Agatha Christie - Tod auf dem Nil im Test: Setting & Gameplay

Test Marie-Theres Ottowitz Annika Menzel
Agatha Christie - Tod auf dem Nil im Test: Setting & Gameplay
Quelle: PC Games

Lasst euch auf eine spannende Kreuzfahrt mitnehmen - 40 Jahre später als das Original. Aber nicht zu früh gefreut: In diesem Urlaub gibt es viel zu tun.

Eine Zeitreise in die Vergangenheit: die bunten 70er

Wenn eine Sache schnell auffällt, dann, dass das Spiel nicht wie sein Quelltext in den 1930ern spielt, sondern knapp 40 Jahre später und entsprechend 40-mal bunter gestaltet ist. Dieser Sprung durch die Zeit ist alles in allem gut gelungen und die zahlreichen Orte, durch die wir uns bewegen, schreien förmlich nach den 70er-Jahren.

Allerdings ist die Grafik nicht so herausragend, sodass wir praktisch vergessen haben, was die Realität ist. Sie ist aber in einem schönen Stil gehalten und die Schauplätze können vor allem durch ihre Belichtung und Atmosphäre überzeugen. Insgesamt hat uns dieser Twist gegenüber dem Original sehr gut gefallen, da er zu einer innovativen Neubetrachtung der Geschichte führt, ohne deren Quintessenz anzurühren.

Der Arbeitsalltag? Abwechslungsreich!

Sehr stark von sich überzeugen konnte Tod auf dem Nil durch sein vielfältiges Gameplay. Wer also glaubt, das Leben als Detektiv bestehe nur aus Verhör gefolgt von Verhör, könnte sich stärker nicht täuschen. Das Spiel bietet unserer Meinung nach eine gesunde Mischung aus Kommunikation mit unseren Mitmenschen und dem Lösen teilweise kniffliger Rätsel.

Im Bereich Puzzles erwarten euch einerseits klassische Mechanismen, wie etwa Rohre oder Kabel zu einem neuen Weg zu verbinden, aber auch spaßige Minispiele wie zum Beispiel eine Partie Mahjong oder Kartenspiele.

Die Rätsel sind durchweg kreativ gestaltet. So dürft ihr auch einmal euren Grips im Kartenspiel oder bei einer Partie Mahjong beweisen. Quelle: PC Games Die Rätsel sind durchweg kreativ gestaltet. So dürft ihr auch einmal euren Grips im Kartenspiel oder bei einer Partie Mahjong beweisen. Doch auch die klassische Detektivarbeit kommt definitiv nicht zu kurz. So dürfen wir neben dem Sammeln von Informationen durch Dialoge auch mal unbemerkt Konversationen lauschen oder verdächtige Personen beschatten und sie konfrontieren, wenn wir sie bei einer Lüge ertappen.

Um sicherzustellen, dass wir unseren Job ernst nehmen und richtig zuhören, hat sich das Entwicklerstudio sogar noch etwas einfallen lassen. Je nach Schwierigkeitsgrad wird es uns ermöglicht, Verbindungen zwischen verschiedenen Aussagen selbst, also ohne Hilfe durch das Spiel, zu schaffen, und auch Tipps zum weiteren Vorgehen sind optional.

Diese Entscheidungsfreiheit haben wir dankend angenommen. Vor allem, weil es schon viel zu oft in anderen Spielen passiert ist, dass wir uns einfach nur fünf Minuten umsehen wollten und der Protagonist direkt angefangen hat, Tipps zu geben, was wir als Nächstes machen sollten.

Neben einer spaßigen Spielmechanik ist die Suche nach Verbindungen auch eine gute Möglichkeit, den Überblick über die Geschehnisse zu behalten. So konnten wir der Geschichte auch gut folgen, falls ein Charakter vielleicht mal nicht ganz die Wahrheit gesagt hat.

Auch wenn nicht jede verdächtige Person in Tod auf dem Nil versucht, uns Lügen aufzutischen, haben sie doch alle in irgendeiner Weise etwas zu verbergen. Und auch hier dürfen wir ganz genau in deren Angelegenheiten herumschnüffeln und zumindest zu den wichtigsten Persönlichkeiten Charakterprofile anlegen.

Als Bonus dürfen wir Charakterprofile von den Hauptfiguren anlegen. Doch mit Name, Beruf und Beziehungen nicht genug - könnt ihr herausfinden, was die Passagiere zu verbergen haben? Quelle: PC Games Als Bonus dürfen wir Charakterprofile von den Hauptfiguren anlegen. Doch mit Name, Beruf und Beziehungen nicht genug - könnt ihr herausfinden, was die Passagiere zu verbergen haben?

Wir werden nicht nur ermutigt, die Grundlagen wie Name, Beruf und Beziehungen zu anderen Personen zusammenzutragen, sondern eben auch, ein Geheimnis über sie herauszufinden. Das hat insgesamt viel Spaß bereitet - vor allem, wenn wir mit den Verdächtigen vorher nicht vertraut waren und deren Heimlichkeiten tatsächlich erst im Laufe des Spiels aufgedeckt haben.

Das Anlegen dieser Profile ist allerdings kein Pflichtkriterium für den Spielfortschritt, weshalb wir euch empfehlen, sie für einen späteren Zeitpunkt im Spielverlauf aufzuheben. Tatsächlich ist es sonst möglich, euch durch reines Ausprobieren Teile der Handlung vorwegzunehmen.

Ihr müsst auch keine Angst haben, wichtige Informationen gänzlich zu verpassen oder euch später nicht mehr an sie zu erinnern, denn alle Dialoge können in der Chronik nochmal genau studiert werden. Doch nicht nur eure Zuhörfähigkeit ist gefragt, sondern ihr dürft auch Entscheidungen treffen. Was es mit diesen auf sich hat und wie es um die technischen Aspekte des Spiels steht, erfahrt ihr auf der nächsten Seite.

  1. Seite 1 Einstieg & Geschichte von Hercule Poirot und Jane Royce
  2. Seite 2 Setting & Gameplay
  3. Seite 3 Einfluss von Entscheidungen, technische Probleme & Fazit
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