Aeon Flux

Test Marc Kirzeder

An den Kinokassen war die Realverfilmung der skurrilen MTV-Comic-Serie alles andere als ein Überflieger -- auf DVD macht die agile Sci-Fi-Assassine "Aeon Flux" jedoch eine gute Figur

Als Aeon Flux den Auftrag erhält, den Alleinherrscher Goodchild zu eliminieren, wähnt sie sich am Ziel ihrer Wünsche. Endlich kann sie das an ihrer Familie begangene Unrecht sühnen. Zusammen mit der Monican-Soldatin Sithandra (Sophie Okonedo) macht sie sich an die Erfüllung ihrer Mission.

Doch je näher die Agentin ihrem Opfer kommt, um so mehr erfährt sie über eine ungeheuerliche Verschwörung, die sich hinter der Fassade dieser nur scheinbar idealen Gesellschaft verbirgt. Aeon Flux muss erkennen, dass Goodchild nicht das ist, was sie geglaubt hat.

Im freien Fall

Für die Realverfilmung wurde die radikale, skurrile Zeichentrick-Vorlage deutlich umgekrempelt. Das geschätzte 62 Millionen Dollar teure Ergebnis enttäuschte Kritiker genau wie Fans. Vor allem letztere bemängelten, der Film sei insgesamt zu weich gespült und lasse die Brutalität der TV-Vorlage schmerzlich vermissen.

Der DVD-Umsetzung merkt man den mäßigen Kinoerfolg nicht an. Die Technik präsentiert sich von ihrer besten Seite und das Bonusmaterial ist umfangreich. Etwas ungewöhnlich ist nur, dass die Regisseurin keinen Beitrag lieferte. Wer Hintergründe zu den Dreharbeiten und Therons Rolle erfahren möchte, der sollte in den ersten der beiden Audiokommentare reinhören. Hier plaudert die Hauptdarstellerin gemeinsam mit Produzentin Gale Anne Hurd unter anderem über die Entstehung des Films.

Interessant ist auch der Kommentar der Drehbuchautoren Phil Hay und Matt Manfredi, die vor allem über ihre Schwierigkeiten berichten, aus den kurzen TV-Episoden eine spielfilmgerechte, abendfüllende Story zu entwickeln.

Berliner Luft

Eine Featurette zeigt die wendige Theron bei Trainingseinheiten für die Entstehung der Stunts und Kampfszenen. Bei einem mit Drahtseilen gesicherten Stunt auf einem Trampolin zog sie sich während der Dreharbeiten zu "Aeon Flux" übrigens einen schmerzhaften Bandscheibenvorfall zu. Daraufhin musste die Produktion für einige Zeit unterbrochen werden.

In dem Menüpunkt "Erschaffung einer Welt: Aeon Flux" geht es noch mal um die Adaption der Zeichentrick-Vorlage. "Die Locations von Aeon Flux" handelt dagegen von den Dreharbeiten in Berlin und Brandenburg, die von August bis November 2004 in Potsdam, Babelsberg und der deutschen Hauptstadt stattfanden. Alle Special Features auf der DVD wurden mit deutschen Untertiteln versehen.

Fazit

Film-Check: Die an den Main- stream-Geschmack angepasste Realverfilmung hat mit Peter Chungs bizarrer Zeichentrick-Vorlage nicht mehr viel zu tun. Zugunsten einer kinotauglichen Story entfernte man sich sehr weit vom Original. Hier hätte man sich gewünscht, dass die Verantwortlichen mehr gewagt hätten.Wer aber nicht unbedingt eine 1:1-Adaption des Stoffes erwartet, bekommt einen optisch ansprechend in Szene gesetzten Science-Fiction-Vertreter zu sehen. Die Rolle der Titelheldin ist mit Charlize Theron attraktiv besetzt, die "Oscar"-Preisträgerin kann ihre schauspielerischen Fähigkeiten jedoch nur bedingt entfalten und sieht in erster Linie gut aus.
DVD-Fazit: Der futuristische Thriller wurde auf DVD mit einem nahezu vorbildlichen Bild und gutem Sound umgesetzt. Die Extras fallen mit zwei Kommentaren und einer weiteren Stunde an Features umfangreich und lohnenswert aus.

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