Age of Empires 3 im Test: Grafik, Technik, Wertung
Test 17,99 €
Nach den erfolgreichen Neuauflagen der ersten beiden Age-of-Empires-Spiele spendiert Microsoft jetzt auch dem dritten Teil eine Frischzellenkur. Neben optischen Verbesserungen, zusätzlichen Komfortfunktionen und Balancing-Anpassungen beinhaltet die Definitive Edition einige interessante inhaltliche Ergänzungen. Doch reicht das, um dem Echtzeitstrategie-Klassiker zu neuem Ruhm zu verhelfen? Das verraten wir euch im Test zu Age of Empires 3 Definitive Edition
Grafik-Analyse
Anders als die beiden Vorgängerspiele setzte Age of Empires 3 vollständig auf 3D-Grafik. Damit diese in der Definitive Edition zeitgemäßer aussieht, wurden praktisch alle 3D-Objekte neu gebaut, mit wesentlich besseren Texturen versehen und 4K-optimiert. Ein schönes Beispiel hierfür ist der Kriegselefant der Inder. Das Muster auf der Decke am Rücken des Tiers erscheint jetzt um ein Vielfaches detaillierter, ebenso die Kleidung des Reiters, der jetzt unter anderem einen klar erkennbaren Turban trägt. Wirft man einen Blick auf die Haut des Tiers, sind außerdem erstmals ledrige Falten zu erkennen. Die Füße wiederum, die früher total kantig wirkten, sehen nun viel runder aus, und so weiter.
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Eben diese Liebe zum Detail ist bei allen Einheiten erkennbar und harmoniert prima mit weiteren Grafikverbesserungen. Dazu zählen unter anderem ein wesentlich dynamischeres Licht-Schatten-Spiel, zusätzliche Zerstörungseffekte und nette kleine Details wie Kanonenkugeln, die nach der Landung noch eine Weile übers Schlachtfeld kullern.
Soweit, so gut. Dass die Grafik zuweilen trotzdem etwas altbacken daherkommt, ist insbesondere den Animationen der Einheiten geschuldet. Schmerzhaft deutlich wird dies speziell in den Zwischensequenzen, in denen Gesprächspartner immer wieder staksig und irgendwie verkrampft von A nach B stolzieren. Vor 15 Jahren störte das niemanden, für heutige Verhältnisse wirkt es jedoch nicht mehr zeitgemäß. Hier hätten Tantalus Media und Forgotten Empires noch eine ordentliche Schippe drauflegen müssen.
Quelle: PC Games
Nach jedem Ära-Wechsel bestimmt ihr einen Politiker, der neue Einheiten oder Boni mit sich bringt. Auch dieses System wurde etwas überarbeitet und bietet nun diverse Neuzugänge.
Technik-, Sound- und KI-Check
Weitere Enttäuschung auf technischer Seite sind die allgegenwärtigen Clipping-Fehler. Nehmen wir zur Veranschaulichung die Multiplayer-Karte Sonora. Hier klappert eine Kutsche regelmäßig alle Handelsposten ab und folgt einer vorgegebenen Route. Befinden sich nun irgendwelche Einheiten auf eben dieser Route, fährt die Kutsche schnurstracks hindurch. Viel schöner und realistischer wäre es jedoch, wenn alle Einheiten die nahende Kollision erkennen würden und ausweichen. Und das ist nur eines von Dutzenden Clipping-Beispielen.
Spielerisch deutlich störender ist allerdings ein in der Testversion nicht behobener Fehler, der dazu führen kann, dass Einheiten in gerade erst platzierten Gebäuden steckenbleiben und keine Positionswechsel mehr vornehmen können. So geschehen zu Beginn der Morgan-Kampagne. Dieser Fehler ist speziell dann ärgerlich, wenn man nicht regelmäßig speichert und durch diesen Bug gleich ein halbes Dutzend Einheiten verliert. Denn Erlösen von ihrem Elend kann man die betroffene Truppe nur durch den Auflösen-Befehl. Akustisch gibt's derweil wenig zu bemängeln, zumal Musik, Effekte und Sprachausgabe schon damals sehr gelungen waren. Trotzdem ließen es sich die Entwickler nicht nehmen, jeder Zivilisation ein eigenes neues Musikstück zu spendieren.
Quelle: PC Games
Beim Design der robusten Inka-Gebäude haben sich die Entwickler voll ins Zeug gelegt.
Kommen wir abschließend noch zur KI, dem wohl größten Sorgenkind der Age of Empires 3: Definitive Edition (jetzt kaufen 17,99 € ). Die gute Nachricht vorweg: Auf dem neuen Schwierigkeitsgrad "Extrem" bringen euch die Gegner wirklich ins Schwitzen und legen einige ganz ordentliche taktische Winkelzüge aufs Parkett. Das Problem: Auf allen Schwierigkeitsgraden kommt es immer wieder zu Situationen, die bei uns ziemliches Kopfschütteln ausgelöst haben. Die Bandbreite reicht dabei von Einheiten, die nicht losstürmen, obwohl sie sich in Angriffsmodus befinden, bis hin zu strohdummen Siedlern, die immer wieder stoisch an wild feuernden Feindverbänden vorbeirennen, statt einfach die Route zu ändern. Nicht zu vergessen der - nennen wir ihn mal - "Bombardement-Bug". Letzterer beschreibt Infanterie- und Kavallerie-Truppen, die trotz heftigem Dauerbeschuss durch feindliche Schiffskanonen keinen Zentimeter zurückweichen, geschweige denn die Flucht in sicheres Gebiet antreten. Erst wenn das bombardierende Schiffe direkten Kontakt mit der Küstenlinie hat, folgt eine Konterattacke.
Zeitgemäße Multiplayer-Action mit Mod-Support
Und was hat sich im Mehrspieler-Modus getan? Zu den besten Neuerungen zählt sicherlich die Anhebung der Teamgröße. Konnten früher maximal zwei Spieler eine Multiplayer-Allianz eingehen, sind es in der Age of Empires 3: Definitive Edition bis zu vier. Nicht minder praktisch: Mehrere Spieler können nun auch ohne Umwege mit der gleichen Fraktion ins Match einsteigen. Dazu gesellen sich zahlreiche neue Karten, die in Zusammenarbeit mit der Fan-Community entworfen wurden, sowie diverse Balance-Verbesserungen.
Matchmaking, Ranglisten und eine Server-basierte Multiplayer-Architektur sind in Zeiten von Online-Gaming natürlich ebenfalls Standard. Gleiches gilt für Crossplay zwischen den Versionen für den Microsoft Store und Steam sowie einen Zuschauer-Modus. Die Zahl der möglichen Zuschauer ist bei Letzterem übrigens nicht begrenzt und auch ein Beitritt nach Matchbeginn stellt kein Problem dar. Plus: Mods werden offiziell unterstützt und können über die Mod-Rubrik der offiziellen Webseite durchstöbert und heruntergeladen werden. Voraussetzung hierfür ist ein Steam- oder Xbox-Live-Account.
