Agatha Christie - Tod auf dem Nil im Test: Einfluss von Entscheidungen, technische Probleme & Fazit
Test
Trefft Entscheidungen und erfahrt, welche Auswirkungen sie haben. Lediglich ein paar technische Makel werfen einen Schatten auf ein sonst gelungenes Abenteuer.
Es gibt lediglich eine Sache, bei der wir das Gefühl hatten, dass sie nicht vollständig durchdacht ist. Es gibt nämlich ein paar wenige Entscheidungen, die wir im Verlauf von Janes Geschichte treffen dürfen. Die werden etwas undurchsichtig mit einem "beeinflusst die weitere Handlung" abgestempelt, obwohl sie eigentlich auf eine konkrete Frage abzielen: Wollen wir in der Rolle von Miss Royce unser eigenes Ding machen oder im Einklang mit dem Gesetz die Polizei zurate ziehen?
Und selbst mit diesem Wissen bleiben bei uns einige Fragen offen. Letztendlich werden eure Entscheidungen lediglich gegeneinander abgewogen und dann einem der zwei Epiloge zugeschrieben. Da diese aber, wie bereits erwähnt, grundlegend verschieden sind, fanden wir die Weise der Unterscheidung, welches Ende man bekommt etwas ungeschickt.
Tod auf dem Nil unter der technischen Lupe
Nachdem Tod auf dem Nil bei uns bezüglich des Inhalts echt punkten konnte, muss aber zuletzt trotzdem noch ein wenig Kritik geübt werden, denn gerade technische Aspekte des Spiels scheinen in der Entwicklung etwas zu kurz gekommen zu sein - allem voran die Animationen.
Die wirken die meiste Zeit sehr steif und mechanisch und auch die Gesichtsanimationen lassen Menschlichkeit vermissen. Hier hätten wir uns definitiv mehr Liebe zum Detail und einen sauberen Feinschliff gewünscht.
Quelle: PC Games
Der Zeitsprung 40 Jahre in die Zukunft ist definitiv gelungen. Die Inneneinrichtung schreit förmlich nach den 70ern.
Auch die Dialoge wirken häufig sehr gestellt und die Sprachmelodie unnatürlich. Das ist unseres Erachtens in allen drei Sprachausgaben - deutsch, englisch und französisch - der Fall, auch wenn Französisch hier, zumindest als Laie, noch den natürlichsten Sprachfluss zu haben scheint.
Trotzdem würden wir die englische Fassung vorziehen, da sie Rücksicht auf die Akzente mancher Charaktere nimmt - vor allem auf den Londoner Akzent von Jane Royce, auf welchen des Öfteren verwiesen wird, und den französischen Akzent von Hercule Poirot, was angesichts seiner belgischen Herkunft angenehm realistisch ist.
Leider ist das Spiel auch nicht ganz frei von Bugs, die uns hauptsächlich beim genaueren Inspizieren von Objekten in die Quere gekommen sind. So war es manchmal nicht möglich, den Interaktionsmarker anzuklicken, da sich der Mauszeiger dann verselbstständigt hat. Das hat aber das Spiel nicht grob beeinflusst und wir konnten immer auf die Tastatur ausweichen.
Quelle: PC Games
Das Kreuzfahrtschiff Karnak schafft sowohl bei Tag als auch bei Nacht eine gemütliche Atmosphäre - bis sie von einer Tragödie getrübt wird. Schön gestaltet ist das Schiff aber allemal.
Zuletzt möchten wir noch auf ein kleines Manko im Sounddesign verweisen, genauer gesagt auf die Musik. Der Soundtrack ist generell gelungen und fängt die Atmosphäre des Detektivabenteuers gut ein, jedoch scheint er an manchen Stellen nicht passend geschnitten zu sein, da er zeitweise einfach aussetzt. Das hatte zur Folge, dass es manchmal plötzlich unangenehm still in den Kopfhörern wurde, und dieser Effekt wurde durch die sonst ständige Präsenz von Musik nur verstärkt.
Meinung
Bevor wir uns jetzt also wieder von unserer Detektivrolle verabschieden: Was schlussfolgern wir daraus? Diese kreative Adaption von Tod auf dem Nil ist definitiv ein Erlebnis, das sich lohnt, vor allem wenn man Wert auf Treue zum Original mit einem gewissen Twist legt. Lediglich ein paar technische Makel werfen kleine Schatten auf eine sonst lebhafte Erzählung, die von gelungenem Gameplay getragen wird. Transparenzhinweis: Das Spiel wurde uns vom Publisher zur Verfügung gestellt.
