In inKONBINI überwiegt der Storyanteil um einiges mehr als die Simulation. Wie wir die Geschichten empfunden haben und unsere Wertung erfahrt ihr hier.
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Mehr Story Game als Simulation
Der wichtigste Aspekt ist jedoch die Story, wie schon der Name des Spiels verrät: One store. Many Stories. Doch bei den vielen Geschichten handelt es sich tatsächlich nur um vier Kunden, die abwechselnd innerhalb einer Woche immer wieder in den Laden kommen. Da InKonbini aber nur einen Umfang von ungefähr acht Stunden hat, hätten mehr Storys auch keinen Platz.
Erst nach dem dritten von sechs Tagen haben wir alle unsere Kunden kennengelernt. Die Unterhaltungen sind schön gestaltet, haben aber keine wirkliche Tiefe. Der Meister ist zum Beispiel ein älterer Herr und der erste Besucher. Er richtet sein Leben nach Horoskopen und Zeichen aus und braucht bei allem Hilfe.
Einen Kontrast dazu stellt Satoshi da. Der zwölfjährige Junge hat ein Business gegründet, und alles dreht sich um seinen Lieferdienst. Keine Frage, auch seine Geschichte ist nett gestaltet, doch es fehlt einfach an Tiefgang. Oft ist der Inhalt der Gespräche gleiche und uns wird zum achten Mal über den Lieferdienst berichtet. Neben den beiden kommen noch zwei weitere Kunden dazu, die etwas mehr Abwechslung bereithalten, aber wir wollen hier ja nicht alles verraten.
Die Geschichten wirken zwar durchdacht, doch werden keine Spannungsbögen aufgebaut, und es kommt eher so rüber, als würden sie so dahinplätschern. Hin und wieder gibt es aber Momente, in denen wir mit dem Kunden eine Verbindung aufbauen und selbst entscheiden, was wir antworten. Damit haben wir die Möglichkeit, minimal Einfluss auf unseren Gesprächspartner zu nehmen. Makoto schreibt über ihre Schicht jeden Tag einige Zeilen in ihr Tagebuch und hält ihre Erkenntnisse fest. Wir können so beobachten, wie sie sich Tag für Tag mehr im Laden wohlfühlt.
Quelle: PC Games
Jedes Produkt hat seine eigene kleine Beschreibung, die dabei hilft, die richtigen Artikel für unsere Kunden zu finden.
Das Tagebuch besitzt sogar mehr Tiefe als die Dialoge, da wir einen Einblick in die Gedanken der Studentin haben. Sie schreibt zum Beispiel einmal über eine Erkenntnis, die ihr im Gespräch mit dem Meister gekommen ist. Man müsse für sich selbst entscheiden, ob man Passagier oder Kapitän in diesem endlosen Sturm der Veränderungen sein will. Genau solche Überlegungen wären in ausgearbeiteten Dialogen perfekt, um dem Spiel stärkere Emotionen zu verleihen.
Durch die oberflächlichen Geschichten brauchen wir aber auch keine große Aufmerksamkeitsspanne. Wir können das Spiel einfach entspannt ohne viel Denken und Fühlen spielen. Und dafür ist es perfekt! Also nicht falsch verstehen, die Storys der Kunden sind süß umgesetzt und wenn ihr für ein paar Stunden abschalten möchtet, passt es sehr gut Vielleicht könnten wir im Rahmeneiner Fortsetzung noch mehr über die einzelnen Schicksale erfahren. Denn bei den acht Stunden Spielzeit bleibt fast keine Zeit, vier Lebensgeschichten ausführlich aufzubauen.
Die japanische Atmosphäre
InKonbini überzeugt zudem mit der Grafik und der liebevollen Umsetzung des Ladens. Schon auf den ersten Blick sehen wir, wie viel Liebe in die Gestaltung der Umgebung und der Details geflossen ist. Die Atmosphäre wird durch eine ruhige Musik verstärkt und der Beginn der Schichten ist sogar mit einer japanischen Synchronisation ausgestattet. Wir werden also sofort in den japanischen Charme hineingezogen.
Ein kleiner Kritikpunkt sind die auf Deutsch übersetzten Texte, die teilweise einige Fehler beinhalten. Oft werden auch Wörter verwendet, die wir im Alltag eher selten benutzen würden, wodurch die Gespräche nicht nahbar wirken. Wir verstehen natürlich, dass es sich hier um ein Indie-Spiel handelt, doch eine umgangssprachliche Übersetzung hätte den Unterhaltungen mehr Leben eingehaucht.
Quelle: PC Games
Der Meister ist der erste Kunde, der den Laden betritt, und redet sehr gerne über sein Horoskop.
Zudem gibt es einige Kritik unter den Spielern, die gerne richtiges Japanisch auf den Produkten gesehen hätten. Hier werden leider oft einfach willkürlich japanische Schriftzeichen miteinander kombiniert oder mit anderen asiatischen Sprachen vermischt.
InKonbini ist auf jeden Fall durch und durch ein Cozy Game. Es passiert zwar sehr wenig, dafür sieht es wunderschön aus und holt einen mit der japanischen Kulisse direkt ab. Mehr Abwechslung im Gameplay wäre wünschenswert, doch die supersüße Gestaltung lässt die täglichen Routinen schöner erscheinen. Bei den Storys kommt es ganz auf den Geschmack des Spielers an, fragt euch also am besten selbst: Brauche ich unbedingt eine gewisse Tiefe?
Meinung
Da bei InKonbini mehr als die Hälfte der Spielzeit aus Dialogen besteht, würden aufwendigere Geschichten dem Spiel noch mehr Substanz verleihen. In diesem Fall ist es ein Story- und Simulationsspiel, das mit einer wunderschönen Gestaltung überzeugt, doch durch fehlende Ausarbeitung der beiden Genres an Potenzial verliert. Wer dennoch beide Kategorien mag, wird Makoto und ihren Arbeitsalltag schätzen lernen. Transparenzhinweis: Dieser Beitrag entstand unabhängig.
