Mit inZOI steht ein ernsthafter Sims-Konkurrent auf UE5-Basis: Auf der Gamescom 2024 durfte ich in die Lebensimulation reinschnuppern. EA darf sich virtuell schon mal warm anziehen!
Jeder hat so seine Lieblingsspiele, in die er unzählige Stunden reinbuttern kann und trotzdem nicht genug davon bekommt. Mir ging das früher so mit Die Sims 2, das ich über Jahre hinweg sehr treu gespielt habe. In meinem Schrank liegen heute noch unzählige Erweiterungen und Accesoires-Packs dafür. Da war die Enttäuschung irgendwann groß, als ich aus Nostalgie nochmal reinschauen wollte und es nicht mehr zum Laufen bekommen habe.
Dieser kleine Traum wurde mir vor kurzem aber doch nochmal erfüllt: Es gibt tatsächlich eine Collection für MacOS, wodurch ich wieder in den Genuss des Charmes von Die Sims 2 gekommen bin. Da konnte mich die neue Verliebt-Erweiterung für Die Sims 4 auch nur kurzfristig vom Kindheitsliebling ablenken, obwohl ich von einigen Features und vor allem von den neuen Outfits sehr angetan war. Doch nun tut sich, so ziemlich zum ersten Mal, eine ernsthafte Konkurrenz für die Königin der Lebenssimulationen auf. Der südkoreanische Entwickler Krafton arbeitet derzeit mit inZOI an einem Spiel, das der Sims-Reihe tatsächlich gefährlich werden könnte.
Auf der Gamescom durfte ich nicht nur einen Blick riskieren, sondern tatsächlich selbst einen Zoi erstellen und ein bisschen in das Spiel reinschnuppern. Der realistische Stil des der Figuren und der Welt hat es mir dabei ganz besonders angetan. Versteht mich nicht falsch, ich mag auch den etwas verspielten Look mit Comic-Tendenzen, der typisch für die Sims-Reihe ist. Allerdings kommt mit der realistischen Grafik auch ein sehr moderner Kleidungstil daher, auf den besonders die Generation Z stolz sein dürfte.
Das äußert sich vor allem in den verfügbaren Frisuren und Outfits, mit denen ihr euren Zoi gestalten könnt. Die passen perfekt in die aktuelle Zeit, auch wenn es natürlich nicht ganz so viel Auswahl gibt wie bei der Konkurrenz mit den ganzen Erweiterungen. Es gibt sogar die Möglichkeit, Kleidung selbst zu erstellen: Ihr wählt einfach ein Basic-Kleidungsstück aus und könnt es danach weiter anpassen. Ich musste mich richtig losreißen aus dem Character Editor, um auch noch etwas vom richtigen Gameplay zu sehen.
Wenn ihr selbst kreativ werden und einen Charakter erstellen möchtet, könnt ihr das zurzeit ganz bequem von zuhause aus machen: Bis zum 26. August 2024 ist eine entsprechende Demo bei Stream verfügbar! Aber zurück zum Spiel an sich, denn kaum hatte ich meinen Zoi in einem Haus untergebracht, kam bereits ein erster Kulturschock: Die Figuren lassen sich komplett frei steuern! Auf einen Punkt zu klicken und ihnen zu sagen, dass sie dort hingehen sollen, ist genau wie bei Sims problemlos möglich.
Allerdings könnt ihr, wie in den allermeisten anderen Spielen, auch mithilfe der entsprechenden Tasten durch die Gegend laufen. Das wünsche ich mir für Die Sims 5 bitte auch, EA! Es steht euch außerdem die ganze Stadt offen, ihr könnt also einfach aus der Tür heraustreten und die Gegend erkunden, ohne euch einen Ladebildschirm anschauen zu müssen.
Die Zois scheinen zudem, wie wir das auch aus dem vierten Sims-Teil kennen, mit verschiedenen Stimmungen umgehen zu müssen, die sich auf ihr Verhalten auswirken. Das war jetzt nicht mein liebstes Feature, aber erstmal abwarten, wie stark es das Gameplay beeinflusst. Ganz allgemein fühlt sich inZOI einfach sehr frisch und modern an. Die Optik, die Interaktionsmöglichkeiten, die Einrichtungsgegenstände ... übrigens sieht es ganz so aus, als könne man jedes Möbelstück farblich anpassen und manche sogar aus verschiedenen Bestandteilen selbst kombinieren!
Eine 30-minütige Anspielsession, die sich Charaktererstellung und Gameplay teilen mussten, ist eigentlich viel zu wenig, um sich alles wenigstens kurz mal anschauen zu können. Umso gespannter bin ich darauf, wie sich das fertige Spiel später anfühlen wird, und schreibe inZOI mal ganz oben auf meine Wishlist. Die Demo hat den ohnehin schon vorhandenen Funken an Interesse in mir erst recht entfacht. Wenn das Spiel tatsächlich so gelungen sein wird, wie ich nach dem Anspielen hoffe, sollte das gleich zwei positive Effekte haben:
Zum einen erwartet uns dann eine tolle Alternative zu den Sims-Spielen, wenn man einfach mal ein bisschen Abwechslung haben und ein modernes Großstadtleben auskosten möchte. Zum anderen spornt ein ernsthafter Konkurrent EA hoffentlich dazu an, sich Mühe mit dem nächsten Teil zu geben und es, wie ich leider befürchte, mit teuren Erweiterungen und womöglich sogar Mikrotransaktionen nicht zu übertreiben.
