Schlechter Start für Anno 117 Vulkan-DLC: Fans sind enttäuscht

Special Vivien Ziermann
Schlechter Start für Anno 117 Vulkan-DLC: Fans sind enttäuscht
Quelle: Ubisoft

Wie gut ist der erste größere DLC für Anno 117 wirklich und für wen lohnt sich der Blick ganz besonders? Große Ideen treffen auf Probleme und starken Gegenwind.

Ein Fest für Strategen

Besonders Strategen sollten Anno 117 mit dem neuen DLC eine Chance geben. Die verschiedenen Phasen des Vulkanzyklus bieten neue Herausforderungen und Vorteile, auf die sich jeder Stadthalter strategisch einstellen muss. Stehen ausreichend Mittel zur Verfügung, um alle wichtigen Gebäude lang genug in Schuss zu halten? Was passiert, wenn einer der Gesteinsbrocken wichtige Truppen, Schiffe oder Gebäude vernichtet? Sind die Vorräte genug aufgestockt, um den vulkanischen Winter zu überstehen?

Jede dieser Fragen verlangt nach einer Antwort und das möglichst zeitnah, denn der Zyklus bleibt nicht stehen und wiederholt sich kontinuierlich alle acht bis fünfzehn Stunden. Es gilt also, sich stets bestens auf die nächste Phase vorzubereiten und ganz Latium vor den Auswirkungen des Vulkans zu schützen und die positiven Auswirkungen bestmöglich zu nutzen.

Nebenbei verlangen natürlich die alltäglichen anderen Aufgaben weiterhin eure Aufmerksamkeit, ebenso wie die Provinz Albion, die zwar von den Auswirkungen des Vulkans verschont bleibt, allerdings genug andere Widrigkeiten in petto hat. Hier sind also Multitasking und strategisches Geschick angesagt. Auch wenn ein kurzes Innehalten zum Bestaunen des Vulkanausbruchs durchaus ratsam ist, denn die Katastrophe ist atemberaubend inszeniert.

Für eingefleischte City-Builder, die sich lieber voll und ganz auf den Ausbau ihres Imperiums konzentrieren, Warenketten optimieren, handeln und Metropolen errichten wollen, ist zumindest der aktive Vulkan eher störend. Dafür bekommen reine Aufbaufans bei einem deaktivierten Vulkanzyklus eine gigantische Insel zum Bebauen spendiert.

Eine römische Stadt in Anno 117. Unten links steht ein Kolosseum. Im Hintergrund spuckt ein aktiver Vulkan. Quelle: Ubisoft Sobald der Vulkan ausbricht, ist nichts mehr vor ihm sicher. Doch die Katastrophe ist atemberaubend inszeniert. Ähnlich wie im "Versunkene Schätze"-DLC für Anno 1800 bietet auch Cinis eine riesige Fläche, auf der sich Städtebauer munter austoben können. Wenn auch nicht ganz so groß, wie es zunächst den Anschein macht, denn einige Teile der Insel sind mit Felsen oder Flüssen bedeckt und eignen sich daher nicht für Bauwerke.

Die neue Produktionskette ist dann ebenfalls ein zweischneidiges Schwert. Denn bei deaktiviertem Vulkanzyklus sind die Obsidianvorkommen auf den verschiedenen Inseln schnell erschöpft und die Produktion kommt zum Erliegen. Wer sich also nur auf das Bauen konzentrieren möchte, sollte möglichst die Finger von den Obsidian-Waren lassen oder muss sie am Ende teuer einkaufen.

Ein schlechter Start

Unterm Strich bietet der Vulkan-DLC für leidenschaftliche Strategen wohl den meisten Mehrwert, während reine Aufbaufans sich stattdessen "nur" über die große Insel freuen können. Doch während das Hauptspiel zumindest noch einigen Wohlwollen der Spieler für sich gewinnen konnte, beißt Die Verheißung des Vulkans an dieser Stelle auf Granit. Auf Steam stehen die Bewertungen für den ersten Anno-DLC bei "Größtenteils negativ". Damit zählt er zu den am schlechtesten bewerteten DLCs der Reihe.

Caecilias Hafen in einer Bucht. Rechts ist Caecilia zu sehen und die Waren, mit denen sie handelt. Quelle: Ubisoft Bei Caecilia können neue Spezialisten mit besonderen Boni erworben werden. Allerdings stehen auch diese bei den Spielern stark unter Kritik. Spieler machen ihrem Ärger ausgiebig Luft und klagen über die wenigen neuen Inhalte, die der DLC letztendlich einführt. Weiterhin wird noch immer über technische Probleme, die schon zum Release des Hauptspiels bestanden, geklagt, ebenso wie über regelmäßige Spielabstürze. Zudem soll der DLC dafür sorgen, dass bestehende Speicherstände korrumpiert werden. Was besonders ärgerlich ist, denn um genau dieses Problem zu lösen, wurde der Release der Erweiterung kurzfristig um eine Woche nach hinten verschoben.

Auch die neue Quest-Reihe wird als ebenso einfallslos beschrieben wie die Hauptkampagne, außerdem wird über schlechtes Balancing geklagt. Das einzig Positive, was die Spieler bisher für erwähnenswert hielten, ist der neue Gott und die Optik der Insel. Alles in allem also ein sehr schlechter Start für die erste größere Erweiterung von Anno 117.

Der Blick in die Zukunft

Anno-Fans sollten jetzt aber auf keinen Fall den Kopf in den Sand stecken, denn Ubisoft hat große Pläne und der nächste DLC lässt auch nicht mehr lang auf sich warten. Schon im August soll mit The Hippodrome die zweite Erweiterung erscheinen, die römische Festspiele und Unterhaltung ins Spiel einbauen soll.

Ende des Jahres ist außerdem der große Ägypten-DLC geplant, der mit einer neuen Welt sicherlich den Hunger der Spieler nach mehr Content und Abwechslung befriedigen dürfte. Bis dahin bleibt den Entwicklern noch genügend Zeit, sich um die bestehenden Probleme zu kümmern und lästige Bugs und Grafikfehler endgültig zu beheben.

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