Apple Arcade: Ein Jahr nach Release - zweiter Blick + Konkurrenz im Überblick

Special Johannes Gehrling
Apple Arcade: Ein Jahr nach Release - zweiter Blick + Konkurrenz im Überblick
Quelle: Apple

Apple Arcade ist vor rund einem Jahr erschienen, daher haben wir uns die Spiele-Flatrate des iPhone-Unternehmens erneut angeschaut. Außerdem vergleichen wir Arcade mit der Konkurrenz: Google Stadia und Play Pass, Xbox Game Pass, PlayStation Now, Shadow, Geforce Now und Uplay+. Ein genauer Blick auf Apple Arcade sowie eine Übersicht über den aktuellen Markt.

Vor rund eineinhalb Jahren hat Apple seine Spieleflatrate mit dem Namen Apple Arcade angekündigt, vor etwa einem Jahr launchte das Unternehmen aus Kalifornien den Service. Höchste Zeit also, Apples Ambitionen am Gaming-Markt einem zweiten Blick zu unterziehen. Ist Apple Arcade die Abonnementgebühren wert? Was hat sich seit dem initialen Release getan? Wie viele und vor allem welche Spiele hat Apple im Angebot? Und was macht eigentlich die äußerst umtriebige Konkurrenz so? Fragen über Fragen, denen wir uns widmen wollen.

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Apple Arcade: Die Fakten

Seit 19. September 2019 ist Apple Arcade verfügbar. Für einen Preis von 4,99 Euro pro Monat respektive 49,99 Euro beim jährlichen Abonnement gibt es dafür Zugriff auf (aktuell) rund 135 Spiele, davon einige schon angekündigt, aber noch nicht veröffentlicht. Gezockt wird ausschließlich auf Apple-Plattformen, nämlich iPhone, iPad, Apple TV oder Mac beziehungsweise Macbook. Die Betriebssysteme iOS, iPadOS, macOS sowie tvOS werden also unterstützt. Games werden auf das jeweilige Gerät heruntergeladen und installiert, ganz klassisch also. Streaming bietet der Service derzeit nicht an. Dafür funktionieren alle Titel auch offline, ausgenommen natürlich Online-Modi.

Einen Zugang können sich per Family-Sharing bis zu sechs Nutzer teilen, Crossplay sowie Cloudsave wird von sämtlichen Spielen unterstützt. Heißt also, ihr könne über verschiedene Apple-Geräte hinweg beliebig an einem einzigen Spielstand zocken. Am Mac respektive MacBook läuft die Eingabe über Maus und Tastatur oder wahlweise mit einem Controller, am Apple TV ist ein Gamepad Pflicht, bei iPhone und iPad habt ihr die Wahl zwischen Touchscreen und Controller, wobei das auch vom jeweiligen Spiel abhängt. Apple Arcade funktioniert mit Xbox-One- und PlayStation-4-Controllern sowie mit allen Gamepads mit der Mfi-Zertifizierung. Das steht für "Made for iOS". Auf allen Geräten wird die Spieldauer mit Apple Arcade per Bildschirmzeit-Feature erfasst, optional lässt sich per Kindersicherung die Spieldauer begrenzen. Ab Herbst ist Apple Arcade auch als Teil des Mega-Abos Apple One verfügbar.

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Apple Arcade: Spieleangebot

Apple Arcade ging mit einem recht umfangreichen Line-up von mehr als 50 Titeln an den Start, seitdem wird das Angebot kontinuierlich erweitert. Das geschieht in unregelmäßigen Abständen, aber meistens am Donnerstag; nur eben nicht jede Woche. Die Anzahl der neuen Spiele an einem Tag variiert, manchmal gibt es auch nur einen einzelnen Release. Manche Games sind (zeitlich) exklusiv, viele Spiele erscheinen auch für andere Plattformen. Es handelt sich beim Katalog von Apple Arcade Großteils um Indie-Titel oder eher unbekannte Marken. Nur wenige "klassische" Gaming-Marken wie Sonic, Pac-Man oder Rayman sind vertreten. Bekanntere Spiele bei Apple Arcade sind beispielsweise Cat Quest 2, Dead End Job, Inmost, The Last Campfire, Necrobarista, Neo Cab, Neversong, Oceanhorn 2, Sayonara Wild Hearts, Sonic Racing oder What the Golf?. Apple Arcade: Ein Jahr nach Release - zweiter Blick + Konkurrenz im Überblick (1) Quelle: PC Games Apple Arcade: Ein Jahr nach Release - zweiter Blick + Konkurrenz im Überblick (1)

Das sagt aber natürlich erstmal nichts über die Qualität der angebotenen Games aus. Man sollte sich nur bewusst sein, dass man bei Apple für fünf Euro pro Monat keinen Zugriff auf aktuelle (oder ältere) AA- und AAA-Produktionen der ganz großen Marken bekommt. Dafür reicht auch die Leistung der meisten unterstützen Geräte (vor allem Apple TV, iPhone und iPad) nicht aus; Spiele werden ja lokal ausgeführt und nicht gestreamt. Grafisch pendeln daher die 3D-Titel von Apple Arcade meistens irgendwo zwischen PS3 und PS4, 2D-Spiele sehen genauso gut aus wie auf anderen aktuellen Plattformen. Die technische Leistung hängt auch davon ab, auf welchem Gerät genau das Spiel läuft. Großer Vorteil bei Apple Arcade: Sämtliche Spiele verzichten auf In-Game-Käufe, Premiumwährung, DLCs und Ähnliches, auch Werbung gibt es nicht. Ein monatlicher Abopreis wird fällig, das ist alles, keine weiteren Kosten.

Tests von besonders interessanten Apple-Arcade-Spielen:

Apple Arcade: Spieleflat im Test

Angenehm an Apple Arcade ist die Simplizität des Angebots. Die Kosten sind überschaubar, die Funktionsweise denkbar einfach nachvollziehbar. Für rund fünf Euro pro Monat bekommt man Zugriff auf einen stetig wachsenden Katalog an Games, die kann man herunterladen, installieren und dann (zum größten Teil) auch offline spielen. Arcade läuft auf allen Gerätetypen von Apple (außer Watch), solange es sich um halbwegs aktuelle Modelle handelt. Da gibt es also nicht viel nachzudenken, nichts, was groß für Verwirrung sorgt. Über die Konkurrenz kann man das teilweise nicht sagen. Die Qualität der Spiele ist durchwachsen, so mancher Titel lässt sich gedanklich eher in die Ramschkiste einordnen, dafür gibt es zum Beispiel mit Sayonara Wild Hearts oder What the Golf? ebenso echte Knaller im Angebot. Beide Titel laufen zwar auch auf anderen Plattformen, kosten dort aber schon einzeln mehr als das Abo bei Apple Arcade für den ganzen Monat. Es stellt sich also hier die Frage: Dann nicht lieber gleich Apple Arcade abonnieren, die gewünschten Titel zocken und obendrein noch in viele andere Games reinspielen?

Apple Arcade: Ein Jahr nach Release - zweiter Blick + Konkurrenz im Überblick (2) Quelle: Apple Apple Arcade: Ein Jahr nach Release - zweiter Blick + Konkurrenz im Überblick (2) Auch der Controller-Support ist lobenswert. Schade nur, dass der äußerst qualitative und beliebte Pro Controller der Switch bis heute nicht unterstützt wird. Trotzdem kommt vor allem beim Zocken am Apple TV auf dem großen Fernseher mit einem Xbox-Controller durchaus Konsolenfeeling auf. So macht Apple Arcade auch am meisten Spaß. Zocken auf dem iPhone ist natürlich unterwegs nett, aber nicht unbedingt sonderlich komfortabel, zumal die Touchscreen-Steuerung bei den allermeisten Spielen suboptimal ist. Mehr Spaß kommt da schon mit einem iPad auf, wobei auch hier ein Controller den Spielspaß enorm steigert. Am meisten kann Apple Arcade auf Mac, Macbook und am TV glänzen. So oder so richtet sich das Angebot weniger an "Core"- oder "Hardcore"-Gamer, sondern eher an Gelegenheitsspieler. Vor allem als Familie mit Apple-Vorliebe, wo sich also ein Jahresabo für rund 50 Euro gleich bis zu sechs Leute teilen, ergibt Apple Arcade am meisten Sinn. Besser als das "klassische" Mobile-Gaming mit tonnenweise Werbung, Free2play-Abzocke und irrsinnig teurer Premiumwährung ist das sowieso. Und qualitativ deutlich hochwertiger.

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