Auf dieser Seite unserer Hands-On-Vorschau zu 007 First Light findet ihr Details zu den Gadgets sowie dem Kampfsystem im neuen Bond.
Die Lizenz zum Töten
Über die kommenden Stunden wird Bond dann vom Rohdiamanten zum schimmernden Superspion geschliffen. Besonders interessant ist dabei das Trainingslager auf Malta, das vom Aufbau her ein wenig an das Yacht-Tutorial aus Hitman erinnert. In neutraler Umgebung wird euch das Handwerkszeug eines Doppel-Null-Agenten beigebracht - und auch die wichtigste Regel des Handbuchs: Schieß niemals zuerst!
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Dargestellt wird das im Spiel durch die "License-to-kill"-Mechanik: Selbst wenn ihr eine geladene Knarre in der Hand habt, dürft ihr die nicht einfach abfeuern. Wer zu schießwütig auf den Abzug hämmert, bekommt von James sogar ein mahnendes "Denk an die Einsatzregeln!" an den Kopf geworfen. Erst wenn es zur handfesten Konfrontation kommt und euer Gegenüber das klare Ziel äußert, euch die Lichter ausknipsen zu wollen, wird eure Waffe entsichert und ein "Lizenz zum Töten"-Popup am oberen Bildschirmrand lädt zum launigen Losballern ein.
Quelle: IO Interactive
In Sachen Gewaltdarstellung hält sich 007 First Light etwas zurück. Bei einem Kopfschuss fliegen nicht gleich Blut und Hirn durch die Gegend
Wenn es aber mal losgeht, dann knallt es richtig. Von den steifen und ungelenken Schießereien aus Hitman ist nichts mehr zu sehen. Im Gegensatz zu Agent 47 ist 007 ein Virtuose am Revolver. Oder der Shotgun. Oder der Maschinenpistole. Alle Waffen steuern sich ein wenig unterschiedlich, aber immer schön flott und flüssig. Wer es lieber etwas langsamer haben will, schaltet mit "Fokus" vorübergehend in Slow-Motion.
Auch das Trefferfeedback passt, wenngleich die USK-16-Freigabe bei der Gewalt teilweise etwas auf die Bremse tritt. First Light ist aber eben auch kein ausgewachsener Shooter.
Besonders schön rumpelt es übrigens mit dem Dualsense-Controller der PlayStation 5, wo haptisches Feedback und adaptive Trigger für ein noch immersiveres Spielerelebnis sorgen. Dafür gibt es im Gegenzug halt eine leichte Zielunterstützung. Puristen greifen also besser zu Maus und Tastatur, wobei da wiederum die Nahkämpfe etwas fummeliger sind.
Quelle: IO Interactive
Beim Flow der Nahkämpfe haben sich die Macher ein bisschen was bei der Arkham-Reihe von Rocksteady abgeschaut.
Leben und sterben lassen
Das Kampfsystem von 007 First Light hat echt Tiefe: Es gibt normale und aufgeladene Schläge, Schlagkombos, Rammattacken, Ausweichschritte, Blocks, Paraden und Griffe. Das nimmt schon fast die Ausmaße eines UFC an. Ein Highlight für mich war, wie körperlich und wuchtig sich die Prügeleien alle anfühlen - auch dank Einbeziehung der Spielwelt.
Ihr könnt etwa einen Gegner mit einem Glas bewerfen, ihn über den Küchentresen schmeißen und danach sein Gesicht in den Kühlschrank hauen. Da hat man sich offensichtlich von den choreografierten Actionsequenzen der Daniel-Craig-Filme inspirieren lassen. Bond-bastisch!
Steht ihr eher auf Pierce Brosnans Stil, könnt ihr aber auch mehr auf Gadgets setzen und Auseinandersetzungen so komplett aus dem Weg gehen. Uns wurden bereits eine ganze Reihe an kleinen Helferlein angeteasert, vom Giftpfeile verschießenden Smartphone bis hin zum Rauchgranaten-Feuerzeug.
Quelle: IO Interactive
Eure Q-Watch braucht regelmäßig neue Akkus, für eure Giftpfeile müsst ihr Chemikalien in der Spielwelt sammeln.
Am häufigsten kommen aber wohl die Q-Lens und die Q-Watch zum Einsatz: Erstere hebt interessante Objekte in der Umgebung hervor, Letztere lässt euch mit denen dann interagieren. Ihr könnt zum Beispiel eine Werbetafel kurzschließen und damit einen Gegner ausschalten oder das Schloss an einem Lüftungsschacht öffnen. Einzige Voraussetzung ist, dass ihr noch ausreichend Akku habt. Aber glücklicherweise liegen massenweise Ersatzbatterien in der Gegend herum.
Schwieriger ist da zu Beginn die etwas überladene Steuerung: Um die Q-Lens zu aktivieren, müsst ihr die ALT-Taste drücken, dann mit der Maus ein Zielobjekt anvisieren und es mit "3" hacken. Das braucht schon ein wenig Gewöhnungszeit, bis man all seine Finger richtig koordiniert bekommt.
Der Spion, den ich liebe
Sobald wir den Dreh raus hatten, warf uns IO Interactive noch in eine Mission gegen Spielmitte - quasi als "Abschlussprüfung". Und auch First Light selbst durfte noch einmal unter Beweis stellen, was für eine geile Bond-Experience geliefert wird, wenn all seine Mechaniken stimmig ineinandergreifen. Innerhalb des gut zwei Stunden langen Abschnitts geben sich ruhige und actiongeladene, lineare und offene Passagen die Klinke in die Hand. Ein Musterbeispiel für gelungenes Pacing.
Quelle: IO Interactive
James Bond weiß natürlich, wie man mit schwerem Gerät umgeht.
Für eine ordentliche Portion Adrenalin sorgt ein Setpiece zu Beginn, in dem Bond von einem Scharfschützen über die Dächer Londons gejagt wird, was schließlich in einem spektakulären Showdown auf einem Kran gipfelt. Da musste ich instinktiv an Casino Royale denken.
Um den Attentäter zu finden, schmuggeln wir uns danach auf eine Gala in der Innenstadt, die spielerisch stark einer der Sandboxen aus Hitman ähnelt. Es gibt also ein großes Ziel, in unserem Fall den Kontrollraum der Sicherheitskameras, wie ihr da hinkommt, bleibt aber komplett euch überlassen. Die Spielwelt ist euer Spielplatz.
