Der Nachfolger von Operation Flashpoint glänzt mit ebenso gigantischen wie atmosphärischen Schlachtfeldern, macht es allerdings Einsteigern unnötig schwer.
Spiel der tausend Tode
Mit maximalen Details und bis zu zehn Kilometern Sichtweite bietet Armed Assault solche traumhaft schönen Panorama-Perspektiven.
Unverletzt zu entkommen, erweist sich aber selbst für Flashpoint-Veteranen wie uns als nicht ganz einfach, denn die Computergegner schießen verteufelt gut. Wir sterben bestimmt ein halbes Dutzend Mal, bevor wir den Einsatz endlich abschließen können, und das ist auch in späteren Missionen eher Regel als Ausnahme. Die Künstliche Intelligenz hat Macken. Mal kommt es vor, dass Gegner im Kugelhagel aufrecht durchs Gelände staksen. Mal ballert einer minutenlang gegen eine Häuserwand. Auf der anderen Seite scheinen unsere Kontrahenten mitunter über hellsichtige Fähigkeiten zu verfügen. Da krabbeln wir heimlich, still und leise durchs dichte Unterholz, nur um plötzlich auf einen halben Kilometer Entfernung von einem MG-Schützen beschossen zu werden, als hätte er uns seit einer Stunde bereits genau an dieser Stelle erwartet.
Armed Assault birgt nicht nur für Einsteiger eine Menge Frustpotenzial. Zumal pro Mission nur ein einziger Spielstand zur Verfügung steht. Der darf zwar beliebig oft überschrieben werden, aber im schlimmsten Fall speichert man genau dann ab, wenn bereits eine Kugel mit dem eigenen Namen drauf unterwegs ist. Dann hilft nur Fluchen und Einsatz neu starten. Oder man bedient sich des alten Flashpoint-Tricks und legt nach einem Task-Switch (E und N) manuell eine Sicherungskopie der Speicherdatei an, die sich unter Eigene Dateien\ArmA\Saved\Campaigns\CA\Missions\[Missionsname] findet.
Dienst nach Vorschrift
Vor jeder Hauptmission dürfen wir im Kampagnenmenü einen von zwei Sekundäreinsätzen starten und damit die Hauptaufgabe erleichtern.
Der Kampf um Sahrani hat seine Licht- und Schattenseiten. Positiv: Der Abwechslungsreichtum der Kampagne sucht seinesgleichen. Mal sollen Sie als Einzelkämpfer eine Brücke in die Luft jagen und dann die bereits übergesetzte Vorhut aus dem Hinterhalt überfallen. Mal drückt man Ihnen ein Scharfschützengewehr in die Hand und beauftragt Sie mit einem Attentat auf einen generischen Major. Dann liegen Sie minutenlang auf der Lauer, bis sich der Offizier endlich am Fenster seines Hauptquartiers zeigt, und können nur noch hoffen, dass der erste Schuss sitzt, und Sie danach der aufgeschreckten Wachmannschaft entkommen.
Ein andermal verdonnert Sie das Oberkommando zur nächtlichen Patrouille an einem Munitionsdepot. Natürlich schleichen sich Saboteure an, und Sie müssen sich auf Ihr Nachtsichtgerät und schallgedämpftes M4-Gewehr verlassen, um der Übermacht Herr zu werden. Dann wiederum fechten Sie an der Seite mit zig anderen Amerikanern und Sahranis um den letzten verbliebenen Flughafen, donnern nach dem Sieg zum Strand, um eine Landungsoperation abzuwehren und rücken schließlich gegen eine gegnerische Artilleriestellung vor. Als Ihre Einheit gerade aufgerieben zu werden droht, rettet Ihnen eine Staffel Harrier der Marines den Allerwertesten.
