Test zu Age of Empires Online: ... und später die Ernüchterung

Test Viktor Eippert

Age of Empires 4 steht ganz oben auf der Wunschliste von Fans der Serie, wird aber wohl in naher Zukunft nicht Wirklichkeit werden. Als kleine Entschädigung hat Microsoft Age of Empires Online entwickelt, wir haben den Test des Online-Spiels.

Doch schon bald kommt die Ernüchterung: Es gibt nur eine sehr begrenzte Anzahl an Missionstypen und nach wenigen Spielstunden wirken die Aufträge bis auf Ausnahmen wie Aufgüsse bereits gelöster Quests. Entweder sollen wir uns eine Zeit lang vor immer wiederkehrenden Angreifern schützen, etwas oder jemanden zerstören, bestimmte Gebäude errichten oder Gefangene befreien und diese dann an einen bestimmten Punkt eskortieren. Eintönigkeit macht sich daher schnell breit und dank der nüchternen Präsentation durch unvertonte Sprechblasen weiß man auch gar nicht so recht, warum man gerade die fünfzehnte Belagerung spielt. Damit nicht genug, liegt das Balancing der Aufträge im Argen. Stellenweise hatten wir beinahe keine Gegenwehr auf unseren Feldzügen, während wir uns an anderer Stelle die Zähne an unerklärlich schweren Missionen ausbissen, um oftmals sogar weniger Erfahrung für diese Tortur zu erhalten als für eine Selbstläuferquest. Wie soll das bitte zusammenpassen?

Der Koop-Modus schlägt dem Balancing-Fass dann endgültig den Boden aus. Viele der Aufträge in AoE Online kann man mit anderen Spielern gemeinsam lösen. Die Krux daran: Statt das Gegneraufkommen dynamisch an die Spieleranzahl anzupassen, bleiben die Randumstände einer Quests unangetastet. Folglich verliert jede noch so schwere Mission im Koop-Modus jeglichen Anspruch und verkommt zum Kinderspiel.

Ob sich diese Probleme im späteren Spielverlauf noch weiter zuspitzen oder mit der Zeit in Wohlgefallen auflösen, erfahrt ihr in unserem endgültigen Test, den wir alsbald nachliefern. Denn eines muss man AoE Online trotz der Schelte lassen: an Umfang mangelt es Microsofts neuem Titel nicht, weshalb wir eine endgültige Wertung erst nach einem ausführlichen Langzeittest vergeben. Das gibt uns zudem genug Zeit, zu erproben, wie stark sich die käuflichen Premiuminhalte auf den Spielspaß auswirken beziehungsweise der Mangel letzterer das Vorankommen erschwert.

Vorteile für zahlende Spieler
Age of Empires Online hat auch in der kostenlosen Version einiges zu bieten. Ihr könnt die kompletten Hauptkampagnen aller Völker durchspielen, was euch dutzende Stunden beschäftigt, und sogar den Mehrspielermodus nutzen. Trotzdem hat die Sache einen etwas faden Beigeschmack. Ständig findet ihr seltene oder epische Gegenstände, die ihr zwar nicht nutzen dürfen, die aber euren knappen Inventarplatz blockieren. Wer mehr Inventarplatz möchte muss Geld investieren. Die kostenpflichtigen Inhalte erwerbt ihr in eurem Games-for-Windows-Live-Account für Microsoft-Punkte. Sie teilen sich in zwei Kategorien auf: Premium-Zivilisationen und Booster-Packs. Die habe einen stolzen Preis: Das Premium-Upgrade schlägt mit 20 Euro zu Buche und muss für jedes Volk einzeln (!) gelöhnt werden. Kostengünstiger sind die Booster-Packs, die neue Questreihen oder frische Zierobjekte für die Hauptstadt enthalten. Daher fallen die Preise dieser Erweiterungen schmaler aus, liegen etwa zwischen fünf und zehn Euro. Darüber hinaus gibt es auch (mitunter zeitbegrenzte) Rabattaktionen. Aktuell existiert beispielsweise ein Bundle, das zwei Premiumvölker und alle bisherigen Boosterpacks für 40 Euro enthält.

Keine Wertung. Warum? Wir tummelten uns mit beiden bisher veröffentlichten Völkern insgesamt etwa 20 Stunden auf den Vorveröffentlichungsservern. Für den direkten Vergleich spielten wir ein Volk mit Premium-Erweiterung, das andere ohne. Sobald wir mit der heute erschienenen finalen Release-Version genügend Zeit verbracht haben, liefern wir eine Wertung nach.

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