Ancestors Legacy im Test: Mittelalter-Schlachten mit taktischem Tiefgang

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Ancestors Legacy im Test: Mittelalter-Schlachten mit taktischem Tiefgang
Quelle: 1C Company

Im Test von Ancestors Legacy stellen wir das Mittelalter-Strategiespiel auf den Prüfstand und schauen uns die taktischen Gefechte mit Wikingern, Angelsachsen, Deutschen und Slawen genauer an. Warum uns die spannenden Kampagnen sowie die super inszenierten Schlachten gefallen haben und was nicht so gelungen ist, lest ihr hier.

Aktuelle Änderungen hervorheben

Update:

Wie ihr bestimmt mitbekommen habt, haben die Vereinigungen "Kein Pixel gegen Faschisten!" und Gesicht zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland e.V." in den vergangenen Tagen schlagende Beweise für eindeutig rechtsextreme Tendenzen der Entwickler des Studios Destructive Creations offenbart. Lest bitte mehr dazu in unserer entsprechenden Newsmeldung.

In der Vergangenheit behandelten wir journalistisch diverse Spiele des Studios, die bei oberflächlicher Betrachtung keine solchen Rückschlüsse zuließen, bei genauerer Untersuchung aber sehr wohl. Dafür, hier nicht genauer hingeschaut zu haben, entschuldigen wir uns. In Zukunft werden wir etwaige neue Projekte des Studios nicht mehr behandeln, wollen aber auch unsere Texte zu War Mongels und Ancestors Legacy nicht einfach löschen und haben sie stattdessen mit diesem Disclaimer versehen.

PC Games distanziert sich klar von rechtsnationalem und faschistischem Gedankengut. Wir unterstützen eine offene Gesellschaft, Gleichwertigkeit der Geschlechter und der sexuellen Identitäten und stehen ein für eine demokratische Gesellschaft und ein friedliches Miteinander.

Originaltext: Nach dem Zusammenfall der antiken Weltordnung und Reiche fiel Europa in dunkle und brutale Zeiten. Aus dem Norden verbreiteten die brandschatzenden Horden der Wikinger Schrecken an den Küsten des Kontinents und der britischen Inseln. Die Angelsachsen kämpfen jedoch nicht nur gegen die Nordmänner, sondern auch in blutigen Auseinandersetzungen untereinander. Im Osten von Europa toben Stammeskriege unter den Slawen, während im Heiligen Römischen Reich die Herrscher um Kontrolle in ihrem riesigen Einflussgebiet ringen.

Das tiefste Mittelalter vom 8. bis zum 13. Jahrhundert bietet also ausreichend Potential für Konflikte, die als Grundlage eines Strategiespiels dienen können. Das dachten sich auch die Entwickler von Ancestors Legacy (jetzt kaufen 89,00 € / 29,74 € ). In derzeit sechs Kampagnen zu je fünf Missionen schickt euch das Spiel als Anführer der Wikinger, Angelsachsen, Deutschen und Slawen in die Schlacht. Jeder Feldzug erzählt die Geschichte eines bestimmten Herrschers. So erleben wir Mieszko I., wie er die slawischen Stämme erstmals zu Polen vereinigt, und den jungen deutschen König Rudolf I., der in seinem Reich gegen Raubritter kämpft.

Mittelalter-Taktik

Hinter der historischen Fassade verbirgt sich jedoch ein recht modernes Strategiespiel, das sich am ehesten mit Company of Heroes vergleichen lässt. An einer vorgegeben Stelle errichtet ihr eure Hauptbasis. Dazu werden Bauaufträge erteilt und eure Untertanen errichten die entsprechenden Gebäude dann an ebenfalls vorgegebenen Punkten. Um die benötigten Rohstoffe Holz, Nahrung und Eisen zu sammeln, erobert ihr in der Umgebung liegende Dörfer und lasst die dortige Bevölkerung für euch arbeiten. Dazu muss das jeweilige Haupthaus eingenommen werden. Nach der Übernahme schicken wir Dorfbewohner zu den vorgegebenen Ressourcenpunkten und errichten Türme, um die übernommene Siedlung zu schützen. Um Rohstoffe zu sammeln, müssen wir umliegende Dörfer einnehmen. Dazu brennen wir das Haupthaus der Siedlung nieder und übernehmen die Kontrolle. Quelle: PC Games Um Rohstoffe zu sammeln, müssen wir umliegende Dörfer einnehmen. Dazu brennen wir das Haupthaus der Siedlung nieder und übernehmen die Kontrolle.

Einheiten rekrutiert ihr in Truppstärke und bis zu zehn dieser Trupps könnt ihr maximal befehligen. Dabei solltet ihr auf eine ausgewogene Zusammenstellung aus Fernkämpfern, Nahkämpfern und Reitern achten. Die Kämpfe fallen dabei erfreulich taktisch aus. So machen eure Einheiten deutlich mehr Schaden, wenn sie den Feind von Hinten oder aus der Flanke heraus angreifen. Reiter sind gut geeignet, um einen Trupp Bogenschützen schnellstmöglich niederzutrampeln, während Speerkämpfer den Ansturm von Kavallerie effektiv aufhalten kann. Auch auf das Zusammenspiel eurer eigenen Einheiten solltet ihr achten. Bogenschützen solltet ihr zum Beispiel befehlen das Feuer einzustellen, wenn Nahkämpfer den Gegner erreicht haben, um die eigenen Truppen nicht zu schädigen.

In den Kampagnen setzen die Entwickler die unterschiedlichen Eigenschaften der Einheiten auch für spannende Schleichmissionen ein. Ohne den Rückhalt einer Basis, gilt es dann mit wenigen Soldaten bestimmte Ziele zu erreichen. Dazu können sich die Truppen in hohem Gras verstecken, um zum Beispiel einen Hinterhalt zu legen. Nach einem erfolgreichen Scharmützel werden verwundete Krieger per Lazarett-Befehl geheilt. Steht ein eigenes Lager zur Verfügung, lassen sich auch teilweise dezimierte Truppen wieder auffüllen. Die Kämpfer gewinnen außerdem an Erfahrung, was ihre Werte verstärkt. Beim ersten Stufenaufstieg wählt ihr zusätzlich aus drei verschiedenen Ausrichtungen wie Offensiv und Defensiv. Mit dem Einsatz von Rohstoffen könnt ihr zudem die Ausrüstung einzelner Truppen verbessern. Das Spiel setzt auf ein gut funktionierendes Stein-Schere-Papier-Prinzip und erfordert häufig deutlich mehr Taktik als die hier zu sehende Massenkeilerei. Quelle: PC Games Das Spiel setzt auf ein gut funktionierendes Stein-Schere-Papier-Prinzip und erfordert häufig deutlich mehr Taktik als die hier zu sehende Massenkeilerei.

Die Wucht des Krieges

Die Schlachten weiß das Spiel auch beeindruckend in Szene zu setzen. Wir verfolgen das Geschehen nicht nur aus einer hohen abstrakten Vogelperspektive. Bei Bedarf zoomen wir ganz nah ans Geschehen heran, bis auf Augenhöhe mit unseren Truppen. Dabei wird die Wuchtigkeit des Nahkampfes förmlich spürbar. Schwerter prallen auf Schilde, anstürmende Speerträger treiben ihre Lanzen in überrumpelte Gegner und schwer gepanzerte Ritter zu Pferde reiten spektakulär durch Ansammlungen von Bauern wie ein heißes Messer durch Butter.

In der Nahansicht lassen sich zwar keine Befehle mehr erteilen, dafür können wir die schick animierten Kämpfe unserer Krieger genießen. Quelle: PC Games In der Nahansicht lassen sich zwar keine Befehle mehr erteilen, dafür können wir die schick animierten Kämpfe unserer Krieger genießen. Jeder Kämpfer wird dabei individuell entsprechend seiner jeweiligen Kampfsituation animiert. Die Entwickler haben bei den Animationen sehr viel Liebe zu Detail an den Tag gelegt. So wechseln Bogenschützen zum Beispiel zum Schwert, wenn sie in einen Nahkampf gezwungen werden. Natürlich sind die Fernkämpfer dabei längst nicht so kampfstark wie ein ausgebildeter Trupp Axtkämpfer.

Die schicken Gefechte sind der Dreh- und Angelpunkt des Spiels. Damit wir uns nicht unnötig mit der wirtschaftlichen Komponente aufhalten, erreichen wir die meisten Befehle zum Bau von Häusern, der Forschung und dem Ausheben von Truppen über das intelligente Interface, ohne dabei den Blick von unsere Armee abwenden zu müssen. Auch wenn die Truppenauswahl für jede Fraktion recht überschaubar ist und auch die Missionsvielfalt schnell erschöpft ist, finden Strategiefans in Ancestors Legacy dennoch genügend Herausforderungen, um lange gut unterhalten zu werden.

Fazit und Wertung

Meinung

Wertung zu Ancestors Legacy (PC)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
sechs Kampagnensuper inszenierte Kämpfemotivierendes Ressource-System durch Dörferunterschiedliche Nationengutes Interface-Designnachvollziehbares Stein-Schere-Papier-PrinzipMehrspieler- und Skirmish-Modus
Sprachausgabe nur auf Englischwenig EinheitentypenMissionen werden irgendwann repetitiveoptionale Missionsziele ohne echten Nutzen

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