In 007 First Light überzeugt die James Bond-Kulisse auf den ersten Klick. Wir liefern euch unser erstes Fazit zum Spiel.
Vor allen Dingen ist sie ein lebendiger Spielplatz. IO Interactive hat es wieder mal geschafft, authentische Umgebungen zusammenzubasteln, die mehr sind als bloße Kulisse. Überall passiert etwas: Gäste tratschen miteinander, Kellner sprinten mit Tabletts durch die Gegend. Manche NPCs reagieren auch direkt auf euch, etwa weil James für die Gala maßlos underdressed ist. Mit anderen Figuren könnt ihr wiederum interagieren: Warum nicht mit dem ikonischen "Bond, James Bond" an die Bar lehnen und die Dame im langen Abendkleid anbaggern?
In diesem Artikel
In tödlicher Mission
Mit offenen Augen und Ohren durch die Spielwelt zu laufen, lohnt sich ohnehin. So eröffnen sich euch nämlich auch Gelegenheiten, um die Story voranzutreiben. Das funktioniert ungefähr wie in Hitman: Schnappt ihr irgendwo eine nützliche Information auf, könnt ihr die über das Menü nachverfolgen und bekommt dann über Ingame-Marker gezeigt, wo die Spur weiter verläuft. Um in den Kontrollraum zu kommen, gibt es unter anderem die Möglichkeit, in die Rolle eines verspäteten Journalisten zu schlüpfen oder sich als Sicherheitschef auszugeben.
Quelle: IO Interactive
In Dialogen habt ihr oft mehrere Optionen zur Auswahl. Welche die richtige ist, lässt sich im Vorfeld erlauschen.
Natürlich dürft ihr aber auch komplett euer eigenes Ding machen. Dabei hat 007 zwar nicht ganz so viel Narrenfreiheit wie Agent 47, schließlich sind die Sandboxen deutlich kleiner, aber an kreativen Möglichkeiten mangelt es trotzdem nicht: Taschendiebstahl, Giftpfeile, Kletterpartien, manchmal reicht auch schon ein gut getimter Bluff, um sich Zugang zu einem gesperrten Bereich zu verschaffen.
Mein bisheriger Liebling: eine verschlossene Tür eintreten und den vollkommen entgeisterten Gala-Gästen dahinter erklären: "Sorry, ich bin der örtliche Türentester. Und die hier hat leider nicht bestanden."
Quelle: IO Interactive
Eine Agenten-Thriller kommt natürlich nicht ohne Luftschächte aus. Die in First Light sind ziemlich großzügig gestaltet.
In manchen Bereichen will man euch aber wirklich gar nicht sehen. Da kommt es direkt zur "forcierten Eskalation", wie es die Entwickler nennen. Heißt: Bei Sichtkontakt wird geschossen. Und wenn man richtig Pech hat, wird dann auch noch Alarm ausgelöst, was noch härtere Gegnertypen mit Helm und Weste auf den Plan ruft.
Die sind schon auf dem mittleren der drei Schwierigkeitsgrade echt nicht ohne. Da ist es etwas ärgerlich, dass sich manchmal nicht ganz nachvollziehen lässt, wie man bitteschön entdeckt wurde! Wobei es auch KI-Aussetzer in die andere Richtung gibt, wo euch NPCs auch auf kürzeste Distanz nicht sehen oder nicht treffen wollen. Ausgleichende Gerechtigkeit, oder so.
Erwarten Sie von mir, dass ich rede?
Wir bekamen als vorläufigen Höhepunkt unserer Anspielsession dann noch einen Bossfight vorgesetzt: Bond gegen einen Typen mit Messer, den wir mithilfe von Umgebungsgegenständen betäuben oder verletzen mussten, um seine Lebensleiste zu leeren. Wenn ihr den Kampf zwischen Ellie und David aus The Last of Us kennt, dann habt ihr ein grobes Bild vor Augen.
Quelle: IO Interactive
Nicht alle Verfolgungsjagden finden im Auto statt. Manchmal müsst ihr auch einfach laufen.
Leider war danach aber nicht Schluss. Stattdessen folgte die einzige Fahrsequenz der Demo. Und zu der fällt mir nicht viel mehr als "Puh!" ein. Ja, mit dem Auto durch eine Wand zu brettern und gegnerische Fahrzeuge zu crashen, sieht auf den ersten Blick spektakulär aus. Aber wenn das Ganze wie auf Schienen abläuft, die Kollisionsphysik eher mittelprächtig ausfällt und kein Geschwindigkeitsgefühl aufkommt - dann ist die klare Schwäche des Spiels für mich schon gefunden. Vielleicht kommt der enttäuschende Ersteindruck aber auch daher, dass wir in einem Müllauto unterwegs waren. Wer weiß, wie das mit einem Aston Martin unterm Hintern aussieht ...
Was nach der Gala noch so passiert, wer es auf euch abgesehen hat, und wie Lenny Kravitz in das Gesamtbild passt: Dazu dürfen und wollen wir an dieser Stelle gar nicht zu viel verraten. Weil First Light als narratives Abenteuer stark von seiner Story lebt, nimmt man bestenfalls möglichst wenig vorweg.
Quelle: IO Interactive
Eine einfache Ausrede wie "Ich war's nicht" bringt euch in 007 First Light nicht besonders weit.
Wir können nur so viel sagen: IO Interactive erzählt eine deutlich emotionalere Geschichte, als man das von (gerade den älteren) Bond-Filmen gewohnt ist. Es geht um Verrat und Verlust. Es geht um den inneren Reifeprozess, wie aus einem absoluten Nobody einer der berühmtesten Geheimagenten der Weltgeschichte wurde. Das hat uns, auch in Kombination mit der Schauspielleistung von Bond-Darsteller Patrick Gibson, schon ziemlich gut gefallen. Etwas weniger Maßanzug und Martini, etwas mehr schlitzohriger Charme - an diesen 007 könnten wir uns gewöhnen.
Da ist es schön zu hören, dass der Launch am 27. Mai nur der Anfang sein soll: Danach sind noch weitere Inhalte für den Tactical-Simulation-Modus geplant. Der wartet mit einer Reihe von Herausforderungen auf, für deren Abschluss ihr kosmetische Belohnungen und Punkte im globalen Leaderboard sammeln könnt. Wenn sich IO Interactive hier auch nur ansatzweise an seiner Hitman-Reihe orientiert, dann dürfte Bond-Fans das Futter auch in den kommenden Jahren nicht so schnell ausgehen.
Meinung
007 First Light erscheint am 26. Mai 2026 für PC, Playstation 5 und Xbox Series S|X. Eine Version für die Nintendo Switch 2 soll noch im Laufe des Jahres folgen. Preislich liegt das Action-Adventure bei ca. 70 Euro. Freigegeben ist das Spiel ab 16 Jahren.
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