Prozessoren: Sockel, Chipsatz und Mainboardwahl
Special
AMD die ersten vier Prozessoren mit der neuen Zen 3-Architektur angekündigt: den Ryzen 5 5600X, Ryzen 7 5800X, Ryzen 9 5900X und Ryzen 9 5950X. In unserem Special erfahrt ihr alles Wichtige zu den neuen Prozessoren, zudem bieten wir auch eine Kaufberatung zu aktuellen CPUs für die Sockel AMD AM4 und Intel 1200 von 95 bis 390 Euro.
Sockel beachten
Jede CPU ist für einen bestimmten Sockel-Typ geeignet. Durch Aussparungen im Sockel, die zur CPU passen müssen, wird verhindert, dass man einen von der Bauart her ungeeigneten Prozessor auf ein Mainboard mit unpassendem Sockel einbaut. In seltenen Fällen oder auch dann, wenn neue CPUs erscheinen, funktionieren CPUs nicht mit einem Mainboard, obwohl der Sockel von beiden übereinstimmt.
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So benötigt man beispielsweise für einen Ryzen der 3000er-Generation (Sockel AM4) erst ein BIOS-Update für ältere Sockel AM4-Mainboardmodelle, außer das Mainboard hat schon ab Werk ein aktuelles BIOS.
Quelle: de.msi.com
Übertakter-Platine für alle AMD Ryzen-CPUs mit dem Sockel AM4: das MSI MPG X570 Gaming Edge WiFi
Für die neuen Ryzen 5000-CPUs wird man ebenfalls ein aktuelleres Mainboard benötigen, obgleich auch manche ältere Sockel AM4-Mainboard per BIOS-Update kompatibel gemacht werden können. Ein anderes Beispiel: Intel. Dort gibt es die Sockel 1151 und 1151 v2. Letzterer bekam erst eine Weile nach seinem Release den Zusatz "v2", weil es bei den Kunden Verwirrung gab. Denn die damals neuen Intel Core 8000er-Modelle für den Sockel 1151 liefen nur mit den zeitgleich erschienenen brandneuen Mainboards, umgekehrt waren wiederum ältere Sockel 1151-CPUs nicht zu diesen neuen Sockel 1151-Mainboards kompatibel. Glücklicherweise gibt es aber nun ja den empfehlenswerten Sockel 1200, so dass die Wirrungen beim Sockel 1151 inzwischen nicht mehr relevant sind. Um die Eignung eines Mainboards für bestimmte CPUs zu erkennen, helfen aber auch die Chipsatznamen von Mainboards.
Chipsätze
Für die Mainboards der verschiedenen Sockel gibt es jeweils einige Chipsätze. Ein Chipsatz ist eine Art Basis-Ausstattung, die auch einige ab Werk verfügbare Funktionen oder Features festlegt, und er gehört stets zu genau einem Sockel-Typ. Das bedeutet, dass man am Chipsatznamen automatisch auch erkennt, welchen Sockel das Mainboard bietet. Den Namen des Mainboards findet ihr zudem so gut wie immer im Namen des Mainboard-Modelles integriert. Für den AMD Sockel AM4 sind aktuell beispielsweise die Chipsätze B350, B450 und B550 zu nennen, was grundsolide Mainboards für jede Zweck angeht. Die Chipsätze X370, X470 und X570 richten sich eher an anspruchsvollere Nutzer, vor allem an Übertakter - wobei sich die Ryzen-CPUs auch mit B- und den noch günstigeren A-Chipsätzen übertakten lassen. Und wie schon erwähnt: Für die Ryzen 5000-CPUs sollte es ein 500er-Chipsatz sein.
Quelle: Gigabyte
Wer einen Intel-Prozessor für den Sockel 1200 mit einem K im Namen hat, kann auch übertakten, braucht aber ein Z490-Mainboard wie das Gigabyte Z490 Gaming X.
Im Falle von Intel ist derzeit der Sockel 1200 das Maß aller Dinge, obgleich es auch noch viele Sockel 1151 v2-CPUs in den Shops gibt. Der Sockel 1200 hat aber ein deutlich besseres Preis-Leistungs-Verhältnis. Hier sind die Chipsätze B460, H410, H470 und Z490 zu nennen. Die ersten drei sind nicht dafür geeignet, CPUs (nennenswert) zu übertakten. Dies ist nur mit dem Chipsatz Z490 möglich, zudem muss die CPU ein K im Modellnamen tragen wie der Core i5-10600K oder Core i7-10700KF.
Passendes Mainboard finden
Dass ihr auf den Sockel und Chipsatz achten solltet, haben wir ja nun bereits geklärt. Doch wie viel muss man investieren? Allgemein gesagt, reicht ein Mainboard für etwa 60 bis 70 Euro schon völlig, um einer modernen CPU für Gaming keine Hindernisse in den Weg zu legen. Mit teureren Mainboards laufen eure Games nicht besser, außer für den Fall, dass ihr wegen des besseren Mainboards schnelleres RAM verwenden könnt und dessen Takt auch wirklich nutzt. Ebenso bieten moderne Mainboards auch schon in dieser Preisklasse alles, was man üblicherweise benötigt: Genügend Anschlüsse für USB, SATA und so weiter, einen Audio-Chip und passende Anschlüsse für Lautsprecher, Kopfhörer und ein Mikrofon sowie je mindestens einen PCIe-x16-Slot für eine Grafikarte und einen M.2-Einbauslot für entsprechende SSDs. Ab etwa 100 Euro wird die Ausstattung der Mainboards besser, die Übertakter-Optionen werden auch umfangreicher. Wer besonders viele Features sucht und vor allem auch seinen Prozessor stärker übertakten möchte, gibt eher ab etwa 140 bis 150 Euro aus - Enthusiasten investieren auch 200 bis 250 Euro und mehr.
