldgelb die dominierende Farbe. (Aquanox 2)
 
Deutliche Verbesserungen in so gut wie jeder Hinsicht - dieser Trend setzte sich auch bei Aquanox 2: Revelation fort. Viele Gameplay-Probleme des Vorgängers wurden angegangen und ausgebügelt. Die Steuerung des eigenen Schiffes fühlte sich sehr direkt an und ging noch einmal besser von der Hand. Neben der gewohnten Ego-Steuerung stand nun auch eine Art Simulations-Modus zur Verfügung. Das Schiff ließ sich mit dieser Einstellung komplexer durch das Wasser steuern, sodass zum Beispiel Loopings und Fassrollen machbar waren. Dafür erforderte dieses Steuerungsschema eben, dass man sich in weitaus kniffligere Kontrolloptionen hineinzufuchsen bereit war. Zusätzliche Features wie eine automatische Zielhilfe verbesserten in "normalen" Modus den Spielkomfort und halfen besonders bei kleinen Schiffen, diese leichter zu treffen.

Mit Aquanox 2: Revelation endete die Saga von Emerald Flint. Stattdessen wurden wir mitten

Die verlorenen Engelstränen
Tatsächlich war eine Fortsetzung von Aquanox 2: Revelation für die PlayStation 2 geplant. Unter dem Titel Aquanox: Angel’s Tears sollte die Geschichte des zweiten Aquanox fortgesetzt werden. Der Titel verrät bereits, dass die titelgebenden Tränen des Engels aus dem Vorgänger erneut eine prominente Rolle gespielt hätten. Unbestätigte Gerüchte besagen zudem, dass Ex-Protagonist Emerald Flint nach seiner Absenz im letzten Spiel seine Rückkehr gefeiert hätte – auf welche Art und Weise, darüber lässt sich aber freilich nur spekulieren. Denn Publisher Jowood schrieb Anfang der 2000er-Jahre keine guten Zahlen und beschloss noch während der Entwicklung des Spiels, Massive Entertainment zu schließen. Studiogründer Alexander Jorias handelte zwar noch eine Aufrechterhaltung des Betriebes aus, sodass sie den Titel fertigstellen würden können. Kurz vor dem finalen Abnahmeprozess durch Sony, welcher unter anderem die Qualität des Spieles überprüft, stellte Jowood jedoch endgültig alle Zahlungen ein. Die letzten Monate der Entwicklung liefen deswegen sehr chaotisch ab, das Spiel konnte Sonys Qualitätskriterien deswegen schlussendlich nicht erfüllen und der Titel verschwand endgültig von der Bildfläche.
 

in das Leben von William Drake geworfen, seines Zeichens wohlhabender Erbe mit einem Spleen für Abenteuer. Die Reise des jungen Drake schickt uns auf eine wilde Artefakt-Jagd nach einem legendären Schatz namens "Tränen des Engels". Anstatt mit einem kleinen Boot ist unser Neo-Protagonist allerdings mit einem deutlich imposanteren Unterwassergefährt unterwegs. Seine mobile Basis, die Harvester, beherbergt neben ihm eine Gruppe ihm wohlgesonnener Nomaden und ist in zahlreiche Bereiche wie die Brücke, die Mannschaftsräume und das Dock unterteilt. Allerdings, es kann der Frömmste nicht in Frieden tauchen und nicht nur wir, sondern auch eine Gruppe fieser Söldner hat es auf das Kleinod abgesehen, welches wir und unsere Mitreisenden suchen.

Massive Development entwickelte den Nachfolger zwar innerhalb von gerade mal einem Jahr, es zeigte sich aber deutlich, was alles noch an Potenzial in der Serie steckte. Der dritte Teil war wesentlich seriöser und erwachsener in der Vermittlung seiner Geschichte - und auch angenehmer und aufgeräumter! Auch die Steuerung wurde noch einmal optimiert, vor allem in den Menüs. Optisch waren die verschiedenen User-Interfaces des Spieles interessanter gestaltet, als es im Vorgänger der Fall war.

Ebenso wie im Vorgänger erlebte man den Großteil der Geschichte zwar über Dialoge. Die gesamte Präsentation des Spieles war aber dennoch spektakulärer als Schleichfahrt oder Aquanox. Dialogfenster tauchten nicht bloß auf, sie wurden ähnlich wie eine Blaupause auf dem Bildschirm gezeichnet. Entweder sprach man mit der Crew auf dem Frachter oder mit Leuten in den Städten von Aqua. Viele der Gespräche hatten jetzt auch wesentlich mehr Bezug zu der Handlung und waren keine sinnlosen Faseleien mehr, wie es manchmal in Aquanox der Fall gewesen war. Selbst ein unscheinbarer arabischer Händler hielt Informationen zu unserem neuen Crew-Skipper bereit. Zur Atmosphäre trugen auch schön gestaltete und musikalisch passend untermalte Standbilder bei. In den Vorgängern wurde hier deutlich trockenere Kost geboten.

Ebenfalls noch besser als im Vorgänger waren die deutschen Sprecher, die einen ausgezeichneten Job leisteten. William Drake wurde zum Beispiel von Marcel Collé (unter anderem bekannt als die deutsche Stimme von Jesse Pinkman in Breaking Bad) gesprochen, Marius Clarén, der Synchronsprecher zum Beispiel von Tobey Maguire, übernahm ebenfalls eine Rolle. Besonders interessant war, dass der mehrsprachig begabte englische Sprecher von Ex-Held Emerald Flint, Eric Hanson, in der deutschen Fassung des Abenteuers einer neuen Figur seine Stimme lieh. Die professionelle Vertonung verlieh den Figuren zusätzlichen Charakter, vor allem hinsichtlich der eigenen Crew entwickelte sich schnell Sympathie.

Bis heute heißgeliebte Klassiker

Titanfeuer und Explosionen zum Sattsehen: Fast jeder Effekt in Teil 2 bekam eine optische Verbesserung verpasst. (Aquanox 2) Quelle: PC Games Titanfeuer und Explosionen zum Sattsehen: Fast jeder Effekt in Teil 2 bekam eine optische Verbesserung verpasst. (Aquanox 2) Klingt ja alles soweit ganz spannend. Aber was zeichnet die Unterwasser-Trilogie dermaßen aus und macht sie bei vielen Fans so beliebt, dass sie bis zum heutigen Tage in so guter Erinnerung geblieben ist? Massive Entertainments Spiele finden gekonnt die Balance zwischen Gefecht-Simulationen und actiongeladenen Dogfights im rabenschwarzen Meer. Obwohl das Geschehen meist gemächlich scheint, kann man sich des Gefühls der konstanten Bedrohung in den unbekannten Untiefen nicht entziehen. Dazu kommen die für damalige Zeiten beeindruckende Technik und die Präsentation, die zwar manchmal trocken, aber immer ansprechend und vor allem atmosphärisch passend daherkommt, gerade im Kontrast zu den Action-Einlagen und dem klaustrophobischen Gefühl, alleine auf dem Grund des Meeres unterwegs zu sein. Die Mischung macht's und sorgt dafür, dass wir die Titel auch 2019 noch gerne Installieren und ihre Unterwasserwelten erforschen - und warum wir uns schon auf den Reboot freuen. Also, gesetzt den Fall, er erscheint endlich einmal.

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