Age of Empires: Definitive Edition - Zu Besuch bei Microsoft - Vorschau mit Anspieleindrücken und Interviews

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Age of Empires: Definitive Edition - Zu Besuch bei Microsoft - Vorschau mit Anspieleindrücken und Interviews
Quelle: Microsoft

Wir waren zu Besuch im Microsoft Hauptquartier und konnten Age of Empires: Definitive Edition ausführlich anspielen. Außerdem haben wir mit Creative Director Adam Isgreen über die Neuauflage und die Herausforderungen bei der Arbeit mit einem 20 Jahre alten Titel gesprochen.

Pünktlich zum 20. Geburtstag des altehrwürdigen Age of Empires bringt Microsoft am 19. Oktober 2017 die Definitive Edition des Echtzeitstrategie-Klassikers auf den Markt. Dass es der Xbox-Konzern mit seinem Engagement für den PC und eine seiner beliebtesten PC-Spielemarken ernst meint, davon konnten wir uns bei einem weltexklusiven Besuch in den Redmonder Studios überzeugen. Einen ganzen Tag lang verbrachten wir in den heiligen Hallen der Microsoft Game Studios. Dort konnten wir eine vollständige Kampagnen-Mission aus dem Feldzug der Hethiter durchspielen und uns mit den Age of Empires-Experten im Multiplayer-Modus messen. Außerdem sprachen wir ausführlich mit General Manager Shannon Loftis und Creative Director Adam Isgreen über Age of Empires.

Auf Hochglanz poliert

Wir kommen vorbereitet zu dem Anspieltermin, denn wir haben uns vorher noch einmal das Original angeschaut. Um so beeindruckender ist der Unterschied, als wir erstmals die Definitive Edition starten. Am auffälligsten ist da natürlich zunächst die sehr schicke 2D-Grafik. Alle Sprites und sonstigen Grafiken wurden komplett überarbeitet und neu entworfen - hauptsächlich von einem Grafiker aus Deutschland, wie uns Executive Producer Earnest Yuen erzählt. Dabei läuft im Hintergrund noch immer die gleiche Engine, die schon vor 20 Jahren zum Einsatz gekommen ist.

Moderne Rechner ermöglichen ein deutlich höheres Bevölkerungslimit und damit größere Armeen. Quelle: Microsoft Moderne Rechner ermöglichen ein deutlich höheres Bevölkerungslimit und damit größere Armeen. Weitere Arbeit floss in die Kacheln, aus denen die Karten zusammengesetzt sind. Mit zusätzlichen grafischen Algorithmen sorgen die Entwickler dafür, dass die einst sehr offensichtlichen Kanten zwischen Geländearten, Küstenstreifen und Ähnlichem deutlich weicher und natürlicher verlaufen. "Wir haben außerdem den Nebel des Kriegs verändert und ihm etwas mehr Textur verliehen. Wir haben viel Zeit mit dem Wasser verbracht, damit es wirklich gut aussieht", erklärt uns Creative Director Adam Isgreen im Gespräch.

Eine Komplettüberholung hat auch das Interface bekommen. Nicht nur sieht die Oberfläche moderner aus, sie bietet jetzt auch Funktionen, die heute in Echtzeitstrategie-Spielen völlig normal sind, im Original vor 20 Jahren aber noch nicht vorhanden waren. Dazu gehören zum Beispiel ein Button zum Auffinden von untätigen Dorfbewohnern und eine Anzeige für das Bevölkerungslimit. Es mag sich kaum noch einer daran erinnern, aber Letzteres konnte man damals nur durch einen Klick auf ein Wohngebäude überprüfen.

Vorschau-Video

Balance zwischen Alt und Neu

So neu die Optik auch wirkt, wir fühlen uns dennoch sofort wieder heimisch im guten alten Age of Empires. Ja, es gibt diverse Komfortfunktionen, die einem das Leben erleichtern: Die Auswahl bestimmter Einheiten per Doppelklick, das einfache Auffüllen der Farmen per Rechtsklick, das Hinzufügen von Einheiten zu einer Gruppe mit der Umschalt-Taste und diverse andere Kleinigkeiten sind einfach Genrestandards, die man heute nicht mehr missen möchte. Aber trotz dieser Eingriffe ist es den Entwicklern gelungen, das Spielgefühl des Originals zu bewahren. Während wir unsere Siedlung immer weiter ausgebaut und unsere Armee auf den bevorstehenden Angriff vorbereitet haben, hatten wir zu jeder Zeit das Gefühl Age of Empires zu spielen. Earnest Yuen erklärt uns beim Spielen, dass es ein Balance-Akt war, bei der Implementierung der neuen Features nicht so weit zu gehen, dass das Spiel plötzlich mehr wie Age of Empires 2 wirkt.

Entsprechend verzichteten die Entwickler auch auf einige Features, die moderne Strategiespieler möglicherweise erwarten. So kann man zum Beispiel nach wie vor keine Tore in seinen Mauern errichten. Man habe darüber diskutiert, sich aber schließlich dagegen entschieden. Das gleiche gilt für Formationen. In Age of Empires 2 eine Selbstverständlichkeit, aber im ersten Teil der Reihe gehörte das eher ungeordnete Vorgehen der eigenen Truppen irgendwie mit dazu. Immerhin gibt es jetzt einen Befehl für eine Angriffsbewegung, damit sich die Armee zum gewünschten Punkt bewegt und dabei auch Feinde bekämpft. Auch das gab es im Original eigentlich nicht. Formationen gab es vor 20 Jahren noch nicht und das wird auch beibehalten. Die Fahnen sind ein Hilfsmittel der Entwickler und werden in der fertigen Version nicht zu sehen sein. Quelle: Microsoft Formationen gab es vor 20 Jahren noch nicht und das wird auch beibehalten. Die Fahnen sind ein Hilfsmittel der Entwickler und werden in der fertigen Version nicht zu sehen sein.

Hilfe für die Griechen

Die Entwickler haben sich aber nicht nur der offensichtlichen Bedienungsschwächen angenommen. Auch die allgemeine Balance des Spiels kam auf den Prüfstand. Das wurde allein schon dadurch nötig, weil die neuen Animationen der Einheiten, die sich jetzt in 16 statt nur vier Richtungen drehen können, das ursprüngliche Gleichgewicht beeinflusst haben. Es ist dem Team allerdings unheimlich wichtig, bei diesen Veränderungen eng mit der Community zusammen zu arbeiten. Das führte unter anderem zu Änderungen am Volk der Griechen, weil diese mehrheitlich als zu schwach angesehen wurden.

Felder lassen sich jetzt nicht nur bequem per Rechtsklick erneuern, sie sind außerdem von Einheiten passierbar. Quelle: Microsoft Felder lassen sich jetzt nicht nur bequem per Rechtsklick erneuern, sie sind außerdem von Einheiten passierbar. Auch das Gamedesign der insgesamt zehn Kampagnen aus Age of Empires und der ebenfalls enthaltenden Erweiterung Rise of Rome wurde behutsam an moderne Gegebenheiten angepasst. Das Ziel war, zu viel Leerlauf zu verhindern und all zu langweilige Siegbedingungen in einigen Missionen zu optimieren. "Wir haben einige der Siegbedingungen angepasst. Außerdem haben wir uns das Tempo vieler Missionen angeschaut und haben es optimiert", erklärt uns Adam Isgreen. Doch keine Sorge, Age of Empires wird dadurch nicht plötzlich ein völlig anderes und viel zu schnelles Spiel. Wir haben die erste Mission der Kampagne der Hethiter gespielt und gut und gerne über eine Stunde dafür gebraucht. Der einzige Unterschied zu früher war, dass wir unsere zwei Gegner nicht bis zum letzten Dorfbewohner vernichten mussten, sondern lediglich alle militärischen Einheiten und Gebäude.

Gemächliche Multiplayer-Hektik

Nach unserer Zeit in der Kampagne sollten wir unsere Fähigkeiten auch noch in einer Mehrspieler-Partie beweisen. Zusammen mit Executive Producer Earnest Yuen und vier weiteren Microsoft-Mitarbeitern ging es in eine packende 3vs3-Partie. Die Verbindung über die Lobby funktioniert dank Xbox-Live so einfach, wie man es heutzutage gewohnt ist, kein Vergleich mit der umständlichen Microsoft Internet Gaming Zone früherer Tage.

Gegen menschliche Mitspieler entwickelt sich natürlich eine ganz andere Dynamik. So hatten wir es relativ schnell mit einem feindlichen Nachbarn zu tun, der seine Produktion aggressiv in die Nähe unseres Dorfes ausbreitete. Für uns bedeutete das zunächst, den Fokus auf die Errichtung einer Verteidigung in Richtung dieses Gegners zu legen. Sobald diese einigermaßen standhielt, machten wir uns an die Ausbildung unserer Armee. Es wurde jedoch schnell deutlich, dass im gegnerischen Team echte Profis am Werk waren. Als wir noch mühevoll auf den Aufstieg zum dritten Zeitalter sparten, hatte der erste Gegner bereits die Endstufe erreicht und den ersten unserer Verbündeten vernichtet. Als wir schließlich eine Offensive gegen unseren benachbarten Gegner wagten, nutzte dies ein anderer Feind aus und überrannte unsere jetzt ungeschützte Basis. Auch wenn sich das auf den ersten Blick sehr nach Hektik anhört, ist Age of Empires verglichen mit anderen Echtzeitstrategie-Spielen wie Starcraft auch im Multiplayer ein eher gemächliches Spiel. Immerhin hat unsere Partie gegen eine Gruppe schneller Spieler auch seine 45 Minuten gedauert.

Age of Empires macht in der Definitive Edition bereits einen hervorragenden Eindruck. Doch bis zum Release in knapp einem Monat haben die Entwickler noch ein paar Baustellen wie Bugs und Grafikfehler zu bearbeiten. Sollte dies gelingen, können sich Fans auf eine tolle Neuauflage freuen, die modern und frisch wirkt und dabei doch dem Original treu bleibt.

Meinung

Bildergalerie

  1. Seite 1 Age of Empires: Definitive Edition in der Vorschau
  2. Seite 2 Interview mit Adam Isgreen über die Definitive Edition
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